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HSC Coburg

HSC zurück in der Beletage

Die Coburger Handballer sind nach dem Abbruch der Saison Meister und gehören zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte dem Oberhaus an. Sie feiern das notgedrungen erst einmal virtuell.



Die Fans in Gelb-Schwarz dürfen jubeln: Nach dem Saisonabbruch stehen der Titelgewinn des HSC 2000 Coburg und der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga fest.	Foto: Henning Rosenbusch
Die Fans in Gelb-Schwarz dürfen jubeln: Nach dem Saisonabbruch stehen der Titelgewinn des HSC 2000 Coburg und der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga fest. Foto: Henning Rosenbusch  

Coburg - Geschäftsführer Michael Häfner hatte schon vorher keine Zweifel. Obwohl eine Telefonkonferenz mit der Handball-Bundesliga am Dienstag erst um 11 Uhr anberaumt war, ging der Dank des HSC-Managers für Glückwünsche zum Aufstieg bereits am Morgen im Hörfunk in B5 aktuell auf Sendung. Zwar seien die Umstände, die den ersehnten Wiederaufstieg seines Klubs in die 1. Bundesliga nun begleiten, wegen des Saisonabbruchs infolge der Corona-Pandemie außergewöhnlich, aber das trübe seine Freunde über das Erreichen des Ziels "trotz dieses Umweges" in keinster Weise. Am Mittag durfte dann im Lager der "Gelb-Schwarzen" auch offiziell gejubelt werden.

"Die Mehrheit der 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga hat sich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. Das Präsidium der HBL hat entschieden, in der 2. Bundesliga den aktuellen Tabellenstand als Maßstab für den Aufstieg zu nehmen - hier ist der HSC 2000 Coburg Meister und steigt damit in die Bundesliga auf", durfte der Klub in einer Pressemitteilung verkünden. Bereits in der Saison 2016/2017 gehörte den die Vestestädter schon einmal dem Handball-Oberhaus an. Das Präsidium der HBL fällte seine Entscheidung, nachdem das Votum der Vereine für einen Abbruch öffentlich wurde - nicht aus innerer Überzeugung, sondern weil es aus wirtschaftlichen Gründen die einzig vernünftig mögliche Option war, ließ das Gremium mitteilen. HSC-Geschäftsführer Michael Häfner hatte bereits vergangene Woche betont, dass aus seiner Sicht Geisterspiele "für den Handball eigentlich keine Option" seien, im Gegensatz zum Profi-Fußball würden die Handball-Klubs von den Einnahmen bei den Heimspielen leben.

Die Erleichterung beim HSC 2000 ist daher groß: "Wir haben unser Ziel auf einem Weg erreicht, den vor ein paar Monaten noch niemand vorhergesehen hat", erklärt Geschäftsführer Häfner in der Presseverlautbarung. Man freue sich, auch wenn man aus emotionalen Gründen gerne die Saison zu Ende gespielt und auf dem Parkett die Meisterschaft gefeiert hätte. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und das gemeinsam Erreichte", sagte Trainer Jan Gorr in einer ersten Stellungnahme. "Wir haben unglaublich viel investiert, uns ohne nachzulassen an der Tabellenspitze festgebissen und uns auf diesem Weg den Aufstieg auch verdient", ergänzt der Coach.

Das werde nicht zuletzt auch dadurch deutlich, dass es bei keinem der möglichen Rechenmodelle zur Wertung der Saison eine andere Mannschaft auf dem ersten Platz gegeben hätte.

Billek Torschützenkönig

Für Publikumsliebling Florian Billek bedeutet der Abbruch übrigens, dass der Rechtsaußen mit 177 Toren nach 24 Spielen und damit einer beeindruckenden Quote von über sieben Toren pro Spiel Torschützenkönig geworden ist.

Maßstab für den Aufstieg ist die aktuelle Tabelle nach 24 von 34 Spielen - im Gegensatz zur Bundesliga haben alle Vereine die gleiche Anzahl der Spiele absolviert. "Wir haben uns fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz erarbeitet. Diese Tatsache zeigt, dass wir zu Recht aufsteigen", erklärt Michael Häfner. Trotzdem sei es schwierig für ihn und seine Kollegen, die Gefühle in Worte zu fassen.

"Wir haben einen sensationellen Erfolg erzielt und dürfen uns das zweite Mal in der Vereinsgeschichte mit den besten Teams der Welt messen. Normalerweise würden wir das sehr emotional mit unseren Fans feiern, dies ist jetzt leider nicht möglich", erklärt Jan Gorr - und verspricht: "Das werden wir nachholen." Wie und vor allen Dingen wann genau dies möglich sein wird, steht noch in den Sternen - für Michael Häfner hat der Zeitpunkt jedoch momentan auch noch keine Priorität. "Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen diese Ausnahmesituation ohne schlimme gesundheitliche Folgen überstehen. Die Verbreitung des Virus weiterhin zu verlangsamen, steht über allem. Wenn dies gelungen ist und es eine nachhaltige Entspannung der Situation geben wird, dann werden wir feiern. Und wer uns kennt, weiß, dass wir das gebührend tun werden", sagt Michael Häfner.

Da es keine Absteiger gibt, steht nun eine knallharte neue Saison mit 20 Mannschaften in der Bundesliga an. Das bedeutet, dass aller Voraussicht nach vier Mannschaften absteigen werden. "Natürlich werden die Aufgaben sehr anspruchsvoll, aber darauf haben wir hingearbeitet. Wir freuen uns bereits jetzt auf das erste Spiel vor unseren Fans in der Bundesliga, und ich kann jetzt bereits versprechen, dass wir alles dafür geben werden, die Klasse zu halten", erklärt Jan Gorr.

Mit diesem erneuten Aufstieg in die Beletage des deutschen Handballs schreiben Weber, Kulhanek, Varvne, Timm, Schröder & Co. die Erfolgsgeschichte des "Coburger Weges" fort, mit einem Mix aus erfahrenen Routiniers und jungen Talenten das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten zu machen. Nach fünf Jahren in Oberliga und Regionalliga schaffte der HSC im Jahr 2007 den Aufstieg in die 2. Bundesliga, musste 2011 zurück in die 3. Bundesliga, um 2014 wieder aufzusteigen und nach zwei Jahren mit dem Erstligaaufstieg den bislang größten Triumph zu schaffen, auch wenn das Gastspiel nur eine Saison dauerte. Nun dürfen sich die Fans wieder auf Auftritte der Topstars in der HUK-Arena freuen.

Das Telefon von Jan Gorr stand nach der Veröffentlichung der HBL-Entscheidung nicht mehr still: "Das war schon interessant, wie schnell sich das herumgesprochen hat und wer da alles angerufen hat. Ich habe die Mannschaft nach der Telefonkonferenz gleich zu einem Video-Meeting versammelt. Und für den Abend haben wir eine virtuelle Aufstiegsfeier verabredet. Not macht ja bekanntlich erfinderisch".

Autor
Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
15:30 Uhr

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Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
15:30 Uhr



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