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HSC Coburg

HSC siegt zum Saisonabschluss

Der HSC beendet die Saison nach einem 25:19 über Dessau auf Platz drei der Zweiten Handballbundesliga.



Die Abschiedsparty vor der HUK-Arena.   Foto: Henning Rosenbusch » zu den Bildern

Coburg - Es war ein Freitagnachmittag vor ziemlich genau elf Monaten. Die Verantwortlichen des HSC 2000 Coburg luden zum traditionellen Media Day in die HUK-Arena. Vor der neuen, mit 38 Spieltagen sehr langen Saison der 2. Handball-Bundesliga gab die Klubführung eine Standortbestimmung ab. Trainer Jan Gorr hatte mit der Integration von gleich sieben Neuzugängen eine Mammutaufgabe zu meistern. Zugleich galt es, bestehende Abläufe im eigenen Spiel zu optimieren. "Stagnation ist Rückschritt", sagte der gebürtige Hesse damals.

09.06.2019 - HSC 2000 Coburg - Dessau-Roßlauer HV - Foto: Henning Rosenbusch

Nun, elf Monate später, ging die Saison am Samstagabend mit dem Heimspiel gegen Dessau-Roßlau zu Ende. Der HSC siegte vor 1850 Anhängern auf der Lauterer Höhe am Ende deutlich mit 25:19. Bereits vor der Partie war klar: Coburg konnte den Aufstieg nicht mehr schaffen, der Sieg sicherte den Vestestädtern aber Rang drei. Für die Gäste aus Sachsen-Anhalt ging es um nichts mehr, sie standen bereits seit Wochen als Absteiger fest. Dennoch verlangte das Team von Uwe Jungandreas dem HSC alles ab. "Es war ein sehr hartes Stück Arbeit. Hartnäckige Dessauer haben versucht, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen", erklärte Coburgs Coach Jan Gorr nach der Partie.

Unmittelbar vor dem Anwurf gab es auf der Platte eine besondere Auszeichnung. Florian Billek, Coburgs bester Torschütze der Saison (181 Treffer), bekam ein Geschenk, da ihm in der Vorwoche das 1000. Tor für den HSC gelungen war. "Wenn man das so hinkriegt, dann konnte ich, glaube ich, dem Verein ein bisschen was zurückgeben, auch im Hinblick auf den Fünfjahres-Vertrag und den Vertrauensvorschuss von damals. Das wichtigste ist aber immer, dass es mit der Mannschaft funktioniert", sagte der 30-Jährige nach dem Spiel.

Vor allem in Hälfte eins funktionierte aber im Coburger Spiel nicht viel. Die Gastgeber präsentierten sich unkonzentriert, einfache Fehler häuften sich. Mit einem Zwei-Tore-Rückstand (8:10) ging es aus HSC-Sicht in die Kabine, begleitet von vereinzelten Pfiffen in der Arena. "Wir sind in der ersten Halbzeit mit unseren Chancen viel zu fahrlässig umgegangen. Wir haben uns zwar sehr gute Chancen erarbeitet, aber viel zu viele freie liegengelassen und waren folgerichtig in Rückstand", gab Gorr unumwunden zu.

Auch in der zweiten Hälfte tat sich der HSC schwer, erst eine Viertelstunde vor Schluss zog Coburg an. Konstantin Poltrum kam für Jan Kulhanek ins Tor und war danach schier unüberwindbar. Er hielt zwei Siebenmeter in Folge, im Angriff lief es nun besser. Allzweckwaffe Girts Lilienfelds ersetzte die verletzten Pontus Zetterman (Schulter) und Jakob Knauer (Nacken- und Schulterprobleme nach einem Unfall) im rechten Rückraum hervorragend, er war einer der besten im gelben Trikot. Sein Tor zum 19:16 für den HSC brachte die Vorentscheidung. Zwischenzeitlich baute die Mannschaft von Jan Gorr ihren Vorsprung gar auf sieben Tore aus. Am Ende stand ein letztlich verdienter 25:19-Erfolg zu Buche, mit dem sich das Team in die spielfreie Zeit bis zum Trainingsauftakt am 10. Juli verabschiedete.

Nach der Ehrenrunde der Mannschaft im Anschluss an die Partie wurde es emotional. Petr Linhart, Patrick Weber, Markus Hagelin und Anton Prakapenia wurden auf dem Feld vom Verein mit Präsenten und von den Anhängern mit reichlich Applaus verabschiedet. Ebenso Philipp Barsties, der zwar seine Profi-Karriere beendet, beim HSC aber weiterhin als Athletiktrainer arbeiten wird.

Doch damit nicht genug, beim anschließenden Fan-Fest vor der HUK-Arena gab es weitere Geschenke für die Akteure, die künftig nicht mehr in Gelb-Schwarz auflaufen. Die Mannschaft hatte sich für jeden einzelnen noch eine Kleinigkeit ausgedacht, ob alkoholische Getränke oder Gutscheine als kleine Erinnerungen an die Zeit in Coburg. Auf der eigens für die Festlichkeiten aufgebauten Bühne übernahmen Führungsspieler Billek und Kapitän Sebastian Weber die Ehrungen für die scheidenden Spieler, begleitet vom Beifall der anwesenden Fans, die vor allem den langjährigen Abwehrchef Markus Hagelin (Rückkehr nach Schweden) und den weißrussischen Rückraum-Shooter Anton Prakapenia (Wechsel in die 1. Bundesliga) feierten.

Für diesen scheint klar zu sein, wo der Weg des HSC über kurz oder lang hinführen wird. Nach dem obligatorischen "Danke" an die Fans schob er über das Mikrofon hinterher: "Wir sehen uns."

 

Spielerstimmen

Kreisläufer und Kapitän Sebastian Weber: "Es war sehr schwer in das Spiel reinzukommen. Beide Mannschaften konnten letzten Endes befreit aufspielen. Wir haben ein bisschen länger gebraucht, um ins Rollen zu kommen. Gerade der Torhüterwechsel von Jan zu ‚Konsti‘ hat sich bezahlt gemacht, ‚Konsti‘ hat glaube ich bis einen Ball vor seiner Auswechslung 100 Prozent gehalten. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Torhüter Konstantin Poltrum: "Der Sieg war hart erkämpft. Das haben wir uns aber auch selbst zuzuschreiben. Wir haben sehr, sehr viele Fehler gemacht, sehr viele Fehlwürfe gehabt, es dann am Ende aber noch relativ ordentlich gelöst. Die gegnerischen Aktionen waren relativ dankbare Würfe, die Abwehr hat sehr gut gearbeitet. Wenn man zwei Siebenmeter in Folge hält, ist man im Spiel und dann läuft es natürlich."

Rechtsaußen Florian Billek: "In der ersten Halbzeit waren wir einfach selbst dran Schuld. Wir haben so viele Bälle weggeworfen, technische Fehler im Konter gemacht, sieben oder acht freie Bälle verschossen, die der Torwart gut hält. Es war heute nochmal wichtig, dass man so einen Saisonabschluss findet, gerade nach Hamm. Wir haben es gegen Lübbecke schon geil gemacht und heute nochmal alles reingehauen, um auch die Fans mit einem schönen Gefühl in die Sommerpause zu verabschieden und uns für die bedingungslose Unterstützung zu bedanken."

Rückraum-Rechts Girts Lilienfelds: "Es hat heute gut geklappt. Ich hatte jetzt einen Monat lang kein Spiel mehr gehabt, da die zweite Mannschaft die Saison früher beendet hat. Daher war ich ein bisschen unsicher und habe mir Gedanken gemacht. Dann ist es aber super gelaufen."

Statistik

HSC 2000 Coburg - Dessau-Roßlauer HV 25:19 (8:10).

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel - Max Preller, Markus Hagelin, Maximilian Jaeger, Lukas Wucherpfennig (1), Felix Sproß (1), Sebastian Weber (1), Anton Prakapenia (8), Florian Billek (4/3), Marcel Timm, Girts Lilienfelds (6), Tobias Varvne (3), Patrick Weber, Christoph Neuhold (1).

Dessau-Roßlauer HV: Dominik Plaue, Philip Ambrosius - Tomas Pavlicek (2), Libor Hanisch (1), Marek Vanco (4), Florian Pfeiffer (1), Johannes Wasielewski (3), Daniel Schmidt, Phillip Jungemann (3), Bruno Zimmermann (3), Tom Hanner (1), Justin Lee Milkow (1), Jan Zahradnicek.

Schiedsrichter: Markus Kauth (Taufkirchen)/Andre Kolb (Augsburg). - Zuschauer: 1850.

Siebenmeter: 3/3 - 0/2 (Pavlicek und Zahradnicek scheitern an Poltrum). - Strafminuten: 2 (Timm, Varvne) - 1 (Pfeiffer). - Rote Karten: -/Pfeiffer (28./grobes Foulspiel).

Spielfilm: 0:1, 3:2, 3:4, 4:5, 6:7, 8:8, 8:10 (Halbzeit), 9:11, 11:13, 13:13, 13:15, 15:15, 18:16, 20:16, 22:16, 24:16, 24:18, 25:19 (Ende). pgr

 

Autor
Pascal Grosch

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Veröffentlicht am:
08. 06. 2019
21:48 Uhr

Aktualisiert am:
10. 06. 2019
14:49 Uhr

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Autor
Pascal Grosch

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Veröffentlicht am:
08. 06. 2019
21:48 Uhr

Aktualisiert am:
10. 06. 2019
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