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Regionalsport

Die Fan-Gemeinde steht Kopf

Kevin Krawietz beweist es seinen Anhängern, aber auch den Kritikern. Nach dem Erfolg in Paris ist er für alle ein Held.



Unterstützung, die Früchte trägt: Der Coburger Unternehmer und Sponsor Michael Stoschek begutachtet Kevin Krawietz im Vorfeld der Jugend-Olympiade 2010 beim Bankdrücken.	Foto: Michael Döhler
Unterstützung, die Früchte trägt: Der Coburger Unternehmer und Sponsor Michael Stoschek begutachtet Kevin Krawietz im Vorfeld der Jugend-Olympiade 2010 beim Bankdrücken. Foto: Michael Döhler  

Paris/Witzmannsberg - Es hatte zwischenzeitlich die eine oder andere kritische Stimme gegeben, wonach Kevin Krawietz es mit 27 Jahren wohl nicht mehr auf vorderste Plätze der Weltrangliste schaffen werde. Seit Samstagabend scheint es jedoch nur noch Fans des Tennis-Profis aus dem Ahorner Gemeindeteil Witzmannsberg zu geben. Mit seinem Sieg in Paris ist der Schützling von Trainer Klaus Langenbach in der Doppel-Weltrangliste um 28 Ränge auf Position 21 hochgeklettert. Das bedeutet, dass er künftig bei nahezu allen hochklassigen Turnieren im Doppel ohne Qualifikation sofort im Hauptfeld starten darf.

Während der French-Open-Sieger inzwischen mit Freundin Judit in seine Wahlheimat nach München zurückgereist ist und die unzähligen Grußbotschaften per Smartphone abarbeitet, nimmt auch im Elternhaus in Ahorn-Witzmannsberg der Betrieb zunehmend Fahrt auf. Vater Rudolf und Mutter Ingrid befanden sich am Montag noch in der Erholungsphase, um anschließend ebenfalls Glückwünsche zu sortieren und Nachbarn überglücklich von beeindruckenden, aber auch anstrengenden Tagen in Paris zu erzählen. "Wir haben uns fast mehr verrückt gemacht als Kevin selbst", lacht Ingrid Krawietz.

Rundum begeistert war auch jemand, der an den Qualitäten des Witzmannsbergers zu keiner Zeit gezweifelt hat: Der Coburger Unternehmer Michael Stoschek, Sponsor von Kevin Krawietz, geriet am Telefon hörbar ins Schwärmen: "Wir haben nach dem Finale telefoniert. Es war fast schön süß, wie er sich für die Unterstützung bedankt hat. Wenn man bedenkt, wie schwierig erst einmal der Sprung aus dem Junioren-Bereich unter die besten 400 der Welt ist, und sich dann weit nach oben zu arbeiten, versteht man nicht, wie es zwischenzeitlich Kritik geben konnte." Der 71-jährige Mäzen war von einer Motorsportveranstaltung aus Italien nach Hause gereist und hatte sich das Halbfinale am TV-Gerät angeschaut. "Wir haben gehofft, dass er in seiner Entwicklung vorankommt, einen Sieg bei den French Open konnte allerdings kein Mensch erwarten. Und die beiden haben eine positive Ausstrahlung auf dem Platz gezeigt, wie ich sie selbst selten erlebt habe. Es war kein Satz dabei, in dem man um sie Angst haben musste."

Michael Stoschek ist sich sicher, dass Krawietz und Mies nun, mit zusätzlichem Selbstbewusstsein im Rücken, weitere gute Turniere spielen werden. Die Entscheidung, sich verstärkt auf das Doppel zu konzentrieren, hält er für richtig. "Kevin war im Doppel immer besser als im Einzel, also ist das nur konsequent. Und wenn man die teilweise sensationellen Ballwechsel gesehen hat, kann man nur sagen: Unglaublich, mit welcher Freude und Energie sie hervorragend harmoniert haben. Das war echte Werbung für Tennis und ein Genuss, mitansehen zu dürfen, wie zwei junge Leute mit einer Riesenfreude erfolgreich ihren Weg gehen."

Der in Ahorn wohnende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des Automobilzulieferers Brose kann sich noch daran erinnern, wie der erste Kontakt zustande kam. "Das war ganz lustig. Ich selbst habe kaum Tennis gespielt, aber meine Frau war eine begeisterte Aktive bei der Coburger Turnerschaft. Daher habe ich gewusst, dass ein junges Riesentalent in der eigenen Gemeinde wohnt. Irgendwann ist Kevins Vater auf mich zugekommen...". Was daraus geworden ist, erfüllt Stoschek "mit Stolz und Freude".

Stolz auf den nun berühmten "Sohn der Gemeinde" sind freilich auch die Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatgemeinde. Am Sonntag prangte bereits ein großes Banner am Ortseingang mit dem Glückwunsch an den "Champion de Roland Garros" und unterzeichnet mit "Deine Witzmannsberger!". Es wird einige Arbeit auf Kevin Krawietz zukommen, um weiterhin - neben der eigentlichen Profession, immerhin steht bald Wimbledon an - in seiner offenen Art die verschiedenen Termin-Wünsche zu erfüllen. Schon am Freitag will er, allerdings nichtöffentlich, den Brose-Mitarbeitern bei Werksbesuchen seine Aufwartung machen. Er ist, wie er sagt, "ganz einfach dankbar".

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Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
10. 06. 2019
19:40 Uhr

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Michael Döhler

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Veröffentlicht am:
10. 06. 2019
19:40 Uhr



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