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Wirtschaft

Stäubli investiert kräftig in Oberfranken

Einen zweistelligen Millionenbetrag steckt der Schweizer Konzern in den Standort Bayreuth. Unter anderem soll die Roboter-Sparte weiter gestärkt werden.



Die drei Bayreuther Stäubli-Geschäftsführer (von links) Peter Pühringer, Norbert Ermer und Urban German neben dem mobilen Roboter-System Helmo. Foto: Andreas Harbach
Die drei Bayreuther Stäubli-Geschäftsführer (von links) Peter Pühringer, Norbert Ermer und Urban German neben dem mobilen Roboter-System Helmo. Foto: Andreas Harbach  

Bayreuth - 50 Jahre Standort Bayreuth hat der Familienkonzern Stäubli gerade gefeiert. Es werden wohl noch einige dazukommen. Jedenfalls investieren die Schweizer in den kommenden Jahren massiv und erweitern ihren Standort in Bayreuth dabei deutlich.

Das Unternehmen

Stäubli ist ein Schweizer Familienkonzern, der in den Bereichen Connectors, Robotics und Textile mit rund 5500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Franken erwirtschaftet. Das Unternehmen ist auf allen Kontinenten und in 50 Ländern aktiv. Es gibt 14 Produktionsbetriebe. Einer davon ist Bayreuth, wo in allen drei Kategorien 582 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Zum hier generierten Umsatz macht das Unternehmen keine konkreten Angaben. Auf Nachfrage, ob es sich um einen nennenswerten dreistelligen Millionenumsatz handelt, sagt Standortsprecher Norbert Ermer aber: "Das können Sie so interpretieren." sts


Über Zahlen, vor allem über Finanzzahlen, sprechen sie nicht so gerne bei Stäubli. Dass sich die kürzlich von der Konzernleitung abgesegnete Gesamt-Investitionssumme nach Informationen unserer Zeitung auf rund 30 Millionen Euro beläuft, wollte Geschäftsführer und Standortsprecher Norbert Ermer denn zunächst auch gar nicht kommentieren. Schließlich ließ er sich aber doch die Formulierung eines "unteren zweistelligen Millionenbetrags" entlocken. Und: "Es handelt sich um einen Ausbau in einer Größenordnung, wie ihn der Standort noch nicht gesehen hat."

Um das Projekt verwirklichen zu können, hat Stäubli bereits 2016 das nördlich an sein bisheriges Gelände angrenzende Grundstück gekauft, in dem bis Anfang des Monats die Niederlassung des Elektrogroßhändlers Sonepar untergebracht war. Damit steigt die zur Verfügung stehende Grundstücksfläche auf fast 38 000 Quadratmeter. Ermer sagte, die genutzte Fläche werde sich um 50 Prozent erweitern, die Ausstellungsfläche werde sich sogar verdoppeln.

Doch was ist genau geplant? Allgemein soll ein integriertes Standortkonzept umgesetzt werden, das Synergien möglich macht und die Grundfläche optimal nutzt, schreibt die Firma. Kernpunkt soll ein neues Kundencenter mit einem zentralen Empfangsbereich für alle drei Unternehmensbereiche Kupplungssysteme (Connectors), Industrieroboter (Robotics) und Textilmaschinen (Textile) sowie die zusammenfassende Holding inklusive Produktausstellungen, Konferenz- und Schulungsräumen werden. Dadurch werde dem steigenden Platzbedarf Rechnung getragen.

Vor allem der Bereich Robotics sei angesichts seiner Bedeutung bisher unterrepräsentiert gewesen, sagte Ermer. Deshalb werde auf dem zusätzlich erworbenen Grundstück als zweiter Baustein ein neues Gebäude für diesen Geschäftsbereich entstehen, das neue Büros und große Flächen für die Roboter-Wartung und Anlagenvorbereitung unter einem Dach sowie einen Testbereich für mobile Roboter vorsieht. Außerdem werde zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe für die Geschäftsbereiche Connectors und Robotics ein neues Logistik-Gebäude erstellt, in dem die Warenwirtschaft gebündelt und damit effizienter gestaltet werden soll. Schließlich soll bei einer neuen Energieversorgungszentrale besonders auf Nachhaltigkeit sowie niedrige Service- und Betriebskosten geachtet werden.

Ermer bezeichnete die Investition als ein "starkes Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Bayreuth", der für den Konzern sehr wichtig sei. Die Investition werde nach den jetzigen Planungen ein mögliches Wachstum für ein Jahrzehnt abdecken. Damit sei auch eine Steigerung der Mitarbeiterzahl von derzeit rund 600 möglich. Vor allem aber sei der aktuellen Belegschaft signalisiert worden, dass der Standort sicher ist. Bernd Detsch vom Architekturbüro Holzmüller und Detsch sagte, dass an dem Projekt bereits knapp zwei Jahre geplant werde. Dabei gehe es unter anderem darum, mit den neuen Gebäuden viele zentrale Abläufe zusammenzufassen und zu vereinfachen. Verwendet werden sollen nach seinen Worten "ehrliche Materialien" wie Holz, Beton, Stahl und vor allem auch Glas, um zu ermöglichen, dass die Mitarbeiter möglichst von überall nach draußen schauen können. Für eine gute Arbeitsatmosphäre seien Tageslichtbedingungen sehr wichtig.

Noch im Herbst soll das Gebäude auf dem zugekauften Grundstück abgerissen werden. Die Einweihung des Gesamtprojekts ist für das erste Quartal 2021 geplant.

Die Sonepar-Niederlassung ist mit ihren 18 Mitarbeitern Anfang des Monats auf die andere Seite der Autobahn umgezogen. In unmittelbarer Nachbarschaft, in der Christian-Ritter-von-Langheinrich-Straße, will ein Investor ab August ein neues Gebäude mit rund 1000 Quadratmetern Nutzfläche errichten, in das das Unternehmen dann endgültig umzieht, sagte Niederlassungsleiter Marco Männer unserer Zeitung.

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Stefan Schreibelmayer
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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
00:00 Uhr

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Stefan Schreibelmayer

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
00:00 Uhr



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