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HSC Coburg

HSC 2000 Coburg kämpft sich an Tabellenspitze zurück

Der HSC 2000 Coburg gewinnt das mitreißende Topspiel der 2. Bundesliga gegen Ferndorf mit 24:21. Die Nachwuchsspieler Jaeger, Knauer und Timm kompensieren das Fehlen verletzter Stammkräfte.



  Foto: Henning Rosenbusch

"Draußen wird es jetzt zwar kalt, in den Hallen bleibt es aber heiß", hatte der Trainer des HSC 2000 Coburg bereits nach dem letzten Heimsieg Mitte November gegen Hamburg prognostiziert. Das Topspiel am Samstag vor 1972 Zuschauern in der heimischen HUK-Coburg-Arena war ein eindrucksvoller Beleg für seine Einschätzung. Angespannt zu ging es bereits im Vorfeld der Partie in der Stadt, wo die Polizei gefordert war, um aggressiv auftretende Gäste-Fans unter Kontrolle zu halten. Auch auf dem Spielfeld war am Vorabend des Ersten Advent ein vorweihnachtlich friedliches Miteinander von Zweitliga-Top-Handballern von vorneherein nicht zu erwarten gewesen. Was dann allerdings auf der Platte abging, war tatsächlich unerbittlicher Kampf mit letztem Einsatz von der ersten bis zur 60. Minute. Dass dabei die Vestestädter mit 24:21 (13:10) gegen den Tabellen-Vierten TuS Ferndorf das bessere Ende für sich hatten und - nachdem sie durch den Balinger Sieg am Freitag Platz eins für 24 Stunden räumen mussten - wieder zurück auf den Thron geklettert sind, ließ es in den Herzen der Anhänger von "Gelb-Schwarz" Glühwein-warm werden.

01.12.2018 - HSC 2000 Coburg - TuS Ferndorf - Foto: Henning Rosenbusch

HSC - Ferndorf
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Sich selbst ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk machte allen voran Maximilian Jaeger. Der 21-jährige Linksaußen war mit sieben Toren der beste Schütze der Gastgeber und verwandelte dabei vier Siebenmeter eiskalt. Doch nicht nur deshalb bekam er von seinem "Chef" in der Pressekonferenz ein dickes Sonderlob: "Auch wenn ich das nicht oft mache, will ich heute einen Spieler besonders herausheben. Der Max hat in den letzten Wochen extrem viel Verantwortung übernehmen müssen und getragen. Wie gut er das heute gelöst hat, teilweise auf der Halb-Position und in der Deckung, aber auch im Angriffsspiel, hat uns auch über die eine oder andere Durststrecke hinweggeholfen."

Zwei weitere "Jungspunde", der erst 19-jährige Rückraum-Rechts Jakob Knauer und der 20-jährige Kreisläufer Marcel Timm, gingen ebenfalls mit breiter Brust respektlos und mutig ans Werk und kompensierten die verletzungsbedingten Ausfälle oder Schwächephasen ihrer Mitstreiter. Mit einer ungewohnt hohen Fehlerquote kämpfte beispielsweise an diesem Samstag Rückraum-Links Anton Prakapenia, der sein Visier schlecht eingestellt hatte und sich auch für das eine oder andere misslungene Anspiel von Trainer Gorr rügen lassen musste. Umso wichtiger daher der mutige Auftritt der Youngsters. Beispielhaft Knauers wichtiger Treffer zum 16:13 in der 38. Minute, als er gedankenschnell - TuS-Trainer Michael Lerscht hatte in Unterzahl seines Teams für den Torwart einen sechsten Feldspieler eingewechselt - den Ball vom eigenen Kreis übers gesamte Feld ins leere Gästetor beförderte. Die Halle tobte.

Ein weiterer Garant dafür, dass laut Analyse von Jan Gorr die "erwartet harte Nuss" durch "Schwerstarbeit" geknackt werden konnte, war zum wiederholten Male in dieser Saison Torwart Jan Kulhánek. Der 37-jährige tschechische "Oldie" im HSC-Gehäuse demonstrierte einmal mehr, warum er der aktuell vielleicht beste Keeper der Liga ist, parierte bereits in der Anfangsphase unter anderem einen Richtung Torwinkel abgefeuerten "Unhaltbaren" von Jonas Faulenbach und einen Siebenmeter von Moritz Barwitzki, sodass der HSC nach neuneinhalb Minuten mit 5:0 in Führung lag. Und die mit "Wolle"-Rufen gefeierte Nummer eins sorgte dann auch in den kritischen Phasen, als die zu keiner Zeit aufgebenden Nordrhein-Westfalen ausgeglichen hatten (5:5, 14.) und gegen Ende nochmals in Schlagweite kamen (21:19, 58.), für Sicherheit. "In der zweiten Halbzeit sind wir zu oft auch am sehr starken Coburger Torwart gescheitert", konstatierte Gäste-Coach Lerscht, der eine "extrem emotionsgeladene Partie mit einem extremen Auf und Ab der Gefühle" erlebt hatte und in der letzten Spielminute derart heftig mit den Referees aneinander geriet, dass er eine Zeitstrafe "aufgebrummt" bekam. Dass er auf seine beiden wichtigen Rückraumspieler Julian Schneider und Jan Wicklein verzichten musste, wollte er angesichts dessen, dass auch das HSC-Lazarett gut gefüllt ist, nicht als Entschuldigung anführen.

Wie viel an Emotionen von Beginn an in diesem Duell steckte, belegen die schnellen drei Verwarnungen gegen Gästespieler. Die Ferndorfer "Gelb-Sucht" brach bereits in den ersten sieben Minuten voll aus, in denen kurz nacheinander Thomas Rink, Jonas Faulenbach und Branimir Koloper den farbigen Karton von Schiedsrichter Manuel Lier zu sehen bekamen. Hinzu kam die stattliche Anzahl von sechs 2-Minuten-Zeitstrafen, davon fünf gegen die Gäste, die diesem Unterzahlspiel dann auch kräftemäßig in der Schlussphase Tribut zollen mussten, und Verwarnungen wegen Reklamierens gegen beide Trainer. Nicht etwa, dass die HSC-Abwehrstrategen mehr Zurückhaltung geübt hätten, jedoch sah beispielsweise bei einem bärenstarken Markus Hagelin das kräftige Zupacken vergleichsweise "geschickter" aus, wenn auch nicht weniger effektiv.

Von der Intensität der Partie begeistert war auf den Zuschauerrängen Anton Lakiza. "Sie haben heute große Mentalität bewiesen. Für die Zuschauer ist so ein Kampf eine feine Sache. Trotz des ein oder anderen Fehlers war es eine gute Leistung der Coburger", traut der ehemalige Spieler und Co-Trainer des HSC - er steht aktuell in Diensten des Landesligisten HG Kunstadt - seinem Ex-Klub in dieser Saison einiges zu.

"Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und am Ende war es ein verdienter Sieg. Aber Ferndorf hat alles in die Waagschale geworfen und uns über 60 Minuten gefordert", analysierte HSC-Toptorjäger Florian Billek, der wegen seiner Meniskus-Verletzung erneut nur von außen mitfiebern konnte. "Wir haben zwar wieder nicht unseren besten Handball gespielt und haben den Gegner nach der eigenen 5:0-Führung zu schnell zum 5:5 ausgleichen lassen und im Angriff zu statisch gespielt, aber am Ende war die Nervenstärke, insbesondere von Max Jaeger, ausschlaggebend. Wir mussten körperlich und mental alles bringen und sind jetzt wieder an der Tabellenspitze, das war das Wichtigste", betonte der Rechtsaußen, der auch beim nächsten HSC-Spiel, am kommenden Freitag um 19.15 Uhr beim ASV Hamm-Westfalen, definitiv noch nicht wieder mit eingreifen können wird.

Weil neben Billek weiterhin auch die Langzeitverletzten Petr Linhart und Philipp Barsties ausfallen, die Rückenprobleme von Kreisläufer Sebastian Weber problematischer als erwartet sind und Linksaußen Felix Sproß mit Außenband-Ruptur und Knochenprellung vorerst nur Reha-Maßnahmen absolvieren kann, wird es auch bei den noch verbleibenden vier Aufgaben im ausklingenden Jahr 2018 umso wichtiger sein, dass der verbleibende Kader weiter derart eng zusammenrückt.

"Am Ende war es wichtig, dass wir abgebrüht genug waren und nicht mehr hektisch geworden sind. Obwohl die Ferndorfer so gut dagegengehalten haben, habe ich mir keine Sorgen gemacht. Wir wissen, dass wir ein starkes Publikum hinter uns haben und die nötige Qualität im Team, um auch enge Spiele zu gewinnen", strahlte der "Held des Tages" Maximilian Jaeger über das ganze Gesicht. Dass er zudem vom Siebenmeter-Strich sein Können zeigen durfte, nachdem Pontus Zetterman kurz vor der Pause mit seinem zweiten Versuch am Pfosten gescheitert war, freute ihn ebenfalls. "Mir wurde in der Halbzeit gesagt: ,Max, geh‘ Du beim nächsten Mal ran‘. Dann geh‘ ich einfach ran, mach‘ ihn rein - und fertig!" So viel zum Thema Selbstbewusstsein.

In dieser Woche drücken die HSC-Fans übrigens den Ferndorfern die Daumen. Sie können am Mittwoch mit einem Heimsieg gegen den Tabellen-Dritten Essen den Coburgern ein wenig Schützenhilfe leisten. Zwei Tage später will ihr eigenes Team die nächste vorweihnachtliche dicke Kerze der Hoffnung anzünden, damit es für Coburg klappt mit dem "Jaeger-Meister" und dem "Advent am 8. Juni", sprich der Ankunft zurück in der 1. Bundesliga.

 

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhánek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel (n.e.) - Max Preller (n.e.), Markus Hagelin, Maximilian Jaeger (7; 4 Siebenmeter/4 Versuche), Anton Prakapenia (1), Marcel Timm (2), Jakob Knauer (3), Pontus Zetterman (4; 1/2), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne (2), Christoph Neuhold (5); Trainer: Jan Gorr. - Gelbe Karten: Hagelin, Timm, Knauer, Gorr. - 2-Minuten-Strafe: Hagelin (59.).

TuS Ferndorf: Kai Bastian Rottschäfer, Lucas Puhl - Jonas Faulenbach (2), Marijan Basic (5), Mattis Michel (2), Magnus Neitsch, Jan Wörner (2), Lukas Zerbe (5; 3/3), Linus Michel, Moritz Barwitzki (3; 0/1), Julius Lindskog Andersson, Branimir Koloper, Jonas Müller, Thomas Rink; Trainer: Michael Lerscht. - Gelbe Karten: Faulenbach, Koloper, Rink, Lerscht. - 2-Minuten-Strafen: Faulenbach (43.), Andersson (18.), Koloper (34. und 38.), Lerscht (60.).

Schiedsrichter: Jan Lier (Korntal-Münchingen)/Manuel Lier (St. Gallen). - Zuschauer: 1972.

Spielfilm: 5:0 (9.); Auszeit TuS; 5:5 (14.); Auszeit HSC; 6:6, 8:6, 8:8, 11:8, 11:9, 13:9, 13:10 - Halbzeit - 13:11, 14:11, 14:13, 18:13 (44.); Auszeit TuS; 19:13, 20:14, 20:16 (50.); Auszeit HSC; 20:17, 21:17, 21:19, 22:19 (58.); Auszeit TuS; 22:20, 23:20, 23:21, 24:21 (Endstand).

Autor
Michael Döhler

Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
01. 12. 2018
23:51 Uhr

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Autor
Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
01. 12. 2018
23:51 Uhr



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