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Wirtschaft

Brose will Sitz-Produktion in Coburg halten

Geschäftsführung und Betriebsrat erarbeiten einen Plan zur Kostensenkung. Zudem wird nach der Ursache des hohen Krankheitsstands gesucht.



Kurt Sauernheimer
Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe   Foto: Brose

Coburg - Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe, ist zuversichtlich, die Produktion für Kraftfahrzeugsitze im Werk Coburg halten zu können. Derzeit werde an einer Lösung des Kostenproblems gearbeitet, das den Wettbewerb für Brose immer schwieriger macht. Das sagte Sauernheimer in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Hier geht es zum ausführlichen Interview

Er verweist darauf, dass das Brose-Werk Coburg schon mehrere Krisen gemeistert habe: 2006, als nicht klar war, ob der Automobilzulieferer weiter Sitzstrukturen in der Vestestadt werde produzieren können. 2008 habe Brose trotz der Wirtschaftskrise seine Stammbelegschaft nicht entlassen. "Auch diesmal werden wir mit der notwendigen Sorgfalt vorgehen, um eine Zukunft für das Werk Coburg und seine Mitarbeiter zu schaffen - auch und vor allem für die Produktion", betont der Vorsitzende der Geschäftsführung.

In einer Betriebsversammlung am 23. Juli hatten Gesellschafter und Geschäftsführung mitgeteilt, dass es für Brose zunehmend schwerer werde, dem Kostendruck von Wettbewerbern standzuhalten, die in Osteuropa produzieren. Zudem sei der Personalaufwand im Werk Coburg zu hoch, auch wegen zu vieler Krankheitstage der Belegschaft. In der Vestestadt würden nicht mehr die Erlöse erwirtschaftet, "die wir langfristig für die Finanzierung der Entwicklungskosten und Investitionen benötigen", so Sauernheimer. Dies sei aber "unabdingbar für die Sicherung der Zukunft des Brose-Werks in Coburg". Können die Kosten bis zum Jahresende nicht gesenkt werden, droht die Verlagerung der Sitzproduktion in eines der osteuropäischen Brose-Werke.

Brose ist der letzte Automobilzulieferer, der Sitze für Kraftfahrzeuge in Deutschland fertigt.

Die Gesellschafter hätten bereits erklärt, auf einen Ergebnisbeitrag aus Coburg zu verzichten. "Sie erwarten aber auch einen Beitrag der Mitarbeiter, um die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes zu erhalten", erläuterte der Vorsitzende der Brose-Geschäftsführung.

Sie spricht jetzt mit dem Betriebsrat über die Änderung von Entlohnungs- und Arbeitszeitmodellen. Auch die Erhöhung der Anwesenheitszeiten, zum Beispiel durch Senkung des Krankenstandes, sei notwendig. Der Betriebsrat hat erklärt, gemeinsam mit der Geschäftsführung Lösungen zu erarbeiten, "die die Weiterführung der Produktion in Coburg garantieren", so Vorsitzender Seref Durak.       

In seinem Coburger Werk beschäftigt Brose 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion. Insgesamt hat Brose in Coburg 3300 Beschäftige.

Das Unternehmen ist der weltweit viertgrößte Automobilzulieferer in Familienbesitz. In jedem zweiten Neuwagen sind mechatronische Systeme für Türen, Sitze oder Elektromotoren von Brose im Einsatz.  In der Unternehmengruppe sind rund 26.000 Mitarbeiter an 62 Standorten in 23 Ländern tätig.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
09. 08. 2018
10:48 Uhr

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