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Wirtschaft

„Im Dax steckt noch ordentlich Potenzial“

Die US-amerikanischen Börsen sind auf Rekordjagd, der Dax hingegen bleibt dahinter zurück. Viele deutsche Anleger profitieren ohnehin nicht von boomenden Aktienmärkten, weil sie ein falsches Timing haben. Fonds-Manager Robert Beer erklärt diese Phänomene.



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Herr Beer, US-Präsident Donald Trump spricht von Abschottung und bringt mit seinem Handeln und seinen Ankündigungen die Welt zum Beben. Doch die US-Börsen boomen. Wie geht das zusammen?

Manche Handlungen und Ankündigungen des US-Präsidenten mögen politisch heftig umstritten sein, doch Börsianer bewerten in erster Linie das, was für die Wirtschaft entscheidend ist. Und da hat Trump viele Punkte auf seiner Agenda, die positiv von den Marktakteuren aufgenommen werden. Nehmen Sie beispielsweise das geplante Investitions-Programm für die Infrastruktur, die in den USA - ich war erst vor einigen Monaten dort - tatsächlich verbesserungsbedürftig ist. Oder auch die angekündigte Reduzierung der Unternehmenssteuern. Trumps Motto "America first" sehen viele Börsen-Profis nicht so kritisch wie manche ausländische Politiker oder Unternehmer.


Haben Sie eine Erklärung dafür?

Die Angst vor Trumps propagiertem Protektionismus ist übertrieben. Es geht ihm in erster Linie darum, industrielle Wertschöpfung in sein Land zurückzuholen. Das ist keine schlechte Idee. Wenn das gelänge, dann würde auch das immense und von Ökonomen viel kritisierte Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten sinken, weil das Land wieder mehr exportieren würde. Ich sehe gute Chancen für weitere wirtschaftliche Dynamik in den USA. Und wenn es den Vereinigten Staaten gut geht, dann profitiert davon die gesamte Weltwirtschaft. Das gilt besonders für die exportorientierte deutsche Industrie.


Der DAX hat sich nicht so dynamisch entwickelt wie die US-Börsen. Sind Sie enttäuscht?

Ich würde das nicht negativ sehen, sondern als Chance. Denn ein Blick auf das jeweilige durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis - im Dax liegt es aktuell bei 15, im US-amerikanischen Dow Jones bereits bei 20 - zeigt: Dax-Unternehmen sind im Vergleich zu US-Konzernen niedrig bewertet. Im deutschen Leitindex steckt also noch ordentlich Potenzial für Investoren. Ein Einstieg lohnt sich auch für Privatanleger noch. Generell ist jedoch das Timing das große Problem vieler deutscher Aktienanleger. Sie steigen in Phasen allgemeiner Börseneuphorie zu überhöhten Kursen ein und verkaufen dann panisch, wenn die Aktienmärkte ihren Tiefpunkt erreicht haben. Herbe Verluste sind die Folge. Mit kontinuierlichen und langfristigen Aktieninvestments - etwa über Fondssparpläne - lassen sich hingegen auskömmliche Renditen erzielen.

Zur Person

Robert Beer, 55, ist Inhaber und Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH mit Sitz in Parkstein bei Weiden. Der Fonds-Manager befasst sich auch als Buchautor seit den 1980er-Jahren mit der Wirtschaft und den Kapitalmärkten.

Autor

Matthias Will
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 02. 2017
19:54 Uhr

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17. 02. 2017
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