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HSC Coburg

Volles Haus - auch ohne Zuschauer

Der HSC Coburg bittet die Fans mit einer besonderen Aktion um Unterstützung. Er verkauft virtuelle Tickets für das ursprünglich letzte Saisonspiel gegen Essen.



Die HUK-Coburg-Arena wäre zum Saisonfinale am 23. Mai voraussichtlich ausverkauft gewesen. Im Zweitliga-Spitzenspiel hätten sich der HSC und TUSEM Essen duelliert.	Foto: Henning Rosenbusch
Die HUK-Coburg-Arena wäre zum Saisonfinale am 23. Mai voraussichtlich ausverkauft gewesen. Im Zweitliga-Spitzenspiel hätten sich der HSC und TUSEM Essen duelliert. Foto: Henning Rosenbusch  

Coburg - Der 23. Mai 2020 hätte zu einem ganz besonderen Tag für den HSC 2000 Coburg werden können. Auf dem Programm der 2. Handball-Bundesliga stand ursprünglich das Finale der Saison 2019/20. Dass es in der HUK-Arena voraussichtlich zum Duell Erster gegen Zweiter gekommen wäre, ist wohl dem Fachwissen, aber auch dem glücklichen Händchen der Terminplaner zuzuschreiben. Möglicherweise hätten der HSC und TUSEM Essen an diesem Abend vor ausverkauften Haus den Meistertitel ausgespielt und anschließend zusammen mit ihren Fans den gemeinsamen Aufstieg ins deutsche Oberhaus gefeiert.

Doch dann kam der Coronavirus. Der Spielbetrieb wurde zunächst gestoppt, die Saison am Ende bekanntlich abgebrochen - mit dem Resultat, dass sowohl Coburg als auch Essen ohne weitere Begegnungen in die "stärkste Handball-Liga der Welt" aufgestiegen sind. Mit einer außergewöhnlichen Aktion will der HSC 2000 Coburg diesen 23. Mai nun doch noch zum Höhepunkt werden lassen. "Wir möchten die Halle virtuell füllen und somit den Schlusspunkt unter eine aufreibende Saison setzen", sagt HSC-Marketingleiter Phillipp Rebhan.

Die Anhänger haben die Möglichkeit, im HSC-Onlineshop virtuelle Eintrittskarten zu kaufen. Jedes Ticket kostet zwei Euro, es können beliebig viele erworben werden. Die virtuelle Karte ist personalisiert und trägt den Namen des Käufers. Sie wird per Mail zugesendet und soll zu einem einmaligen Andenken an eine besondere Saison werden. Die Aktion läuft seit dem vergangenen Wochenende und endet am 23. Mai um 19.30 Uhr.

"Wir sind recht zufrieden. Es ist gut angelaufen", sagt Rebhan, der natürlich hofft, dass viele Fans virtuelle Tickets erwerben und damit den HSC 2000 unterstützen. "Die Idee dazu hatte unser Office um Annika Brüning-Wolter. Sie war federführend und hat mit unserem Partner Eventim die Möglichkeiten ausgelotet." Der HSC will in dieser Woche nochmals die Werbetrommel rühren. Unter anderem sollen Videobotschaften der Spieler in den Social-Media-Kanälen die Anhänger zum Kartenkauf animieren.

Ziel sei es, die HUK-Arena virtuell voll zu bekommen. "Das wird schwer werden, aber wir hoffen, dass die Fans mehr als ein Ticket ordern und vielleicht ihre Familie einladen." Besonders freut Phillipp Rebhan, dass auch Handballer aus der ersten Mannschaft Eintrittskarten für diesem Tag erworben haben, auch wenn sie sicherlich lieber gespielt hätten. "Vielleicht rufe in dieser Woche in Essen an, warum der Gästeblock am kommenden Samstag noch frei ist", sagt er lachend.

Neben der Ticketaktion für den 23. Mai hat der HSC 2000 weitere kreative Maßnahmen ergriffen, die den Verein über die schwierige Zeit bringen sollen. "Wir haben Unterstützer-Pakete aufgelegt. Das klappt super, die Resonanz macht uns glücklich. Wichtig war uns, dass es eine Gegenleistung für die Unterstützung des HSC in der Krise gibt. Unsere Stärke ist unsere Gemeinschaft", betont Rebhan.

Fans können aus fünf Paketen zwischen zehn und 100 Euro wählen. Für zehn Euro gibt es zum Beispiel ein persönliches Unterstützerticket in Urkundenform und ein Freigetränk bei einem Heimspiel. Das 100-Euro-Paket beinhaltet zudem ein sogenanntes Rettershirt und ein original Warm-Up-Shirt der Mannschaft. "Das Besondere bei diesem Paket ist, dass die Namen der Unterstützer auf den Aufwärmtrikots des Spieler verewigt werden. Alle Namen bilden zusammen das HSC-Logo."

Wie alle Profivereine in Deutschland befindet sich der HSC Coburg aktuell in einer nicht einfachen Situation. Die Einnahmen fehlen, Sponsoren kämpfen mitunter selbst mit wirtschaftlichen Problemen. Im Unterschied zum Fußball sind zudem keine großen TV-Gelder zu erwarten.

"Wir sind mittendrin in der Akquise für die neue Saison", sagt Rebhan. "Die aktuelle Lage bei den Firmen sorgt dafür, dass viele das Thema erst einmal nach hinten schieben. Viel wird davon abhängen, wie sie aus der Krise kommen. Die Neu-Akquise ist deshalb nicht nur bei uns, sondern in allen Sportarten schwierig. Es herrscht große Ungewissheit, weil keiner genau weiß, wie und wann es wieder los geht." Ein großes Lob erteilt der HSC-Marketingleiter den Bestandssponsoren. "Sie unterstützen uns weiterhin voll. Da gibt es aus unserer Sicht nichts, was als bitter zu erachten wäre. Dennoch planen wir die neue Serie konservativ und mit Bedacht."

Dass die Dauerkartenbesitzer bislang nur vereinzelt von ihrem Rückgaberecht für die ausgefallenen fünf Heimspiele Gebrauch gemacht hätten, sei ebenfalls ein Zeichen der Solidarität mit dem HSC. Diese könnten wählen zwischen einem vollständigen oder teilweisen Verzicht, einem Gutschein oder einer Rückerstattung. "Es gibt nur wenige, die den Ticketpreis voll zurück wollen. Ein paar wünschen eine anteilige Erstattung. Das hätte uns insgesamt gesehen schlimmer treffen können." Verständnis hat Phillipp Rebhan für Gästefans, die den HSC nicht unbedingt unterstützen wollen und ihre Einzeltickets zurückgegeben hätten.

Für alle, die Lust auf Handball haben, gibt es am kommenden Samstag ein Schmankerl. Zusammen mit seinem Partner Sportdeutschland-TV wird der HSC 2000 Coburg ab 19.30 Uhr auf seinen Social-Media-Kanälen nochmals das Hinspiel zwischen TUSEM Essen und dem HSC übertragen.

Weitere Infos zum Ticket-Sonderverkauf gibt es im Internet unter www.eventimsports.de oder unter www.hsc2000.de.

Autor

Michael Hager
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
22. 05. 2020
17:29 Uhr

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Michael Hager

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2020
17:29 Uhr



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