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Ahorner siegt in Paris: "Wir haben immer an uns geglaubt"

Kevin Krawietz bekommt beim Rückblick auf den Siegpunkt bei den French Open eine Gänsehaut. Der 27-Jährige aus Witzmannsberg und sein Kölner Partner Andreas Mies verstehen sich auf und neben dem Court blendend.



Süße Belohnung: Die Begleiter von Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies hatten für die beiden Torten organisiert.	Foto: privat
Süße Belohnung: Die Begleiter von Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies hatten für die beiden Torten organisiert. Foto: privat  

Herr Krawietz, sind Sie am Nachmittag nach dem größten Triumph Ihrer bisherigen Karriere schon wieder nüchtern?

Es geht mir soweit gut. (Lacht) Ich kann telefonieren und den Fragen folgen.

 

Was ging am Samstagabend nach dem Sieg im Doppel bei den French Open noch ab in Paris? Wie wurde gefeiert?

Unsere Crew hatte zwei Kuchen und zwei Flaschen Champagner dabei. Die waren schnell weg und dann ging die Post noch ab, bis sie die Anlage im Stade Roland Garros zugeschlossen haben. Wir haben dann noch ein Restaurant besucht und in der Bar weitergefeiert.

 

Wer sind "Wir"?

Meine Freundin Judit, meine Familie und einige Freunde, die aus der Heimat zum Endspiel nachgereist waren. Dazu noch der Anhang von meinem Doppelpartner Andreas Mies. Insgesamt zwischen 40 und 50 Leute waren in etwa mit mir unterwegs.

 

Wie haben Sie Ihren Grand-Slam-Erfolg erlebt?

Es ist unbeschreiblich. Allein schon an den Moment des Sieges zu denken, verursacht immer wieder Gänsehaut. Vor einer solchen Kulisse zu spielen, ist etwas unvergessliches. Als wir aus dem Kabinengang hinausgegangen sind, war es so laut wie ich es vorher noch nie gehört und gefühlt hatte. Und die Stimmung, mit den Anfeuerungsrufen und sogar Liedern, die die Fans gesungen haben, das war einfach wahnsinnig geil.

 

Hatten Sie keine Zweifel, dass diese Aufgabe in Paris vielleicht noch eine Nummer zu groß sein könnte?

Wir haben von Anfang an immer an uns geglaubt und daran, dass wir eine echte Chance haben. Auch vor dem Endspiel haben Andy und ich noch einmal versucht, das Match als ein ganz normales wie jedes andere zu sehen. Für die beiden Franzosen war es ebenfalls das erste Grand-Slam-Finale, wir hatten also die gleiche Ausgangslage. Und wir konnten darauf hoffen, dass sie vor heimischer Kulisse noch etwas angespannter waren. Wir wollten unbedingt versuchen, so locker wie möglich zu bleiben.

 

Auf den Fernseh-Bildern konnte man Sie beide zwischendurch bei den Absprachen ab und zu lachen sehen. Das kam ziemlich entspannt und locker rüber.

Dann war das wohl gut geschauspielert. Aber grundsätzlich ist es gut, auch bei solch bedeutenden Spielen zu denken: Lass‘ uns auch mal Spaß haben. Es ist das Gute am Doppel, sich gegenseitig aufmuntern und motivieren zu können.

 

Gab es im Endspiel einen Moment, ab dem sie sicher waren, dass es klappt?

Zwischendurch hab' ich mich tatsächlich einmal erwischt, dass ich vorausgedacht habe, Beim 3:3 im Tiebreak des zweiten Satzes, der 4:3-Führung und dann dem Mini-Break zum 5:3 habe ich für mich gedacht, jetzt könnte es das gewesen sein. Aber zum Glück habe ich mich gleich wieder voll auf das Match fokussiert. Alles andere wäre gefährlich gewesen. Wir haben uns gedacht: Wie geil ist es hier zu spielen, und das Erlebnis trotz der Anspannung richtig genossen.

 

Als Sie und Ihr Partner sich nach dem Siegpunkt synchron rückwärts auf den Boden haben fallen lassen, hat der Eurosport-Kommentator gefeixt, das sei die erste echte Schwächephase des deutschen Teams im Endspiel gewesen. War das geplant?

Das sind wir schon mehrfach gefragt worden. Das war absolut spontan und war vorher nicht abgesprochen. Da steckt in keinster Weise so etwas wie eine Choreografie oder ähnliches dahinter.

 

Sicherlich ist ein Glückwunsch-Regen auf Sie niedergegangen. Hat sich auch Prominenz gemeldet, beispielsweise Ihr Sponsor Michael Stoschek?

Ich habe gleich nach dem Spiel mit Michael Stoschek telefoniert. Es war Glück, dass er mich in einem ruhigen Moment in der Kabine auf dem Weg zum Duschen erwischt hat. Er hatte mir schon Bilder geschickt, wie er zu Hause das Spiel am Fernsehen geschaut hat. Er hat mir gesagt, wie glücklich und stolz er ist und ich habe ihm gedankt, dass er immer zu mir gehalten und mich unterstützt hat, auch als es zwischenzeitlich mal nicht so gut lief. Ich werde versuchen, in dieser Woche auch einen Tag nach Coburg zu kommen, und dann sicher bei ihm einmal vorbeischauen. Erst einmal muss ich aber all die guten Wünsche beantworten. Allein 195 Nachrichten über WhatsApp hatte ich schon am Samstagabend auf dem Handy.

 

Gab es Resonanz von Spieler-Kollegen?

Domi ( Dominic ) Thiem hat mir gleich geschrieben und mir gratuliert. Mit ihm bin ich befreundet und habe mich in Paris mehrfach mit ihm unterhalten können. Das war eine heitere Stimmung und hat auch zu meinem Erfolg mit beigetragen. Ich habe mich gefreut, dass er Novak Djokovic bezwungen und es ins Endspiel des Herren-Einzels geschafft hat.

 

Sind schon Aktionen in der Heimat anlässlich Ihrer Rückkehr als French-Open-Sieger geplant?

Ich habe noch nichts gehört.

 

Was sind die nächsten Auftritte, bei denen Ihre alten und wohl auch zahlreichen neuen Fans Sie sehen können?

In dieser Woche steht erst einmal nichts mehr an. Das nächste ist das ATP-Turnier der 500er-Serie bei den Gerry-Weber-Open in Halle, dann eines in Antalya und dann kommt schon Wimbledon.

 

Sie spielen weiter mit Andreas Mies als Partner?

(Lacht) Es ist in letzter Zeit mit ihm nicht so schlecht gelaufen. Wir harmonieren auf und neben dem Court sehr gut und ich hoffe, dass wir noch einige Erfolge nachlegen können.

 

Sie sind am Sonntagnachmittag mit dem Zug in Richtung Ihrer Wahlheimat München aus Paris abgereist. Waren da die 250.000 Euro Preisgeld schon auf Ihrem Konto?

(Lacht) Ich habe noch nicht reingeschaut.

 

Das Gespräch führte Michael Döhler

Lesen Sie dazu auch: Die Fan-Gemeinde steht kopf

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Veröffentlicht am:
10. 06. 2019
19:42 Uhr

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10. 06. 2019
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