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"Das Endspiel ist drin"

Die WM der Frauen stößt auf großes Interesse bei den Fernsehzuschauern. Heimische Fans fiebern mit dem deutschen Team mit und drücken die Daumen, dass die Fußballerinnen den Titel holen.



Die Anhänger der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft, hier am Montag in Montpellier beim letzten Gruppenspiel gegen Südafrika, geben alles, um ihr Team auf dem Weg zum WM-Titel anzufeuern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Die Anhänger der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft, hier am Montag in Montpellier beim letzten Gruppenspiel gegen Südafrika, geben alles, um ihr Team auf dem Weg zum WM-Titel anzufeuern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa   » zu den Bildern

Montpellier/Coburg - Mit dem erwartet klaren 4:0-Erfolg gegen Südafrika im französischen Montpellier und damit dem dritten Sieg im dritten Spiel beendeten die deutschen Fußball-Frauen die WM-Vorrunde als Erste der Gruppe B. Nach zweimal 1:0 gegen China und Spanien gelangen diesmal vier Treffer und das Team blieb erneut ohne Gegentor. "Man hat gesehen, dass wir Fußball spielen können", freute sich Spielführerin Alexandra Popp. "Wir haben immer noch Phasen im Spiel, wo wir es zu kompliziert oder auch zu schnell lösen wollen", verwies hingegen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf durchaus noch vorhandene Defizite. Und so sehen das auch heimische Fans des Frauen-Fußballs. Das Interesse an der WM ist indes groß, die Live-Übertragung der Partie am Montag bei der ARD verfolgten 5,98 Millionen Zuschauer, der Marktanteil betrug bei diesem 18-Uhr-Spiel 32,4 Prozent.

Vor dem Fernsehgerät mitgefiebert hat auch Arno Herrmann . Der 75 Jahre alte Lautertaler war viele Jahre lang, bis Ende der vergangenen Saison, Spielleiter der Fußballerinnen der Sportvereinigung Eicha. "Ich habe jedes Spiel gesehen und freue mich, dass der Frauen-Fußball durch die WM wieder einmal etwas stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Immer noch bringt der Herren-Fußball den Vereinen das Geld und hat daher einen weit größeren Stellenwert. Aber ein WM-Titel der Frauen würde auch diesmal wieder einen neuen Impuls geben, wie wir es schon einmal erlebt haben." Ob das Däbritz, Leupolz und Kolleginnen tatsächlich hinbekommen, daran hat der verdiente Funktionär noch Zweifel. "Es ist gut, dass die Bundestrainerin die Jugend heranführt, und die Talente, die sie einbaut, sind engagiert und zeigen, was sie können. Es waren gute Ansätze vorhanden, aber die Mannschaft leistet sich noch zu viele Fehlpässe und die Durchschlagskraft ist bislang noch zu wenig für einen künftigen Weltmeister." Arno Herrmann schätzt, dass es auch deshalb schwieriger werde, sich bis zum Ende durchzukämpfen, weil im Welt-Frauen-Fußball die Härte zugenommen habe, speziell bei den afrikanischen und asiatischen Konkurrenten. Leichte Gegner gebe es im Grunde nicht mehr. "Man darf keinen unterschätzen, es war schon in der Gruppenphase zu sehen, wie schwer man sich tun kann." Und dennoch: "Einige der größten Brocken haben wir in der Vorrunde schon aus dem Weg geräumt, andere Mitfavoriten wie USA, Frankreich und England sind noch mit im Rennen. Ich denke das Endspiel ist für Deutschland drin", freut sich ein optimistischer Freund des Frauen-Fußballs in Lautertal auf weitere spannende Begegnungen.

Melanie Koch nennt Amerika als ihren Titel-Favoriten Nummer eins. Die Torjägerin der SpVgg Dietersdorf sieht die Auswahl der USA als das kompakteste Team im Turnier. Dennoch hofft die 39-Jährige auf eine Überraschung durch die deutsche Mannschaft. "Gegen Spanien und Südafrika waren klare Steigerungen zu sehen. Wenn wir jetzt im Achtelfinale auf einen nicht zu starken Drittplatzierten treffen, kann die Entwicklung so weitergehen. Aber wenn man den Titel will, muss man sowieso jeden schlagen", sagt Melanie Koch. Besonders positiv überrascht ist sie von den guten Leistungen der Youngsters Klara Bühl vom SC Freiburg und Lina Magull vom FC Bayern München. "Die jungen Talente bilden mit den erfahrenen Kräften eine gute Mischung", lobt die Dietersdorfer Spielertrainerin die DFB-Auswahl. Deren WM-Spiele hat sie alle via Internet-Live-Stream oder frei empfangbar mitverfolgt. Sie würde sich wünschen, dass auch von den Begegnungen der Frauen-Bundesliga mehr im Fernsehen oder Internet übertragen würde. Eventuell könnte ein WM-Titel die Entwicklung dahin etwas befördern. "Mit ein bisschen Losglück ist alles drin. Und am Ende würde ein 1:0 gegen die USA reichen", lacht Melanie Koch.

Auch Jessica Wich traut ihren Kolleginnen aus der Frauen-Bundesliga den WM-Sieg zu. Zumindest zählt die 28-jährige U20-Weltmeisterin von 2010, die aus Kronach stammt und für Bayer 04 Leverkusen spielt, die DFB-Auswahl zum erweiterten Favoritenkreis neben den USA, Schweden und Frankreich. Obwohl sie aktuell im Beruf als Immobilien-Kauffrau und in der Reha nach Kreuzband- und Meniskus-Operation stark eingespannt ist, versucht sie die Begegnungen der Nationalmannschaft so oft es geht mitzuverfolgen. "Die ersten beiden Spiele gegen China und Spanien habe ich gesehen, das dritte gegen Südafrika leider nicht. Anfangs war der einen oder anderen Spielerin die Nervosität noch deutlich anzumerken. Da fehlt es vielleicht noch etwas an Erfahrung. Erfahrung in der Bundesliga und auf internationaler Bühne sind eben nicht das Gleiche. Andererseits bin ich nicht nahe genug dran, um das konkret zu beurteilen."

Einige der Nationalspielerinnen kennt sie persönlich. Mit Carolin Simon (Olympique Lyon) und Turid Knaak (SGS Essen) hat sie in Leverkusen zusammen gespielt, mit Spielführerin Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) in der Juniorinnen-Nationalmannschaft und mit Svenja Huth (Turbine Potsdam) in ihrer Zeit beim 1. FFC Frankfurt. Jessica Wich drückt ihnen und ihren Mitstreiterinnen die Daumen, dass es nun am Samstag in Grenoble als Gruppensieger gegen einen der Drittplatzierten mit dem Achtelfinal-Sieg und dem Einzug ins Viertelfinale klappt.

"Das Halbfinale dürften sie auf jeden Fall erreichen. Wenn es am Ende tatsächlich der WM-Titel wird, wäre das natürlich umso schöner", freut sich die Leverkusenerin, die für kommende Saison noch Vertrag beim Werks-Klub hat, auf weitere Spannung vor dem Bildschirm. Zumal nach deutschen Erfolgen bei großen Turnieren, wie sie sagt, stets "ein kleiner Boom des deutschen Frauen-Fußballs" festzustellen gewesen sei.

Da in jüngerer Vergangenheit die Zuschauerzahlen in der Bundesliga "eher stagnierend bis leicht absteigend" waren, würde sie sich einen neuen Impuls wünschen. Speziell mit Blick auf die neue Bundesliga-Saison, in der Bayer 04 nach einer Zittersaison und dem auf den letzten Drücker geschafften Klassenerhalt wieder ruhigeres Fahrwasser anpeilt. Jessica Wich hofft auf eine erfolgreiche Reha, um ab September wieder auf dem Platz mit eingreifen zu können - möglichst im Land des Weltmeisters. Fotos: privat

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Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
20. 06. 2019
00:00 Uhr

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Autor
Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
20. 06. 2019
00:00 Uhr



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