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HSC Coburg

Coburgs Gummersbach-Connection

Am Samstag treffen zwei HSC-Akteure in der HUK-Arena auf ihren Ex-Klub. Der perfekte Anlass, um einen genaueren Blick auf das Duo zu werfen.



Maximilian Jaeger (rechts oben), hier 2018 noch im Gummersbacher Dress, sieht dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub optimistisch entgegen. Der Linksaußen tippt auf ein 26:22 für den HSC.
Maximilian Jaeger (rechts oben), hier 2018 noch im Gummersbacher Dress, sieht dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub optimistisch entgegen. Der Linksaußen tippt auf ein 26:22 für den HSC.   Foto: imago

Coburg - Sagt Ihnen der Name Stanislav Zhukov etwas? Oder Marvin Sommer? Wie ist es mit Eirik Køpp? Falls da nichts klingelt, keine Sorge: Wohl nur eingefleischte Handball-Experten werden mit diesen Namen wirklich etwas anfangen können. Zumindest außerhalb von Gummersbach. Dort nämlich dürfte man sich noch sehr lange an auch jene Spieler erinnern - waren die drei doch Teil der Mannschaft, die verantwortlich ist für den erstmaligen Bundesliga-Abstieg des einst so ruhmreichen VfL. Im Juni war das, in Bietigheim ist es geschehen, dramatisch, nach 53 Jahren in der deutschen Eliteklasse. 53 Jahre.

Sie haben ihn also nochmal gerade so geschafft, könnte man zynisch sagen, den Absprung: Maximilian Jaeger und Marcel Timm. Ehe sie eingehen konnten in das bisher sportlich dunkelste Kapitel in der Historie eines der erfolgreichsten Klubs im Handball überhaupt, wechselten die heute 22- und 21-Jährigen zur Vorsaison nach Coburg.

Vergangenheit verbindet

Und sie sind glücklich hier. Aber Gummersbach, das ist schon noch da, bei beiden. Wobei - und da wird man dem anderen auch kein Unrecht tun - bei Linksaußen Jaeger wohl noch ein ganzes Stück mehr. Sein Familienname, so sagt er es selbst, "ist schon mit dem VfL verbunden". Sein Vater spielte für Gummersbach, sein Großvater gilt beim zwölffachen deutschen Meister als eine Legende.

"Seitdem ich klein bin, bin ich Fan. Das ist meine Heimat", meint der gelegentlich etwas schlaksig wirkende 1,89-Meter-Mann, der beim VfL das Handballspielen von kleinauf lernte. Seine Oma hat noch immer eine Dauerkarte für die Schwalbe-Arena.

Timm, sechs Zentimeter größer als sein Mitspieler und deutlich muskulöser für die Schwerstarbeit am Kreis, sagt zur Bedeutung des VfL für ihn: "Das war mein Verein." Mit 14 Jahren wechselte er an die Gummersbacher Handball-Akademie, auch er wurde irgendwie beim VfL groß. Klar sei da noch eine Verbundenheit da.

Und freilich sind auch die Leben von Jaeger und Timm nach ihrem Wechsel eng verbunden. Coburgs kleine Gummersbach-Connection verbringt viel Zeit miteinander - so unterschiedlich die beiden auf den ersten Blick auch daherkommen mögen: auf der einen Seite der etwas unscheinbar auftretende, in der Regel schlicht gekleidete Linksaußen; auf der anderen der zur Extravaganz neigende Kreisläufer, der schon auch mal eine Kombination aus pinkem Kapuzenpulli und hellblauer Jogginghose aufträgt, um über den Marktplatz zu schlurfen.

Angesichts dessen ist es übrigens doch erwähnenswert, dass Timm bei den Einzelgesprächen für diesen Artikel im Vergleich zu Jaeger der deutlich Zurückhaltendere ist. Auf dem Feld gestaltet sich die Sache nämlich auch wieder komplett andersherum.

Zwei Spieler, ein Motiv

Jaeger und Timm kochen privat gerne mal zusammen, hängen in Jaegers Wohnung ab, erzählt der ein Jahr jüngere Timm, oder frühstücken in der Stadt. Und dass beide ein Faible für Thai-Essen haben, dürfte jeder wissen, der hin und wieder durch den Coburger Steinweg spaziert. Ach, und natürlich schauen sie die Spiele des VfL Gummersbach gemeinsam, so ziemlich jedes - sofern es der Spielplan des HSC zulässt.

Hinter dem Schritt zum Zweitligisten steckte bei beiden ein ähnliches Motiv. Zusammenfassen könnte man es so: mehr Spielzeit zu bekommen, um so mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen. Jaeger sagt, er habe dem Standing als Jugendspieler entkommen wollen. Timm, es sei nicht befriedigend gewesen, Spiele von der Bank aus zu verfolgen, nicht helfen zu können.

Beide sehen sich am Anfang ihrer zweiten Saison in Coburg absolut bestärkt in ihrer Entscheidung für eine Veränderung. Was wenig verwundert, ist Jaeger doch Stammspieler und Timm ebenfalls ein wichtiger Eckpfeiler beim HSC als auch bei der deutschen U 21 geworden.

Der 9. Juni, ein Wohnzimmer in Gummersbach. Die Familie Jaeger sitzt kollektiv vor dem TV-Gerät und fiebert mit dem VfL im Saisonfinale gegen Bietigheim. Doch nach Jahren, in denen es doch immer noch teils haarscharf reichte für den Klassenerhalt, gibt es diesmal kein Happy-End. Die Jaegers sind geschockt. Maximilian Jaeger sagt knapp drei Monate später: "Mir fällt es immer noch schwer, mir den VfL in der 2. Liga vorzustellen." Am Samstag nun wird er sich aus nächster Nähe davon überzeugen können, dass dies Realität ist. Dann ist Gummersbach, noch immer ein Mythos des deutschen Handballs, zu Gast in Coburg.

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David Büttner

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
10:26 Uhr

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David Büttner

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12. 09. 2019
10:26 Uhr



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