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HSC Coburg

Aufstiegschance schrumpft auf Minimum

Der HSC 2000 Coburg bringt in Ferndorf eine 20:19-Führung nicht ins Ziel. Nach dem Remis rückt Platz zwei in der 2. Bundesliga in weite Ferne.



HSC-Trainer Jan Gorr vermisste bei der Begegnung in Ferndorf einiges an Strategie im Angriffsspiel seiner Mannschaft, die nach dem Punktverlust den Traum vom Aufstieg wohl endgültig begraben muss.	Foto: Iris Bilek
HSC-Trainer Jan Gorr vermisste bei der Begegnung in Ferndorf einiges an Strategie im Angriffsspiel seiner Mannschaft, die nach dem Punktverlust den Traum vom Aufstieg wohl endgültig begraben muss. Foto: Iris Bilek  

Ferndorf/Coburg - Der HSC 2000 Coburg wird eine insgesamt gute Saison wohl nicht mehr mit dem Erstligaaufstieg krönen können. Am viertletzten Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga kamen die Coburger beim TuS Ferndorf nicht über ein 20:20-Unentschieden hinaus. Da zeitgleich der Tabellenzweite HSG Nordhorn-Lingen den TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 27:15 aus der Halle fegte, beträgt der Rückstand der Mannschaft von Jan Gorr auf den zweiten Aufstiegsplatz nicht nur drei Punkte, sondern inzwischen auch 36 Tore im direkten Vergleich mit den Nordhornern.

Stimmen und Statistik

Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "Die Partie war auf beiden Seiten von den Abwehrreihen geprägt. Beide Mannschaften haben sich in einer emotionalen Begegnung nichts geschenkt. In dem auch von viel Leidenschaft gekennzeichnetem Spiel kann ich meinem Team null Komma null Vorwurf machen. Das war hervorragend."

HSC-Spielführer Sebastian Weber: "Wir machen vorne nur 20 Tore und wir bekommen hinten nur 20. Da ist festzustellen, dass unser Angriff heute nicht das gezeigt hat, was nötig ist, um hier zu gewinnen. Ferndorf hat sicher eine gute Abwehr gespielt, trotzdem ist es unser Anspruch, die Partie für uns zu entscheiden. Zumal wir eine gute Abwehr mit einem guten Torhüter gestellt haben."

HSC-Rückraumspieler Christoph Neuhold: "Das Unentschieden bringt uns ja nicht wirklich was. Das ist ganz klar ein verlorener Punkt. Zum Schluss hätten wir ein bisschen cleverer sein und den Sack zumachen müssen. Das ist uns leider nicht gelungen."

 

Statistik

TuS Ferndorf -

HSC 2000 Coburg 20:20 (9:9)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (n.e.), Konstantin Poltrum (13 Paraden, 20 Gegentore); Markus Hagelin (1), Maximilian Jaeger (3), Lukas Wucherpfennig (1), Felix Sproß, Sebastian Weber, Anton Prakapenia (2), Florian Billek (6/3), Marcel Timm (1), Jakob Knauer, Pontus Zettermann (2), Tobias Varvne (1), Patrick Weber (1), Christoph Neuhold (2); Trainer: Jan Gorr.

TuS Ferndorf: Kai Bastian Rottschäfer (10 Paraden, 19 Gegentore), Tim Hottgenroth (0 Paraden, 1 Gegentor); Jonas Faulenbach (7), Marijan Basic (2), Mattis Michel, Magnus Neitsch, Jan Wicklein, Jan Wörner (2), Lukas Zerbe (3/1), Linus Michel, Julian Schneider (1), Moritz Barwitzki (1), Julius Lindskog Andersson (1), Branimir Koloper, Jonas Müller, Thomas Rink (3); Trainer: Michael Lerscht.

SR: Christian Moles / Lutz Pittner

Spielfilm: 1:1 (3.), 3:2 (8.), 4:2 (12.), 4:3 (13.), 5:5 (15.), 6:6 (18.), 6:7 (20.), 6:8 (23.), 7:9 (26.), 9:9 - 10:9 (31.), 13:11 (36.), 13:13 (39.), 13:14 (40.), 15:14 (42.), 16:14 (43.), 16:15 (44.), 17:17 (47.), 18:18 (48.), 19:20 (52.), 20:20.

Zuschauer: 1087.

Siebenmeter: 1/3 (Zerbe scheitert zwei Mal an Poltrum) - 3/3. - Strafminuten: 4 (Schneider, Wörner) - 8 (Varvne, Prakapenia, Weber, Timm).

Beste Spieler: Koloper, Basic, Faulenbach - Hagelin, Billek, Poltrum.

 

Drei Punkte Rückstand

 

Dies ist für den Konkurrenten so gut wie einen weiteren Zähler wert, so dass Nordhorn in den verbleibenden drei Partien in Aue und Wilhelmshaven sowie daheim gegen Bayer Dormagen vier Punkte abgeben müsste, um noch hinter die Vestestädter zurückzufallen - vorausgesetzt diese gewinnen ihre restlichen Partien. In der Verfassung, in der sie sich die Nordhorner derzeit befinden, ist das nicht zu erwarten.

Dass Aufsteiger Ferndorf zu Hause eine Macht ist, war schon vor der Begegnung klar. Mit dem Punktgewinn gegen Coburg hat der TuS Ferndorf nun bereits sieben vor ihm platzierten Mannschaften Zähler in der Sporthalle Stählerwiese abgenommen.

"Verlorener Punkt"

"Das müssen wir jetzt abhaken und weitermachen, doch es ist sehr schade. Die zwei Unentschieden hintereinander sind sehr enttäuschend. Letzte Woche, das hätte ich noch als gewonnenen Punkt gewertet, heute ist es ganz klar ein verlorener Punkt." Enttäuscht über den Punktverlust und wohl den endgültig geplatzten Traum vom Erstligaaufstieg zeigte sich nicht nur HSC-Spielführer Sebastian Weber, die ganze Mannschaft war geknickt, dass der mögliche Sieg nicht eingefahren wurde.

18.05.2019 - TuS Ferndorf - HSC 2000 Coburg - Foto: Iris Bilek

TuS Ferndorf - HSC 2000 Coburg Ferndorf
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TuS Ferndorf - HSC 2000 Coburg Ferndorf
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Das war auch dadurch bedingt, dass sich die Coburger Kreisspieler kaum von den Gegnern lösen konnten, die dabei nicht selten zu unerlaubten Mitteln griffen. Insgesamt hakte das Angriffsspiel der Gäste, die das mit einer herausragenden Abwehr kompensierten. Der Beginn war für sie vor 30 mitgereisten Fans unglücklich, weil ein vom Pfosten abprallender Ball von Torwart Konstantin Poltrum ins Tor sprang. Am Kreis wurde gleich hart gearbeitet, gezogen, am Trikot gehalten. Einen Körperkontakt, der Stürmerfoul-verdächtig war, bekam Hagelin vor dem 3:2 zu spüren.

Bei den Coburgern war vieles zu ungenau, sie verloren einige Bälle an die Abwehr der Gastgeber, weil auch zu riskant agiert wurde. Deswegen konnte Ferndorf mit einem umtriebigen Basic auf der Mittelposition aus einer Führung heraus agieren. Der brachte häufig seine Nebenleute, allen voran Faulenbach, in Position oder steckte den Ball geschickt an den Kreis durch. Doch die Gäste blieben dran und deren schönster Spielzug über zwei Doppelpässe brachte durch "Vollstrecker" Florian Billek die erste Coburger Führung. Ausgangspunkt dieser Aktion war Tobias Varvne, der nach seiner Verletzung endlich aufs Spielfeld zurückkehrte. Allerdings blieb es eine zähe, körperbetonte Angelegenheit, wobei die Gelben Karten der Referees bei Abwehr-Aktionen des HSC deutlich lockerer steckten als auf der anderen Seite. Die Welt völlig nicht mehr verstehen wollte HSC-Trainer Jan Gorr, als Varvne wegen einer Millimeter-Entscheidung in der engen Halle ein Wechselfehler angekreidet wurde.

Die Coburger waren dadurch dezimiert, aber Patrick Weber gab die richtige Antwort mit einem "Strahl" in den Winkel. Allerdings konnten die Vestestädter ihre Zwei-Tore-Führung nicht verteidigen. Aus der Überzahl heraus schaffte es Ferndorf geschickt, auch durch Ausspielen der verbleibenden Zeit, bis zur Pause wieder zum Ausgleich zu kommen. Coburg tat sich im gesamten ersten Durchgang gegen die einer Gummiwand gleichenden Abwehr der Gastgeber schwer, stellte aber selbst ebenfalls einen top Abwehrverbund. Eine HSC-Halbzeitführung verhinderte die Pausensirene, als Max Jaeger gerade einen Konter auf das gegnerische Tor lief. Ein, zwei Sekunden hätten bis zu einem Abschluss noch gefehlt, im Nachhinein richtig ärgerlich.

Nach Wiederanpfiff schaute sich Basic gleich wieder die HSC-Abwehr und Poltrum im Tor aus. Auf der anderen Seite traf Varvne, für sein Team, für das Christoph Neuhold erstmals seit seinem Bandscheibenvorfall auf der Platte stand. Allerdings wurde nicht nur sein erster Wurf Beute von Rottschäfer im TuS-Tor, da schlug die fehlende Spielpraxis in einigen seiner Aktionen durch. Die Ferndorfer Abwehr agierte jetzt fast geschlossen an der Neun-Meter-Linie. Als Coburg dezimiert war, gelangen vier Treffer in Folge, auch weil die Schiedsrichter unverständlicherweise einen Treffer von Neuhold zurückpfiffen. Anstatt 13:15 stand es wenig später 15:14 für Ferndorf.

Gute Chancen

Danach ließ Coburg weitere gute Optionen liegen. Zu deren Glück parierte Poltrum einen Strafwurf, den er an die Latte lenkte. Im Gegenzug scheiterte Varvne völlig frei am Kreis, doch Hagelin holte sich den abprallenden Ball und traf zum erneuten Ausgleich. Nach Toren hatte die Partie deutlich an Fahrt aufgenommen, beide Teams suchten jetzt öfters den schnelleren Abschluss. Doch lange lief Coburg hinterher. Bis acht Minuten und drei Sekunden vor dem Abpfiff. Da gelang das 19:20.

Abnutzungskampf

Der Rest war ein Abnutzungskampf ähnlich wie schon vor der Pause. Während dieser Zeit blieb der HSC 2000 ohne weiteren Treffer und konnte sich beim Poltrum im Tor bedanken, der den einen Punkt rettete, da er einen weiteren Strafwurf und zwei freie Bälle parierte. Den Gastgebern gelang der Ausgleichstreffer durch Linksaußen Moritz Barwitzki zwei Minuten vor Schluss.

Jan Gorr analysierte den Punktverlust so: "In der entscheidenden Phase war unser Angriffsspiel zu wenig strategisch. Leider ist uns das nicht zum ersten Mal passiert. Das ist ein Bereich in dem wir deutlich besser werden müssen. Das limitiert uns momentan und unterscheidet uns von Balingen und Nordhorn, die das viel besser machen."

Autor

Iris Bilek
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
18. 05. 2019
21:37 Uhr

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Iris Bilek

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Veröffentlicht am:
18. 05. 2019
21:37 Uhr



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