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Regionalsport

Neuer Trainer sieht viel Positives

Andreas Schöll blickt auf eine außergewöhnliche Fußballer-Karriere zurück. Jetzt will der 42-Jährige mit dem VfL Frohnlach den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen.



Sammelte viel Erfahrung: Frohnlachs neuer Trainer Andreas Schöll.
Sammelte viel Erfahrung: Frohnlachs neuer Trainer Andreas Schöll.  

18 Stationen als Spieler und Trainer in rund 25 Jahren - das nährt den Verdacht, dass Andreas Schöll der fußballerischen Gattung des Wandervogels zuzuordnen ist. Der neue Trainer des VfL Frohnlach, seit Montag in Amt und Würden beim Regionalligisten, möchte sich aber keinesfalls mit solchen Federn schmücken: "Das hat sich einfach so ergeben, ohne dass ich es wollte."

Der 42-Jährige blickt auf eine Karriere mit einigen Höhen und vielen Tiefen. Zum Fußball kam der gebürtige Nürnberger mit sieben. Zusammen mit seinen Freunden kickte er beim SV Johannis unweit des Güterbahnhofs Nordwest, aber auch auf der Wiese oder vor Garagentoren, mal mit dem Tennisball, mal mit der Cola-Dose. "Es war die Zeit, als es nach der Schule sofort raus ging und am ganzen Tag gebolzt wurde", sagt er mit leichter Wehmut. "Heute ist vieles anders. Computer, Handys, Spiele, die Jugendlichen haben andere Interessen."

Die Liebe zum Fußballsport hat Andreas Schöll seitdem nie losgelassen. Mit dem Wechsel von seinem Heimatverein SV Johannis Nürnberg zur SpVgg Fürth begann für den damals B-Jugendlichen eine Achterbahnfahrt. Anfangs ging seine Karriere steil bergauf. Der offensive Mittelfeldspieler machte sich einen Namen, war als A-Junior schon Stammspieler in der Ersten der Kleeblätter in der Landesliga. "Der damalige Nürnberger Trainer Arie Haan wurde auf mich aufmerksam und holte mich zum Club", so Schöll. "Er war ein richtig Guter und gab mir wertvolle Tipps."

Erfinder der Viererkette

Es folgte der erste Tiefpunkt seiner Laufbahn. Nachdem er in der Bundesliga in Hamburg eingewechselt worden war, verletzte er sich unter der Woche in einem Testspiel in München schwer - Knöchelbruch, Operation, ein dreiviertel Jahr Pause. Besonders bitter: Bei seinem Comeback wurde er umgerempelt, erlitt eine Schulterfraktur. Das Kapitel FC Nürnberg war damit geschlossen. "Es war wie verhext", sagt er heute.

Aufwärts ging es mit ihm beim Dorfklub TSV Vestenbergsgreuth. Schöll erinnert sich noch gerne an die Zeit. "Da habe ich wieder Fuß gefasst in der Bayern- und Regionalliga." Besonders lobt er Helmut Hack und Franz Stegner, die beiden Väter des späteren Fusionsvereins SpVgg Greuther Fürth. "Da ist was gegangen, da gab es richtig Euphorie." Überhaupt sei Vestenbergsgreuth mit Frohnlach vergleichbar: "Kleiner Ort, familiäre Atmosphäre und doch in der höchsten Amateurklasse." Schöll hofft, dass Stegner, der auch Gönner des VfL Frohnlach ist, seinen neuen Klub auch weiter unterstützt.

Nach einem Regionalliga-Jahr in Burghausen, wo Schöll nebenbei seine Lehre zum Industriekaufmann bei der Firma Wacker beenden konnte, folgte die wohl abwechslungsreichste Saison in seiner Karriere mit kurzen, aber erfolglosen Gastspielen beim englischen Drittligisten FC Walsall, den Detroit Rockers in den USA und dem SC Weismain. "Ich kann mich noch gut an Trainer Paul Hupp erinnern. Er war ein guter Mann, konnte motivieren."

Allerdings verging für Andreas Schöll kein Jahr ohne Verletzung. Nach den Stationen Jahn Regensburg und SC Feucht machte er Schluss mit dem Leistungssport, begab sich als Spielertrainer in die niederen Gefilden des Fußballs. "Da habe ich mich noch über den Platz geschleppt", lacht der Fürther. "Aber eines habe ich schon vor zehn Jahren eingeführt, als noch keiner daran gedacht hat: Die Viererkette." Seine Trainerscheine machte er in den Jahren 1998 (C-Lizenz), 2008 (B-Lizenz) und 2011 (A-Lizenz).

Nun ist er beim VfL Frohnlach angekommen, freut sich auf das Engagement. "Ich war mit dem Spiel in Würzburg nicht zufrieden, weil ich die Mannschaft besser erwartet hatte", sagt Schöll. "Bei der ersten Trainingseinheit am Montag war ich aber positiv überrascht. Die Spieler haben Gas gegeben, Aggressivität und Lauffreude passten." Um das große Ziel Klassenerhalt zu erreichen, seien das wichtige Aspekte. Sein Steckenpferd Raumdeckung sei nicht minder von Bedeutung. "Ob Dreier- oder Viererkette, wir müssen flexibel Systeme ändern können, auch während des Spiels. Dann bist du schwer auszurechnen." Keinen Wert legt der 42-Jährige auf "eine künstliche Distanz" zwischen Trainer und Spielern. "Man muss sich auch außerhalb des Sports bei einem Bierchen austauschen können."

Kleiner Ort, familiäre Atmosphäre und doch in der höchsten Amateurklasse

Andreas Schöll


Zur Person

Name: Andreas Schöll

Geburtstag: 12. November 1969

Geburtsort: Nürnberg

Familie: Verheiratet, zwei Kinder (drei und zehn Jahre)

Beruf: Selbstständiger Kaufmann

Stationen: Johannis Nürnberg (Jugend), SpVgg Fürth (Jugend), SpVgg Fürth (1987-1990), FC Nürnberg (1990-1992), TSV Vestenbergsgreuth (1992-1/1995), Wacker Burghausen (1995/96), FC Walsall (7/1996-9/1996), Detroit Rockers (10/1996-12/1996), SC Weismain (1/1997-6/1997), SG Post/Süd Regensburg (7/1997-12/1997), Jahn Regensburg (1/1998-6/1998), SC Feucht (1998-2001), SV Pölling (7/2001-12/2001), SV Seligenporten (1/2002-6/2002), Spielertrainer SpVgg Heßdorf (2002-4/2005), Spielertrainer FC Kalchreuth (2005-2008), Trainer FSV Erlangen-Bruck A-Jugend (2008-5/2009), Trainer DJK Ammerthal (2009/10), Trainer SpVgg Ansbach (2011/12), Trainer VfL Frohnlach (ab 10/2012)

Hobbys: Familie

Lieblingsessen: Putenschnitzel mit Kartoffeln

Lieblingsgetränk: Limo, Säfte, Weinschorle

Lieblingsmusik: Querbeet

Lieblingsspruch: Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein kranker Mensch nur einen


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Von Michael Hager
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Veröffentlicht am:
17. 10. 2012
00:00 Uhr

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Von Michael Hager

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2012
00:00 Uhr



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