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Wirtschaft

Unternehmen überraschend positiv gestimmt

Während die oberfränkischen Automobilzulieferer und Maschinenbauer verhalten in die Zukunft blicken sind andere Branchen optimistischer - vor allem das Baugewerbe.



Die Nachfrage aus China und Nordamerika nach oberfränkischen Industriegütern kommt den Firmen der Region besonders zugute. Fotos: Christian Charisius/dpa, IHK zu Coburg, IHK für Oberfranken Bayreuth
Die Nachfrage aus China und Nordamerika nach oberfränkischen Industriegütern kommt den Firmen der Region besonders zugute. Fotos: Christian Charisius/dpa, IHK zu Coburg, IHK für Oberfranken Bayreuth  

Bayreuth/Coburg - Die regionale Wirtschaft startet vorsichtig optimistisch ins neue Jahr. Sowohl die Unternehmen im Kammerbezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth als auch die im Bezirk Coburg blicken positiver in die Zukunft als noch in der Herbstumfrage. Vor allem die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage legt überraschend zu.

Von einem "verhalten-positiven Niveau" spricht die IHK für Oberfranken. Die aktuelle Geschäftslage wird demnach von vielen der befragten Unternehmen gut oder befriedigend eingestuft und verbessert sich im Vergleich zur Herbstumfrage sogar leicht. Die Einschätzung der künftigen Entwicklung bleibe insgesamt vorsichtig, sei in den einzelnen Branchen aber unterschiedlich ausgeprägt. Der IHK-Konjunkturklimaindex klettert unter diesen Voraussetzungen um einen Zähler nach oben und liegt nun bei 114 Punkten. "Der starke Mittelstand sorgt in Oberfranken für Stabilität", sagt Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Laut Konjunkturumfrage bewerten 46 Prozent der Unternehmer ihre aktuelle Geschäftslage positiv, weitere 42 Prozent stufen sie als befriedigend ein. Von einer aktuell schlechten Lage berichten nur zwölf Prozent der befragten Betriebe. "Die Geschäftslage unserer Unternehmen hat sich im Vergleich zur Herbstumfrage leicht verbessert und bewegt sich unverändert auf hohem Niveau", erläutert IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.

Großen Anteil daran haben demnach das Baugewerbe, der Dienstleistungssektor und der Tourismus, die alle überdurchschnittlich gute Werte aufweisen. Auch aus dem Einzelhandel kommen vor allem positive Rückmeldungen, wohl auch dank eines guten Weihnachtsgeschäftes. Zurückhaltender äußern sich das Verarbeitende Gewerbe - mit der stark unter Druck geratenen Kfz-Zulieferindustrie - und der Großhandel, verzeichnen aber unter dem Strich noch einen positiven Saldo.

Für das Jahr 2020 erwartet die Wirtschaft im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken weder einen neuen Auf- noch einen weiteren Abschwung sondern eher eine konjunkturelle Seitwärtsbewegung, wie Hohenner betont. Knapp jedes fünfte Unternehmen hofft nach ihrer Aussage auf eine bessere Geschäftslage, eine Verschlechterung befürchten 23 Prozent. 58 Prozent und damit der Großteil der befragten Firmen erwartet keine signifikante Veränderung der aktuellen Situation.

Angesichts der Nachrichten und Prognosen der Forschungsinstitute erweist sich die oberfränkische Wirtschaft also durchaus als robust, schreibt die IHK Bayreuth. Besonders optimistisch blicke der Dienstleistungssektor in die Zukunft. Pessimistischer gestimmt sind, wohl vor allem auch aus saisonalen Gründen, das Baugewerbe, der Einzelhandel und der Tourismus.

Beim Thema Investitionen ist die Wirtschaft eher vorsichtig, vor allem die Industriebetriebe. 20 Prozent der befragten Firmen planen mit steigenden Inlandsinvestitionen, 16 Prozent wollen weniger investieren. Bei der Beschäftigtenzahl im Kammerbezirk planen 14 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Beschäftigtenzuwachs, 16 Prozent hingegen mit einem Rückgang.

Im Kammerbezirk Coburg keimt nach einem schwierigen Jahresverlauf 2019 allmählich die Hoffnung auf eine konjunkturelle Stabilisierungsphase auf, wie die dortige IHK in ihrer Konjunkturumfrage schreibt. Auch die Coburger Kammer spricht von einer Seitwärtsbewegung in der Beurteilung der "aktuellen Geschäftstätigkeit". Die Mehrheit der befragten Firmen bewertet ihre aktuelle Lage als zufriedenstellend. 41 Prozent der Betriebe als "gut" und 43 Prozent immerhin noch als "befriedigend", 16 Prozent allerdings bewerten ihre Situation als "schlecht".

Die Lage in der Industrie ist gekennzeichnet von Auslastungsrückgängen, insbesondere bei Maschinenbauern und in der Automobilindustrie. Die Kapazitätsauslastung aus Inlandsaufträgen macht den Firmen demnach Sorgen, wohingegen Exportaufträge aus Nordamerika und China zu einer gewissen Kompensation beigetragen haben, sodass in der Summe die Beschäftigung noch als einigermaßen zufriedenstellend gekennzeichnet wird.

Die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monaten werden sehr differenziert eingeschätzt. Während die Industrie als wesentliche Branche West-Oberfrankens die Zukunft sehr verhalten beurteile, seien in der Dienstleistung sowie im Handel die Einschätzungen opti-mistischer, schreibt die IHK zu Coburg. Die kumulierte Bewertung der Aussagen der Unternehmen zur "aktuellen und der zu erwartenden Geschäftslage" hat sich nach eineinhalb Jahren andauernden Rückgangs erstmals wieder stabilisiert, sodass der IHK-Konjunkturklimaindex sogar um einen Punkt auf 110 gestiegen ist, schreibt die IHK zu Coburg. "Daraus resultiert eine vorsichtig optimistische Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in 2020", wird IHK-Präsident Friedrich Herdan zitiert.

Mit Blick auf die aktuelle Lage hinterlassen Handelsstreitigkeiten und Zölle, geopolitische Konflikte, eine weltweit schwache Produktion im verarbeitenden Gewerbe sowie
die Energie- und Mobilitätswende weiter Spuren. Coburgs exportorientierte Industrie befindet sich
daher zu Jahresbeginn noch immer in einer konjunkturellen Schwächephase. Allerdings sei die aktuelle
Geschäftslage im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Umfragen weniger stark eingetrübt. Hauptgründe seien Auftragseingänge aus dem Ausland, die die rückläufige Inlandsnachfrage teilweise kompensiert haben.

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2020
23:00 Uhr

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