Lade Login-Box.
Topthemen: NP-FirmenlaufMordfall OttingerHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Wirtschaft

Gastkommentar

Es geht um die Zukunft des Kontinents

Bei den Europawahlen am 26. Mai stellen die Bürger die Weichen, wie dem tiefgreifenden Wandel auf unserem Kontinent begegnet wird. Zum ersten Mal in der Geschichte der EU ist mit dem Vereinigten Königreich ein Mitgliedstaat drauf und dran, der Gemeinschaft den Rücken zu kehren.



Es geht um die Zukunft des Kontinents
Es geht um die Zukunft des Kontinents  

Länder wie Italien verschulden sich weiter. Populisten treiben in vielen Mitgliedstaaten die Spaltung der Gesellschaft voran. Hinzu kommen weltweite protektionistische Tendenzen, aus denen internationale Handelskonflikte resultieren. Angesichts dieser Herausforderungen brauchen wir die EU mehr denn je. Wir brauchen ein starkes und geeintes Europa, denn davon profitieren wir alle. Uns muss klar sein, dass Deutschland nur innerhalb der EU seine wirtschaftlichen und politischen Interessen in der Welt wahren kann. 500 Millionen Menschen haben mehr Gewicht als 80 Millionen. Das gilt besonders für die Handelspolitik. Mit dem gemeinsamen Binnenmarkt wurden Handelshemmnisse abgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt. Am Beispiel Bayerns sehen wir, wie wichtig ein gemeinsamer Markt für alle Beteiligten ist: 2018 gingen rund 56 Prozent aller bayerischen Exporte in die EU. Gleichzeitig profitierte das europäische Ausland: Über 62 Prozent aller bayerischen Einfuhren stammten aus der EU.

Der Autor

Bertram Brossardt ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW). Diese vertritt die Interessen von 133 bayerischen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden sowie 42 Einzelunternehmen. In den Branchen der Mitgliedsverbände sind nach VBW-Angaben etwa 4,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig.

 

 

 

Auch unsere gemeinsame Währung, der Euro, ist eine Erfolgsgeschichte. Der Euro ist stabil und hat sich allen Unkenrufen zum Trotz neben dem Dollar zu einer weltweiten Leitwährung entwickelt. D-Mark oder Franc alleine hätten das niemals geschafft. Gerade Bayern hat davon in den letzten Jahren profitiert. Das belegen nicht nur die beeindruckenden Exportzahlen, sondern auch das robuste Wachstum und die erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung in unserem Land. Es gilt, diese Erfolge nun zu verstetigen. Deshalb muss die EU entschieden für den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr werben, denn Handelskriege kennen nur Verlierer. Auch die Weiterentwicklung des digitalen Binnenmarkts muss im Fokus europäischer Reformbestrebungen bleiben.

 

Die EU muss insgesamt die richtigen Schwerpunkte setzen. So ist zum Beispiel positiv, dass die noch amtierende EU-Kommission die Industrie stärken und den industriellen Wertschöpfungsanteil bis 2020 von derzeit rund 16 auf 20 Prozent erhöhen will. Dazu in Widerspruch stehen allerdings die sehr ambitionierten und wachstumshemmenden CO2-Einsparziele der EU.

Insgesamt muss das Ziel sein: weniger Regulierung, weniger Bürokratie und weniger Transfers. Das gilt vor allem in der Sozialpolitik. Der Vertrag von Maastricht sieht vor, dass die EU arbeits- und sozialrechtliche Mindeststandards setzen kann. Wohlgemerkt Mindeststandards. Die Realität hat sich davon längst entfernt. Immer mehr und immer kleinteiligere Bestimmungen in diesem Bereich haben ihren Ursprung in der EU. Für die Zukunft muss gelten: Sozialpolitik ist Sache der Mitgliedstaaten. Das gebietet das Subsidiaritätsprinzip. Auch hier ist ein Umdenken in Brüssel dringend erforderlich. Die bayerische Wirtschaft bekennt sich klar zu den Werten, die Europa stark gemacht haben: Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenwürde. Deutschland und Bayern profitieren davon in besonderer Weise, was gerade angesichts der leidvollen Geschichte unseres Landes keine Selbstverständlichkeit ist. Deshalb gilt es, diese Werte und Errungenschaften hochzuhalten und für ein noch besseres Europa zu werben - auch und gerade an der Wahlurne im Mai. Lassen Sie uns daher am 26. Mai "Europa wählen!" Es geht um nicht weniger als die Zukunft unseres Kontinents.

Autor

Bertram Brossardt
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
21:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenhandelspolitik Euro Europawahlen Europäische Kommission Europäische Union Handelskonflikte Handelskriege Leitwährungen Menschenwürde Rechtsstaatlichkeit Vertrag von Maastricht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Diskutierten beim Europa-Forum über die Zukunft der EU: Professor Peter Schäfer, Hermann Hohenberger, Matthias Will, Jasmin Schilling, Joachim Menze, Johanna Strunz, Michael Kretzer und Reinhard Giegold (von links). Foto: red

vor 18 Stunden

Ideen für ein starkes und einiges Europa

Die EU steht unter Druck. Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich damit, wie die Jungen von heute noch morgen von dem Staatenverbund profitieren können. » mehr

Container über Container - ein Symbolbild für die Exportnation Deutschland. Die Unternehmen hierzulande sind besonders auf freien Handel angewiesen. Doch der ist zunehmend gefährdet, was auch Ökonomen beunruhigt. Foto: Ralf Gosch /Adobe Stock

04.01.2019

"Den Weckruf dürfen wir nicht ignorieren"

Es gibt Tendenzen, die der deutschen Wirtschaft Sorgen bereiten. Ein Gespräch mit Ökonom Bernhard Herz über Handelskonflikte, Populismus und Nationalismus. » mehr

26.10.2018

Börsen-Experte rät Anlegern: "Ruhig Blut"

Der Frankfurter Börsen-Crack Robert Halver schätzt im Interview mit unserer Zeitung die derzeitige Lage am Kapitalmarkt ein und hat für den Anleger einige Tipps parat. » mehr

Nicht der Dax, sondern Dow Jones & Co. sind das Maß der Dinge in puncto Aktienmärkte. Die US-Börsenindizes machen mehr als 50 Prozent der Weltmarktkapitalisierung aus. Foto: Justin Lane/dpa

23.11.2018

"Zu viel Heimatliebe ist nicht ratsam"

Ökonom Philipp Dobbert spricht über Anlagestra- tegien und die Aussichten für die Börsen. Und er erklärt, warum ein eigenes Budget für die Eurozone sinnvoll ist. » mehr

Als erster Experte aus dem Finanzsektor tourt Dirk Müller mit einem eigenen Edutainment-Live-Programm durch Deutschland. Foto: Marvin Stroeter

26.04.2019

Interview mit "Mr. Dax" Dirk Müller: "Jeder Crash birgt eine Chance"

Börse ist kompliziert. Aber "Mr. Dax" Dirk Müller kann sie anschaulich und mit Humor erklären. Ein Sonntagsgespräch über Anlagestrategie als Live-Edutainment-Show. » mehr

Chinesische Investoren strecken ihre Fühler zunehmend nach Bayern aus. Ein Beispiel ist der Roboter-Spezialist Kuka. Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer begrüßt Investitionen aus China grundsätzlich. Bei der sogenannten kritischen Infrastruktur mahnt er allerdings zur Vorsicht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

05.07.2018

Eine Ansiedlungspolitik aus einem Guss

Franz Josef Pschierer ist seit März bayerischer Wirtschaftsminister. Ein Gespräch über Steuer- wettbewerb, chinesische Investoren und den ländlichen Raum. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

TuS Ferndorf - HSC 2000 Coburg Ferndorf

TuS Ferndorf - HSC 2000 Coburg | 18.05.2019 Ferndorf
» 89 Bilder ansehen

Tag der offenen Tür Müllheizkraftwerk Coburg

Tag der offenen Tür im Müllheizkraftwerk | 18.05.2019 Coburg
» 8 Bilder ansehen

2019-05-16 Coburg

Prinz Albert in neuem Design | 16.05.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

Autor

Bertram Brossardt

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
21:36 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".