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HSC Coburg

HSC rutscht aus den Aufstiegsrängen

Hohe Niederlage in Hamburg: Ohne Punkte musste das Team vom HSC 2000 Coburg die Heimreise antreten. Lag bei der Halbzeit der HSC noch mit einem Tor in Führung, so endete das Spiel 30:24.



Der HSC 2000 Coburg musste an diesem Wochenende seinen Aufstiegsplatz in der 2. Handball-Bundesliga, den er seit Anfang September 2018 belegt hat, abgeben. Weil die favorisierten Vestestädter bei ihrer Begegnung beim HSV Hamburg nach lange Zeit ausgeglichenem Spiel in Schlussphase nichts zuzusetzen hatten, wurden sie vom ausgeglichener besetzten Gastgeber noch mit 30:24 aus der Halle geschossen. Neuer Tabellenzweiter ist die HSG Nordhorn-Lingen, die mit 50:16 Punkten einen Zähler Vorsprung auf die Mannschaft von Jan Gorr hat. Jene steht nun hinsichtlich des Aufstiegs-Traums beim Topspiel am kommenden Freitag um 20 Uhr zu Hause gegen Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten (50:14) gehörig unter Druck.

 

Wie im Hinspiel

Schon im Hinspiel in Coburg hatte der HSC 2000 Coburg seine Probleme mit dem HSV Hamburg gehabt, und diese traten bei der 24:30-Niederlage beim Rückspiel in der Hansestadt gerade in der entscheidenden Phase verstärkt zutage. Denn nach ausgeglichenem Spiel bekam der HSC in den letzten zehn Minuten keinen Stich mehr. Stand es noch zu Beginn der "Crunch-Time" wie so oft in der Partie unentschieden, kochten die Hansestädter ihren Gegner in der Schlussphase richtig ab. Die Vestestädter schienen stehend k.o. und hatten nichts mehr zuzusetzen, fabrizierten da einen Fehler nach dem anderen.

HSV Hamburg - HSC 2000 Coburg 30:24 (12:13). Ohne den an der Wade verletzten Tobias Varvne ging es für den HSC in die Partie, in der Christoph Neuhold zwar auf dem Spielberichtsbogen stand, nach seinem Bandscheibenvorfall aber noch nicht zum Einsatz kam. Im Hinspiel war der wurfgewaltige Rückraum-Linke noch einer der Sieggaranten, sein Stellvertreter Patrick Weber blieb einmal mehr schwach. Ein Zeitspiel, zwei technische Fehler und schwupps liefen die Coburger einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Jan Gorr schimpfte auf der Bank schon nach vier Minuten wie ein Rohrspatz. Frei am Kreis vergab Pontus Zettermann nur wenig später die Chance zum Anschlusstreffer. Den erzielten die Gäste wenig später mit einem schnell vorgetragenen Angriff über die rechte Außenbahn.

Beide Teams spielten anfangs ihre Angriffe lange aus, riskierten eher ein Zeitspiel als zu schnell abzuschließen. Mit einem Wurf ins verlassene HSV-Tor während deren ersten Zeitstrafe nach einer Fußabwehr erzielte Florian Billek den dritten HSC-Treffer (4:3). Die Option auf eine Coburger Führung vergab zwei Mal Maximilian Jaeger frei von außen, wobei einmal durchaus ein Pfiff aufgrund eines Fouls zu seinen Gunsten hätte erfolgen können. So wie wenig später bei Felix Sproß, weil der Hamburger Abwehrspieler zur Abwehr klar durch den Kreis ging.

Aber mit drei Kontertoren schaffte der HSC trotzdem die erste eigene Führung, was Hamburgs Coach Torsten Jansen veranlasste eine Auszeit zu nehmen. Die Coburger eroberten sich diese Bälle mit einer ungewohnt offensiven Variante der 6:0-Deckung, was allerdings auch viel Kraft kostete. Die Hamburger bauten ihre Angriffe dann etwas weiter entfernt von der HSC-Deckung auf, gingen mit zwei Toren innerhalb von 20 Sekunden wieder selbst in Führung. Die Coburger vergaben einige Chancen vor dem gegnerischen Tor, zeigten dabei aber tolle Spielzüge, wie vor dem 9:10, als eine Ballstafette über mehrere Stationen zum Schluss bei Jaeger auf der Außenposition endete.

Die Hamburger ließen nicht locker und sich auch nicht abschütteln. Immer wieder brachten sie ihre Rückraumwerfer oder zum Abschluss ihre Kreisläufer in Position. Als Jan Kulhanek kurz vor der Pause einen Ball frei vom Kreis parierte, war der Weg für die Coburger zur ersten Zwei-Tore-Führung frei. Doch die Gastgeber blieben schwer zu bespielen, weil schwer auszurechnen. Das zeigte zur Pause auch ein Blick auf die Statistik. Fast alle Hamburger hatten schon getroffen, die Quoten bei den Würfen und gehaltenen Bällen war nahezu identisch. Dies versprach eine weiter enge Partie.

Auch nach der Pause sahen die Zuschauer die Hamburger im Vorteil. Die Coburger spielten im Angriff zu riskante Pässe und damit dem Gegner den Ball für Konter in die Hände. Die Hanseaten ließen sich nicht lange bitten und verwandelten eiskalt, auch wenn sie danach frei vom Kreis an Jan Kulhanek scheiterten. Coburg machte es auf der anderen Seite auch nicht besser, dort blieb der isländische Nationaltorwart Edvardsson Sieger gegen Jaeger. Hamburg zeigte zudem viel Spielwitz, setzte immer wieder auch den Mann am Kreis in Szene, einmal sogar mit einem sehenswerten Rückhandanspiel, und traf oft punktgenau. Coburg konnte froh sein, dass auch die Gastgeber klare Chancen liegen ließen. Beim Stand von 21:20 wackelte nur die Latte, der direkte Gegenzug brachte den Ausgleich - da hatte Coburg noch Glück.

Doch das verließ die Vestestädter, die mit einem ausgeglicheneren HSVH in der Schlussphase nicht mehr Paroli bieten konnten. Denn bei ihm überzeugten alle Rückraumakteure, während beim HSC zu viel Last auf Pontus Zettermann und Anton Prakapenia sowie dem zu 100 Prozent erfolgreichen Kapitän Sebastian Weber lag. Für den Rückraum spricht die Statistik Bände. Während dem HSC nur sieben Treffer von dort gelangen, war Hamburg 15 Mal erfolgreich. Zudem fehlten im zweiten Durchgang die einfachen Tore durch Konter, weil in der Abwehr der Zugriff nicht mehr richtig gelang. Denn nach dem 23:23 hatte Coburg selbst zwei Optionen gehabt, um vorzulegen, ließ diese aber liegen.

HSC-Trainer Jan Gorr spürte wohl, dass dies ein bitteres Ende nehmen könnte, griff zu zwei Auszeiten innerhalb von zweieinhalb Minuten, doch es half nichts. Erst ein Fehlpass von Zettermann, dann ein technischer Fehler von Felix Sproß und gleich hinterher noch ein Fehlpass von Prakapenia. Hamburg nahm diese Geschenke gegen nun platt wirkende Coburger dankend an. Die Jansen-Truppe ließ in den letzten zehn Minuten nur noch einen Treffer zu und beendete mit einem 7:1-Lauf diese so lange ausgeglichene Partie vollkommen verdient als Sieger.

Da die DJK Rimpar Wölfe dem HSC keine fränkische Schützenhilfe leisteten, sondern der HSG Nordhorn-Lingen klar mit 17:25 unterlagen, ist Coburg erstmals seit dem zweiten Spieltag aus den Aufstiegsrängen herausgefallen und nun Jäger statt Gejagter. Für die mehr als 150 HSC-Fans, die diese Partie für einen Städtetrip in die Hansestadt genutzt hatten, war das eine ganz bittere Pille. Kuriose Randnotiz: In dieser Partie gab es keinen einzigen Strafwurf.

Stimme zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "53 Minuten lang gestalten wir die Partie ausgeglichen. Dann bleiben wir drei Mal in Folge ohne eigenes Tor, was der Gegner, vom eigenen Publikum getragen, dazu nutzt, vorentscheidend in Front zu gehen. Uns ist es in der entscheidenden Phase der Partie nicht gelungen, unsere Angriffshandlungen auf den Punkt zu spielen um entsprechende Qualität in unsere Abschlüsse zu bringen. Wenn man das nicht schafft, ist es schwierig so ein enges Spiel auswärts für sich zu entscheiden."

Statistik

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (30 Gegentore, 10 Paraden), Konstantin Poltrum; Markus Hagelin (1), Maximilian Jaeger (3), Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß (2), Sebastian Weber (4), Anton Prakapenia (5), Florian Billek (3), Marcel Timm, Jakob Knauer, Pontus Zetterman (6), Christoph Neuhold, Patrick Weber; Trainer: Jan Gorr.

HSV Hamburg: Aron Rafn Edvardsson (24 Gegentore, 12 Paraden), Marcel Kokoszka; Blazenko Lackovic, Leif Tissier, Niklas Weller (1), Lukas Ossenkopp (3), Dominik Axmann (3), Philipp Bauer (4), Jan Forstbauer (3), Christopher Rix (3), Finn Wullenweber (5), Thies Bergemann (4), Jan Kleineidam, Dominik Vogt (3), Kevin Herbst (1); Trainer: Torsten Jansen.

Spielfilm: 2:0 (3.), 3:1 (5.), 4:2 (10.), 5:3 (13.), 5:5 (17.), 5:6 (18.), 7:6 (20.), 9:8 (24.), 9:9 (25.), 9:10 (27.), 11:12 (29.), 12:13 - 14:13 (32.), 15:15 (34.), 16:16 (38.), 17:17 (40.), 18:19 (42.), 20:19 (44.), 20:20 (45.), 23:23 (50.), 25:23 (54.), 25:24 (56.), 30:24.

Zuschauer: 3081. - Strafminuten: 4 (Bergemann, Bauer) - 2 (Prakapenia). - SR: Lars Geipel / Marcus Helbig. - Beste Spieler: Wullenweber, Forstbauer - Zettermann, Prakapenia.

04.05.2019 - Handball Sportverein Hamburg - HSC 2000 Coburg 30:24 - Foto: Iris Bilek

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Autor

Ralph Bilek
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Veröffentlicht am:
04. 05. 2019
20:37 Uhr

Aktualisiert am:
05. 05. 2019
17:03 Uhr

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Autor

Ralph Bilek

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Veröffentlicht am:
04. 05. 2019
20:37 Uhr

Aktualisiert am:
05. 05. 2019
17:03 Uhr



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