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Böses Erwachen für Brose Bamberg

Die Domstädter verlieren in der Champions League mit 88:89 gegen Montakit Fuenlabrada. 1:41 Minuten vor Schluss führen die Bagatskis-Schützlinge noch mit acht Punkten.



Der Bamberger Tyrese Rice (schwarzes Trikot) erzielte gegen Montakit Fuenlabrada 33 Punkte. In dieser Szene setzt er sich gegen Gästespieler Tomas Bellas durch.	Foto: Daniel Löb
Der Bamberger Tyrese Rice (schwarzes Trikot) erzielte gegen Montakit Fuenlabrada 33 Punkte. In dieser Szene setzt er sich gegen Gästespieler Tomas Bellas durch. Foto: Daniel Löb  

Bamberg - Brose Bamberg ist am Mittwochabend mit einer 88:89-(44:44)-Heimniederlage gegen den spanischen Klub Montakit Fuenlabrada unglücklich in die Basketball Champions League gestartet. Als Stevan Jelovac 1:41 Minuten vor dem Spielende einen Dreier zum 80:72 im Korb versenkte, schien die Vorentscheidung zugunsten der Schützlinge von Headcoach Ainars Bagatskis gefallen zu sein. Die Brose-Arena stand Kopf.

Entscheidende Aktion

In der Crunchtime entwickelte sich die über weite Strecken gutklassige und überaus spannende Auseinandersetzung zu einem Wechselbad der Gefühle. Brose wurde immer nervöser und verlor seine Linie komplett. Die routinierteren Gäste verkürzten ihren Acht-Punkte-Rückstand sukzessive. Als ihr bester Akteur Francisco Cruz beim Stande von 88:86 für "Freak City" einen Freiwurf vergab, schienen sie dennoch mit ihrem Latein am Ende zu sein. Sie blieben aber dennoch 2,2 Sekunden vor der Schlusssirene im Ballbesitz, weil ein Bamberger Spieler den anschließenden Rebound ins Aus befördert hatte. Der fällige Einwurf landete bei Cruz, dessen verwandelter Verzweiflungs-Wurf von weit jenseits der Drei-Punkte-Linie zum 88:89-Endstand die 5764 Zuschauer in eine regelrechte Schockstarre versetzte. Totenstille herrschte in der Franken-Hölle.

"Wir hatten die Partie, obwohl wir zwischenzeitlich mit zehn Punkten zurücklagen, eigentlich unter Kontrolle, haben aber dann zweimal zu überhastet und unnötig schnell abgeschlossen, nicht getroffen und im Gegenzug Punkte kassiert. Am Ende hatte der Gegner natürlich Glück mit dem entscheidenden Wurf, aber das gehört zum Basketball. Wir machten in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler, haben zu viele Rebounds zugelassen und zu oft den Ball verloren. Das war ausschlaggebend", lautete das Fazit des Heimcoaches.

Der neunfache deutsche Meister verzeichnete mit Nikos Zisis, Maurice Stuckey, Stevan Jelovac, Louis Olinde und Augustine Rubit in der Starting-Five den besseren Auftakt und führte rasch mit 6:3. Dann ging die Präzision im Abschluss verloren. Montakit übernahm das Kommando. Elias Harris gestaltete den Rückstand zum Ende des ersten Viertels nach erträglich (19:23). In den zweiten zehn Minuten brachte Brose eine bessere Körpersprache aufs Parkett, wirkte zielstrebiger und aggressiver. Harris, Patrick Heckmann und Rubit setzten sich gut in Szene, ehe es mit 44:44 in die Halbzeit ging.

7:0-Lauf der Gäste

Die Iberer kamen mit mehr Power aus der Kabine und setzten sich dank eines 7:0-Laufes in der 26. Minute erneut auf 50:58 ab. Bamberg fand - angetrieben von seinen mit stoischer Ruhe agierenden Guards - Rice und Zisis wieder seinen Rhythmus und lag nach dem dritten Viertel wieder in Schlagdistanz (59:63).

Die ersten acht Minuten des Schlussaktes gehörten den Franken, die vorübergehend den Rebound dominierten und auch aus der Distanz sicherer punkteten. Im Finish engten sie aber die Kreise der spanischen Big-Men Christian Eyenga und Talib Zanna zu wenig ein, als Matchwinner entpuppte sich der mexikanische Scharfschütze Cruz.

Wolfgang Reichmann, der in den 1970er-Jahren Leistungsträger des Brose-Vorgängervereins FC Bamberg und Nationalspieler war, brachte als Live-Reporter des Bayerischen Rundfunks das dramatische Duell auf einen Nenner. "Der Ausgang ist bitter. Die Hausherren waren wie paralysiert. In der entscheidenden Phase haben sie nicht clever reagiert. Sie hätten den Ball besser bewegen und länger ausspielen sowie den direkten Körperkontakt vermeiden müssen", sagte er.

Neben Rice, der es auf 33 Zähler und acht Assists brachte, gefielen Rubit, Zisis, Harris und Heckmann, der nach mehrmonatiger Abstinenz wegen einer schweren Schulterverletzung seinen ersten Härtetest bestand. Unter ihren Möglichkeiten blieben neben Jelovac die Guards Daniel Schmidt, Maurice Stuckey und Forward Arnoldas Kulboka.

Statistik

Brose Bamberg: Tyrese Rice (33 Punkte/4 Dreier), Augustine Rubit (16/1), Nikos Zisis (10), Elias Harris (8), Stevan Jelovac (7/1), Patrick Heckmann (5/1), Cliff Alexander (5), Louis Olinde (2), Maurice Stuckey (2), Daniel Schmidt, Arnoldas Kulboka.

Montakit Fuenlabrada: Francisco Cruz (22/3), Talib Zanna (19), Christian Eyenga (12/1), Marko Popovic (8/1), Jan O'Leary (7/1), Tomas Bellas (7/1), Alex Llorca (7/1), Chema Gonzales (4), Dan Clark (2), Luka Rupnik (1).

Schiedsrichter: Georgios Poursanidos (Griechenland), Janusz Calik (Polen), Apostolos Kalpakas (Schweden). - Zuschauer: 5764.

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Hans Haberzettl
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Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
20:08 Uhr

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11. 10. 2018
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