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Regionalsport

Neustadt peilt den Aufstieg an

Die Kegler des PSV Franken stehen vor dem Auftakt in der 2. DCU-Bundesliga. Sie starten bei Eintracht Fraureuth.



Das Team des PSV Franken Neustadt in der Saison 2019/20 (hinten von links): Jochen Geiger, Jürgen Bieberbach, Bastian Bieberbach, (vorne von links) Sascha Hammer, Michael Moosburger und Michael Lohrer.	Foto: PSV Franken
Das Team des PSV Franken Neustadt in der Saison 2019/20 (hinten von links): Jochen Geiger, Jürgen Bieberbach, Bastian Bieberbach, (vorne von links) Sascha Hammer, Michael Moosburger und Michael Lohrer. Foto: PSV Franken  

Neustadt - Eine unterschiedlich intensive und mehr oder weniger gelungene Vorbereitung neigt sich dem Ende zu. Ab Samstag (13 Uhr beim VfB Eintracht Fraureuth) geht es für die Kegler des PSV Franken Neustadt in der 2. DCU-Bundesliga wieder um Punkte. Die Spielstärke und individuelle Klasse soll für die ambitionierten Ziele des PSV Franken ausschlaggebend werden - allerdings mit einem dünnen Kader.

Der Kader

Erfahren, spielstark und talentiert: Auch in der kommenden Saison trifft dies voll auf den Kader von Franken Neustadt zu, obwohl Dietmar Gäbelein (spielt 120 Wurf im Kreis Augsburg) und Thorsten Kockmann (steht nur im Notfall parat) pausieren. Zudem konnte Sportwart Jürgen Schneider und die sportliche Leitung der Franken keinen Transfer-Coup an Land ziehen, aber dennoch bleiben die Ziele ambitioniert. Für einen Zweitliga-Kader ist man mit sechs Stammkräften extrem dünn besetzt. Nachwuchstalent Niklas Friedebach wartet weiter auf den erhofften Sprung und Tobias Bieberbach will nicht mehr den Aufwand für die Ziele der Puppenstädter aufbringen. Ein Neuzugang hätte dem PSV gut zu Gesicht gestanden, aber alle Bemühungen blieben ohne Erfolg. Genau deshalb müssen die Etablierten wieder ihre Stärken unter Beweis stellen. Mit Michael Moosburger und Sascha Hammer sollen die Spiele von vorne weg dominiert werden.

Der Schlüsselspieler

Der letzte Saison zurückgekehrte Ausnahmespieler Michael Moosburger wird weiterhin ein sehr wichtiger Faktor bei den Puppenstädtern bleiben. Der 36 Jahre alte ehemalige Auswahlspieler hat mehr als 100 Spiele in der ersten und zweiten Liga auf dem Buckel und machte mit seinen Ergebnissen oft den Unterschied. Allerdings ist er in der kommenden Saison mehr gefordert denn je, wenn die Franken ernsthaft um den Aufstieg spielen wollen. Vor allem auf den Bahnen in Thüringen muss der technisch versierte Gefühlskegler es schaffen, alle Randerscheinungen beiseite zu schieben und sich voll auf sich zu konzentrieren.

Der Gewinner

Eine hartnäckige Grippe sowie anhaltende Knieprobleme warfen Sascha Hammer in der Vorsaison weit zurück, in der Saison 2018/19 musste der 32 Jahre alte Thüringer deswegen oft zuschauen oder konnte nicht über die volle Distanz gehen. "Durch Eigenblut-Therapie und einer guten Vorbereitung habe ich ein gutes Gefühl bekommen", blickt Hammer optimistisch nach vorne. In drei der fünf Tests (Gerolsheim, Frammersbach, Burgkunstadt) überzeugte Sascha Hammer in der Startpaarung. "Vorne dran ist es wichtig gute Zahlen zu bringen, um den Gegner unter Druck zu setzen und intern für Selbstvertrauen zu sorgen", erhofft sich Jürgen Bieberbach durch die Umstellung. Stabilität in der Bewegung reinbringen und ein gutes Gespür für die Anlagen entwickeln, dies gilt es laut Hammer auf den teils tückischen Thüringer Bahnen zu zeigen und er fügte hinzu: "Aggressiv sein und die Technik nicht vernachlässigen, dass ist vor allem auf den nicht so gut ergiebigen Bahnen die große Kunst".

Der Kapitän

Der Neustadter Macher Jürgen Bieberbach führte seine Mannschaft als Startspieler und Sportdirektor in Personalunion mit eigener Akribie, viel Disziplin, guter Personalpolitik und einem hohen Maß an Menschenkenntnis, von der Regionalliga bis in die höchste deutsche Spielklasse.

Nun nimmt der 54-Jährige eine andere Rolle ein, freilich als Verantwortlicher in vorderster Front, aber auf der Bahn wird er die Mittelachse mit seinem Neffen Bastian Bieberbach bilden. Beide haben die PSV-Erfolgsgeschichte entscheidend mitgeschrieben und wollen in den kommenden zwei Jahren nochmals was bewegen.

Die Schlusspaarung bilden Jochen Geiger und Michael Lohrer. "Körperlich fühle ich mich gut. Wichtig ist, dass das Knie nicht so extrem anschwillt", erklärt Jochen Geiger. Nach starken Leistungen in den beiden vergangenen Jahren ist er auch diese Saison wieder in der Pflicht. Sein Fitnesszustand macht im Umfeld dem ein oder anderen weiterhin Kopfzerbrechen, aber mit seinem "Killerball" und dem Talent wird Jochen Geiger wieder eine gute Runde spielen können. Auf der anderen Seite steht Michael "Milo" Lohrer. Er ist eine Vorbild in Sachen Trainingsfleiß, Engagement und Menschlichkeit. Der 4-Jährige musste sich beruflich verändern und hat aber nun geregeltere Möglichkeiten, den Spielen von A bis Z beizuwohnen. "Ich bin hungrig nach Erfolg" - mit diesen Worten kam vor über zehn Jahren nach Neustadt. Genau diesen Hunger gilt es für Michael Lohrer und seinen fünf Mitstreitern vom Rundenstart bis Ende zu beweisen.

Die aktuelle Form

In den Vorbereitungsspielen war es ein Auf und Ab. Eine Topleistung von allen Sechs gab es nicht zu verzeichnen. Vier der fünf Testspiele verloren die Oberfranken damit. "Wir können mit der Vorbereitung dennoch zufrieden sein. Die Ergebnisse sind für mich nicht so wichtig. Man hat in Phasen gesehen, was unser Team kann", sagte Sportwart Jürgen Schneider. "Es gab noch einige Dinge, die sich verbessern müssen und verbessern werden. Das ist aber auch völlig normal." Vorsitzender Rolf Mannagottera fordert ebenfalls Geduld, ist von der Kaderstärke aber überzeugt: "Ich weiß, wo es hinführen soll und wie schön Kegeln ganz oben ist. Dort wollen wir hin."

Das Saisonziel

"Unser Ziel ist, vorne anzugreifen, für was es am Ende reicht wird man sehen", sagte Jürgen Bieberbach bei der Saisoneröffnung. Über kurz oder lang sieht er für das 200-Wurfspiel der DCU wenig Perspektive und deswegen wolle man nochmal auf den schönsten und größten Bahnen im Kegel-Oberhaus spielen. Für die Spieler gilt es, diesen Ansatz ihres Chefs schnellstmöglich zu beherzigen. "Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen. Wir werden uns über die Wettkampfperiode steigern müssen, aber ich bin überzeugt, dass wir die Qualität haben", erklärte Bieberbach nach dem Spiel gegen Sandhausen.

Dass diese Entwicklung schnell von statten gehen muss, ist allerdings Pflicht. Denn sowohl die demographische Entwicklung im Team und Verein sowie vor allem die Dünne des Kaders lassen wenig Zeit und Spielraum für die Ambitionen mittelfristig. Deshalb lautet die Prognose: Wenn die sechs PSV-Akteure verletzungsfrei durchkommen und den harten Bahnen den Kampf ansagen, ist Platz eins möglich. nh

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Bastian Bieberbach
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
15:38 Uhr

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Bastian Bieberbach

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12. 09. 2019
15:38 Uhr



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