Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Ein letzter Ausblick und ein leises Servus

BMW-Chef Harald Krüger zieht zum Abschied ein durchwachsenes Fazit. Vor allem der Brexit wirkt sich negativ auf die britischen Tochterunternehmen aus.



Krügers Nachfolger Oliver Zipse wird der Elektromobilität großen Raum einräumen müssen. Foto: Tobias Hase/dpa, Jan Woitas/zb/dpa
Krügers Nachfolger Oliver Zipse wird der Elektromobilität großen Raum einräumen müssen. Foto: Tobias Hase/dpa, Jan Woitas/zb/dpa  

München - Der scheidende BMW-Chef Harald Krüger hat am Donnerstag eine durchwachsene Quartalsbilanz vorgelegt. Die Münchner Autobauer verkauften zwar mehr Autos, aber der Gewinn vor Steuern fiel um 28 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro. Hauptgrund waren noch höhere Investitionen in Zukunftstechnologien.

Für Krüger war es der letzte öffentliche Auftritt - in zwei Wochen übernimmt der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse die Führung des Konzerns. Zipse muss die Folgen des bevorstehenden Brexits für BMW, Mini und Rolls-Royce managen, Produktion und Verkauf von Elektroautos hochfahren und zugleich in den nächsten Jahren zwölf Milliarden Euro einsparen. Er dürfte aber auch die Früchte von Krügers Modelloffensive ernten.

Auch Mercedes und Audi hatten zuletzt schlechte Zahlen vorgelegt. Im Gegensatz zu den Konkurrenten jedoch legte BMW bei den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr zu und ist dabei, wieder die Nummer eins zu werden. "Im Monat Juni lag BMW vor Mercedes", sagte Krüger. Innerhalb von zwei Jahren seien alle SUV-Modelle erneuert oder ganz neu eingeführt worden. Für das Gesamtjahr kündigte er ein leichtes Absatzplus an.

Von seiner Arbeit bleiben werde die Übernahme der Mehrheit am chinesischen Werk Shenyang und die Modelloffensive, sagte Krüger, der vier Jahre an der Spitze stand. Mit Kooperationen sei BMW heute effektiver und schneller unterwegs. Viele seiner Entscheidungen wirkten sich erst in den nächsten Jahren aus. BMW sei "robust, innovationsstark und gut aufgestellt." Auf die Frage nach seinen persönlichen Plänen sagte der 53-Jährige: "Ich werde im August erst einmal ein bisschen Urlaub machen."

Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um knapp drei Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Trotzdem blieben unter dem Strich 29 Prozent weniger Gewinn nach Steuern: Er fiel auf 1,48 Milliarden Euro. Die Ursache brachte Finanzvorstand Nicolas Peter so auf den Punkt: "Wir investieren heute konsequent in unsere Zukunft."

Die Kosten für Forschung und Entwicklung legten im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Die Investitionen in die Werke stiegen sogar um 39 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. BMW rüstet die Bänder für den parallelen Bau von Verbrenner-, Elektro- und Hybridautos um. Die höheren Herstellungskosten für Hybride können nicht eins zu eins an Kunden weitergegeben werden. Dazu kommen noch höhere Rohstoffpreise, ungünstige Wechselkurse und Rabatte für Autokäufer in Europa und den USA.

Im vergangenen Jahr hat BMW 9,6 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern gemacht - in diesem Jahr werde es deutlich weniger werden, sagte Peter. Neben den Investitionen drückt auch die drohende EU-Kartellstrafe für Absprachen mit den anderen deutschen Autobauern das Ergebnis. Dafür hat BMW schon im ersten Quartal 1,4 Milliarden Euro zurückgestellt. "Wir liegen nach den ersten sechs Monaten auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Krüger.

Die erste große Herausforderung für seinen Nachfolger Zipse dürfte im Oktober der Brexit werden. Großbritannien ist für BMW der viertgrößte Markt, und der Konzern baut dort auch den Mini, den Rolls-Royce und Motoren für den BMW 1er . Beim gescheiterten ersten Brexit-Versuch der Briten im Frühjahr hatte BMW die Mini-Werke vier Wochen lang geschlossen, um ein Chaos in den Lieferketten abzufedern. Das ist jetzt anders: Von November an soll der erste Elektro-Mini in Oxford vom Band laufen, 40 000 potenzielle Kunden warten schon, "da wollen wir keine Produktionsunterbrechung", sagte Krüger. Peter dankte ihm im Namen der Vorstandskollegen und aller Mitarbeiter mit "allerhöchstem Respekt". dpa

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
21:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Audi Autofirmen Autokäufer BMW BMW 1er Bau Brexit Deutsche Presseagentur Elektroautos Herstellungskosten Hybridautos Kunden Mitarbeiter und Personal Rolls-Royce
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Symbolfoto.

17.08.2019

Im Sog der kriselnden Autobauer

Oberfranken - Die Autoindustrie ist eine Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Wenn BMW, Audi & Co. Probleme haben, dann entfaltet das eine große Sogwirkung. » mehr

Florian Bieker in seiner Heimatstadt Selb. Beruflich ist er im Rolls-Royce-Werk Goodwood tätig und wohnt im südenglischen Chichester, etwa 100 Kilometer südwestlich von London. Foto: Christopher Michael

07.05.2019

Ein Oberfranke ist dem Brexit auf der Spur

Florian Bieker analysiert, welche Auswirkungen der Ausstieg der Briten aus der EU auf seinen Arbeitgeber hat. Der baut in Südengland edle Nobelkarossen. » mehr

Interview: mit Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken

29.04.2019

"Der Wettbewerbsdruck steigt vermutlich weiter"

Die IHK für Oberfranken möchte Firmen dabei helfen, den Strukturwandel zu bewältigen. Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner spricht auch über Fehler der Politik. » mehr

Diskutierten beim Europa-Forum über die Zukunft der EU: Professor Peter Schäfer, Hermann Hohenberger, Matthias Will, Jasmin Schilling, Joachim Menze, Johanna Strunz, Michael Kretzer und Reinhard Giegold (von links). Foto: red

22.05.2019

Ideen für ein starkes und einiges Europa

Die EU steht unter Druck. Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich damit, wie die Jungen von heute noch morgen von dem Staatenverbund profitieren können. » mehr

In Reih und Glied - die Umreifungsmaschinen von SMB Schwede werden komplett in Goldkronach montiert. In einem Schwesterwerk bei Plauen werden Teile gefertigt und vormontiert.	Fotos: Andreas Harbach

20.08.2019

Die packen fast alles

SMB Schwede entwickelt Umreifungsmaschinen und verkauft sie in alle Welt. Dank des Booms beim Versandhandel blicken sie optimistisch in die Zukunft. » mehr

Porzellan der Firma Walküre in Bayreuth.

06.08.2019

Porzellanfabrik Walküre: Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Porzellanfabrik Walküre ist insolvent und will sich mit Hilfe eines so genannten Eigenverwaltungsverfahrens neu aufstellen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neues Freizeit- und Tourismuszentrum Steinbach am Wald Steinbach am Wald

Neues Freizeit- und Tourismuszentrum Steinbach am Wald | 19.09.2019 Steinbach am Wald
» 7 Bilder ansehen

Kinderwünsche an König Tessmer

Kinderwünsche an König Tessmer | 19.09.2019 Coburg
» 12 Bilder ansehen

Kronach: Brand in Sägewerk

Kronach: Großbrand in Sägewerk | 16.09.2019 Kronach/Höfles
» 26 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
21:48 Uhr



^