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Wirtschaft

Zahl der Arbeitslosen steigt auf 250.000

Trotz milder Temperaturen hält die Winterflaute im Januar Einzug auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der angebotenen freien Stellen ist deutlich gesunken.



Zahl der Arbeitslosen steigt auf 250 000
Zahl der Arbeitslosen steigt auf 250 000  

Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist saisonal bedingt deutlich gestiegen. Im Januar waren 249 502 Menschen ohne Arbeit. Das waren rund 41 100 Menschen oder 19,7 Prozent mehr als im Dezember und 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilt. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. "Der Arbeitsmarkt in Bayern ist weiter robust. Allerdings hinterlässt die konjunkturelle Entwicklung Spuren", sagte Ralf Holtzwart, der Chef der Regionaldirektion.

Die bayerischen Arbeitslosenzahlen im Detail

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Januar um rund 41 100 gestiegen. Die Arbeitslosigkeit wuchs in allen Regierungsbezirken sowohl zum Vorjahr als auch im Vormonatsvergleich. Das größte Plus verzeichnet Niederbayern, das nun die höchste Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent hat. Die Region weist laut Arbeitsagentur üblicherweise eine hohe saisonale Arbeitslosigkeit auf, da dort viele Menschen im witterungsabhängigen Baugewerbe arbeiten. In Schwaben ist die Arbeitslosenquote mit 3,0 Prozent am niedrigsten. Die Quoten im Detail:

Oberbayern: 82 563 Arbeitslose (3,1 Prozent)

Niederbayern: 27 822 Arbeitslose (3,9 Prozent)

Oberpfalz: 21 821 Arbeitslose (3,4 Prozent)

Oberfranken: 23 044 Arbeitslose (3,8 Prozent)

Mittelfranken: 38 323 Arbeitslose (3,8 Prozent)

Unterfranken: 23 397 Arbeitslose, (3,1 Prozent)

Schwaben: 32 532 Arbeitslose (3,0 Prozent),

Bayern gesamt: 249 502 Arbeitslose (3,3 Prozent)

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter rückläufig. Die den Agenturen und Jobcentern neu gemeldeten Stellen lagen mit rund 19 300 gut 20 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres. Insgesamt sind derzeit 112 234 offene Stellen zu besetzen - 9,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

 

Die Zahl der Unterbeschäftigung wuchs mit einem Plus von knapp 8000 im Vergleich zum Vorjahr stärker als die Arbeitslosigkeit. Aktuell registrieren die Arbeitsagenturen 338 426 Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. "Wir verzeichnen einen starken Anstieg der Teilnehmer der beruflichen Weiterbildung", betonte Holtzwart.

Auch das Beschäftigungswachstum hat sich in den vergangenen Monaten im Freistaat merklich verlangsamt. Laut Hochrechnung der Arbeitsagentur hatten im November 5,78 Millionen Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job - das sind im Vorjahresvergleich 1,5 Prozent mehr. Die Beschäftigung stagniere vor allem im verarbeitenden Gewerbe und hier insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie, die rund ein Drittel weniger offene Stellen meldet als im Vorjahr.

Den sinkenden Bedarf an Personal bekommt laut Arbeitsagentur vor allem die Zeitarbeit zu spüren, die ein Frühindikator am Arbeitsmarkt sei. Die Arbeitsagenturen verzeichneten außerdem einen wachsenden Beratungsbedarf zur Kurzarbeit. "Sollten Baubetriebe wegen der Witterung ihre Arbeit einstellen müssen, können wir saisonales Kurzarbeitergeld zahlen, um Mitarbeiter nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen zu müssen", erklärte Holtzwart.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Bertram Brossardt, begrüßte die vom Koalitionsausschuss der Bundesregierung beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 24 Monate. Dies erhalte den Unternehmen die nötige Flexibilität. Bayerns DGB-Chef Matthias Jena forderte Arbeitgeber und Staatsregierung auf, alles dafür zu tun, die Menschen auch in konjunkturell schwierigen Phasen an Bord zu behalten. Zeiten mit weniger Aufträgen müssten für Weiterbildung der Mitarbeiter genutzt werden. Arbeitsministerin Kerstin Schreyer (CSU) mahnte eine Entlastung der Unternehmen von Bürokratie an, zum Beispiel beim Mindestlohngesetz.

Foto: Daniel Karmann/dpa

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Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
21:44 Uhr

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30. 01. 2020
21:44 Uhr



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