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Wirtschaft

Danhauser-Gruppe sucht neuen Eigentümer

Der Amberger Firmenverbund, der etwa 650 Mitarbeiter hat, soll veräußert werden.



Zur Danhauser-Gruppe gehören unter anderem einige oberfränkische Hagebaumärkte. Foto: Ralf Münch
Zur Danhauser-Gruppe gehören unter anderem einige oberfränkische Hagebaumärkte. Foto: Ralf Münch  

Bayreuth/Amberg - Die Danhauser-Gruppe, zu der unter anderem auch die Hagebaumärkte in Bayreuth, Kemnath, Marktredwitz und Münchberg sowie ein Bauzentrum in Kulmbach gehören, soll nach Mitteilung es Unternehmens verkauft werden. Damit soll die Zukunft des Unternehmens mit seinen insgesamt rund 650 Mitarbeitern gesichert werden, erklärte die Firmengruppe. Das "Gesicht" der Danhauser-Gruppe, die ihren Sitz in Amberg hat, sind die Bauzentren und vor allem die Baumärkte, die unter dem Namen Hagebau laufen. Insgesamt 14 solcher Märkte betreibt die Gruppe in Oberfranken und der Oberpfalz. Der Grund, das Unternehmen zu verkaufen, ist laut Danhauser-Pressesprecher Hans-Joachim von Wartenberg, dass es im Gesellschafterkreis niemanden gibt, der als Nachfolger von Luitpold Danhauser im Unternehmen tätig werden wolle. Deshalb solle der komplette operative Teil verkauft werden. Der Veränderungsprozess habe keine Auswirkungen auf bestehende Kunden- und Lieferantenbeziehungen, auch alle Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse liefen wie gewohnt weiter.

Wurzeln in der Oberpfalz

Die Wurzeln der Danhauser-Gruppe reichen bis in das Jahr 1856 zurück. Damals begann mit der Gründung einer Baufirma und eines Betonwerks in Nabburg in der Oberpfalz die lange Unternehmensgeschichte.

 

Die Mitarbeiter der Firmengruppe wurden vor einigen Tagen über die Verkaufsabsichten informiert - ebenso wie Gerd Döring, der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der BHG AG ist. Er berichtet auf Nachfrage, dass die Belegschaft zwiegespalten sei. "Von Schock bis zu: Wird schon gutgehen ist bei den Kollegen alles dabei", sagt Döring. "Wir sitzen alle auf glühenden Kohlen, können aber auch nur abwarten, was passiert." Aus seiner Sicht wäre es ideal, wenn ein anderer Hagebau-Franchisenehmer die Gruppe übernimmt, denn der kenne sich aus.

 

Eine Hoffnung, die sich erfüllen könnte. Das geht aus den Äußerungen von Pressesprecher von Wartenberg hervor. Er sagte zwar, dass der Verkaufsprozess grundsätzlich offen geführt werde, aber: "Wer den Markt kennt, der weiß, wer die bevorzugten Ansprechpartner sind." Es handle sich um Wettbewerber und andere Hagebau-Franchisenehmer. Ziel sei es, den Prozess bis Mitte des Jahres abzuschließen. Begleitet wird der Verkaufsprozess vom Beratungsunternehmen Rödl & Partner. Die Gruppe kommt auf einen Jahresumsatz von 170 Millionen Euro und bezeichnet sich selber als Marktführer in der Region. "Gerade wegen dieser herausragenden Position im Markt ist es unsere Verantwortung, die Nachfolge so zu wählen, dass unsere qualifizierten Beschäftigten und rund 50 Auszubildenden eine sichere Zukunft in den Unternehmen haben", teilten Danhauser und sein Mitgesellschafter Jochen Kulow mit.

Zielgerichtete Investitionen und eine erfolgreiche Cross-Channel Strategie, also eine starke Präsenz auch im Internet, hätten das Unternehmen äußerst wettbewerbsfähig gemacht. Tatsächlich hat die Gruppe zuletzt auch immer wieder in ihre Standorte investiert. So flossen 2018 rund 1,3 Millionen Euro in den Hagebaumarkt in Bayreuth, um unter anderem den Baustoffbereich neu zu gestalten. Kurz zuvor war der Hagebaumarkt in Münchberg mit rund drei Millionen Euro auf Vordermann gebracht worden. Und 2015 investierte die Gruppe rund 14 Millionen Euro in einen Neubau in Marktredwitz als Ersatz für den in die Jahre gekommenen vorherigen Markt.

Der Standort Bayreuth hat innerhalb der Gruppe eine Sonderstellung. Er ist mit einem gut 43 000 Quadratmeter großen Grundstück und mehr als 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche der größte und auch der einzige Kombistandort mit Baustoff- und Einzelhandel. Außerdem sitzt hier die BHG AG, die die Danhauser-Gruppe 1990 übernommen hatte und in der heute auch die acht als Franchise betriebenen Hagebaumärkte in Bayreuth, Münchberg, Marktredwitz, Kemnath, Weiden, Amberg, Regenstauf und Schwandorf sowie das Bauzentrum in Kulmbach gebündelt sind.

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Stefan Schreibelmayer
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Veröffentlicht am:
18. 03. 2019
19:56 Uhr

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Autor

Stefan Schreibelmayer

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Veröffentlicht am:
18. 03. 2019
19:56 Uhr



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