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HSC Coburg

Aue bläst dem HSC 2000 den Marsch

Die Coburger Handballer verlieren das Zweitliga-Duell im Erzgebirge mit 25:33 (14:15). Sie gehen in der Schlussphase unter.



Coburgs Christoph Neuhold (oben) wird von der Abwehr des EHV Aue gestoppt.	Foto: Iris Bilek
Coburgs Christoph Neuhold (oben) wird von der Abwehr des EHV Aue gestoppt. Foto: Iris Bilek  

Aue/Coburg - Dem HSC 2000 Coburg ist am Sonntag im Erzgebirge der Marsch geblasen worden - vor dem Spiel vom Bergmannorchester Schlema, dann auf dem Spielfeld von den Handballern des EHV Aue. Das Team von Jan Gorr brach nach einer lange Zeit ausgeglichenen Zweitliga-Partie in der Schlussphase vor allem in der Abwehr völlig ein und kassierte eine überraschend hohe 25:33-(14:15)-Niederlage. Die Sachsen drehten mit einem bärenstarken Torhüter Vilius Rasimas und einem überragenden Torschützen Adrian Kammlodt im Rücken in den letzten Minuten auf und schossen die Vestestädter unter dem Jubel ihrer Fans aus der Halle.

Die Ziele waren klar abgesteckt vor der Partie. Der HSC Coburg wollte nach seinem 26:22-Auftakterfolg gegen Emsdetten nachlegen und sich eine gute Ausgangsposition für die beiden bevorstehenden Topspiele in der HUK-Arena gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke (7. September) und Bundesliga-Absteiger VfL Gummersbach (14. September) verschaffen. Bis auf Jakob Knauer, der noch bis Dezember fehlen wird und vom reaktivierten Girts Lilienfelds ersetzt wurde, hatte Trainer Jan Gorr alle Mann an Bord im Erzgebirge.

Für den gastgebenden EHV Aue stand indes Wiedergutmachung auf dem Programm. Das neuformierte Team von Trainer Stephan Swat peilte nach der 25:35-Pleite zum Saisonstart in Dormagen ebenfalls einen doppelten Punktgewinn an. Der Auer Chefcoach bot im Rückraum mit Adrian Kammlodt, Gabriel De Santis und Julius Schroeder drei seiner vier Neuzugänge auf. Im Sommer hatten den EHV einige Leistungsträger verlassen, unter anderem war Urgestein Eric Meinhardt zum HC Elbflorenz Dresden II in Liga drei gewechselt.

Die Begegnung in der Erzgebirgshalle nahm sofort Fahrt auf - sowohl auf der Platte als auch auf den Rängen, auf denen die Auer Fans von Anfang an für ohrenbetäubende Anfeuerung sorgten. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten den schnellen Abschluss. Über 3:3 und 6:6 gingen die Hausherren durch einen von Kevin Roch verwandelten Siebenmeter in der 13. Minute mit 7:6 in Front.

Zwei Mal Rot für EHV

HSC-Torhüter Jan Kulhanek, der in der vergangenen Saison in den beiden Duellen gegen Aue insgesamt 24 Bälle der EHV-Spieler pariert hatte, verhinderte danach mit einer tollen Parade einen Zwei-Tore-Rückstand. Nachdem Tobias Varvne zum 7:7 ausgeglichen hatte, lagen die Gastgeber nach zwei leichtfertig vergebenen Bällen des HSC beim 9:7 dann erstmals mit zwei Treffern vorne. Doch Jaeger und Varvne bescherten den Oberfranken den 9:9-Ausgleich.

Bittere Pille für die Sachsen in der 21. Minute: Aues Torhüter Erik Töpfer sah regelkonform die rote Karte, als er bei einem Coburger Konter und einem weiten Ball von Kulhanek sein Gehäuse verlassen hatte und mit Florian Billek und zwei Teamkollegen zusammengeprallt war. Nun stand EHV-Coach Swat mit Vilius Rasimas nur noch ein Torwart zur Verfügung, nachdem Radek Musil im Vorfeld der Partie mit einer Magen-Darm-Erkrankung hatte absagen müssen. Billek erzielte beim folgenden Siebenmeter das 9:10, doch mit einer Trotzreaktion gingen die Auer 12:10 in Front.

Der HSC bewahrte die Ruhe. Lilienfelds und Varvne mit seinem bis dahin fünften Tor glichen wieder aus zum 12:12. Kurz vor der Pause wurde es hitzig, nicht nur aufgrund der über 30 Grad Celsius in der Erzgebirgshalle. Nachdem die beiden Trainer mit Entscheidungen des jungen Berliner Schiedsrichterduos Wienrich/Fedtke unzufrieden waren, sah zunächst Aues Stephan Swat die gelbe Karte und kurz darauf auch Coburgs Jan Gorr. Aue ging wieder mit zwei Toren in Führung (15:13), sieben Sekunden vor der Sirene verkürzte Christoph Neuhold zum 14:15-Halbzeitstand aus Sicht der Coburger, die von zahlreichen Anhängern unterstützt wurden.

Nach Wiederbeginn ging es spannend weiter. Im HSC-Tor stand nun Konstantin Poltrum, der sich mit einigen Paraden gleich gut einführte. 15:15, 16:16, 17:17 und 18:18 - nach 38 Minuten war es die enge Partie, die Jan Gorr prognostiziert hatte. Zwei klasse Paraden von Aues Rasimas ermöglichten den Sachsen den 20:18-Vorsprung. Jaeger verkürzte mit einem wunderbaren Heber von der Außenposition auf 19:20, Neuhold stellte auf 20:20.

Keine Mittel gefunden

Die Frage war: Würde Aue wieder einbrechen nach 40 Minuten? In Dormagen agierte der EHV zwei Drittel der Spielzeit auf Augenhöhe, um dann in den letzten 20 Minuten komplett unterzugehen. "Cool bleiben" sagte Aues Coach Swat in der Auszeit in der 43. Minute zu seinen Spielern, die mit 20:21 hinten lagen. Und sie blieben cool und lagen - mit viel Herzblut agierend - beim 24:22 wieder mit zwei Toren in Führung.

Nachdem Lilienfelds auf 23:24 verkürzt hatte, gab es die nächste rote Karte für die Sachsen. Franz Schauer hatte einem Coburger in den Wurfarm gegriffen. In doppelter Unterzahl - Roch saß bereits zwei Minuten ab - traf De Santis zum 25:23 (50.). Jan Gorr wurde es zu bunt, er nahm eine Auszeit. Mit den Worten "Ruhe, das vergessen wir jetzt" folgten seine Instruktionen für die kommenden Spielzüge. Doch der HSC fand keine Mittel, scheiterte immer wieder am über sich hinauswachsenden Torhüter Rasimas. Bengt Bornholm erzielte vom Kreis das 26:23, im Gegenzug parierte der Auer Torwart und Adrian Kammlodt traf zum 27:23. Mit dem 28:23 sechseinhalb Minuten vor Ende war die Entscheidung zugunsten der Erzgebirgler gefallen.

Die Luft war raus beim HSC, dem in der Folge nichts mehr gelang, während sich der überaus einsatzfreudige EHV Aue (acht Zeitstrafen, zwei rote Karten) in einen wahren Rausch spielte und Tor um Tor erhöhte. Über 30:23 feierten die Sachsen einen verdienten 33:25-Erfolg. "Unsere Abwehr hat in der Schlussphase nicht das gezeigt, was sie sonst kann. Insgesamt haben wir zu defensiv agiert. So hat man gegen Aue keine Chance", sagte HSC-Torhüter Konstantin Poltrum, der seinem Auer Pendanten Rasimas ein dickes Lob zollte.

Statistik

EHV Aue: Vilius Rasimas/Erik Töpfer - Gabriel De Santis (4), Sebastian Naumann (3), Julius Schroeder, Kevin Roch (3/1), Pascal Ebert (2), Bengt Bornhorn (4), Benas Petreikis (5/1), Felix Roth, Nico Schneider, Ladislav Brykner, Petr Slachta (1), Franz Schauer, Adrian Kammlodt (11), Austris Tuminskis.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek/Konstantin Poltrum - Max Jaeger (5), Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Sebastian Weber (1), Florian Billek (5/4), Marcel Timm, Pontus Zetterman, Girts Lilienfelds (2), Tobias Varvne (8), Stepan Zeman, Andreas Schröder, Christoph Neuhold (4).

Schiedsrichter: Nils Wienrich/Julian Fedtke (Berlin).

Zuschauer: 1143.

Zwei-Minuten-Strafen: 8/5.

Rote Karten: Töpfer (21.), Schauer (49.) / - . Siebenmeter: 2/4.

Spielfilm: 3:3 (6.), 6:6 (12.), 8:7 (16.), 9:10 (21.), 12:10 (24.), 12:12 (25.), 15:14 (Halbzeit), 16:16 (33.), 18:18 (38.), 23:22 (46.), 28:23 (54.), 30:23 (56.), 31:25 (59.), 33:25 (Ende).

Autor

Michael Hager
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Veröffentlicht am:
01. 09. 2019
19:26 Uhr

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Michael Hager

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2019
19:26 Uhr



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