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Regionalsport

(Noch) kein Happy-End

Euroleague-Teilnehmer Alba Berlin ist letztlich eine Nummer zu groß für Bambergs Riesen. Dennoch scheint Brose nach dem Umbruch auf einem guten Weg.



Umringt von gleich vier Berlinern, erzielt Bambergs Top-Scorer Kameron Taylor in dieser Szene zwei seiner insgesamt 17 Punkte.	Foto: Daniel Löb
Umringt von gleich vier Berlinern, erzielt Bambergs Top-Scorer Kameron Taylor in dieser Szene zwei seiner insgesamt 17 Punkte. Foto: Daniel Löb  

Bamberg - Was es bedeutet, deutscher Basketballmeister zu sein, das weiß man sowohl in Bamberg als auch in Berlin nur zu gut. Am 2. Spieltag der neuen Erstligasaison nun zog der neunfache zu Hause gegen den achtfachen Titelträger nach harter Gegenwehr den Kürzeren. Brose unterlag trotz langer Führung Alba mit 74:78 (43:34).

Die Hausherren lieferten am Sonntagabend den Albatrossen, die bei ihrem Euroleague-Debüt am Freitag dem russischen Topklub Zenit St. Petersburg mit 85:65 eine Lektion erteilt hatten, einen beherzten Fight. Elias Harris und Co. zeigten Leidenschaft, Willenskraft und sehenswerte Kombinationen. Belohnt wurden sie dafür aber nicht.

"Wie haben mit viel Intensität gespielt und um jeden Ball gekämpft. Ich denke, wir haben gut als Team harmoniert. Wir konnten am Ende einen offenen Dreipunktewurf und zuvor einen Layup leider nicht verwerten. Das Spiel muss früher von uns entschieden werden. In der zweiten Halbzeit hatten wir acht Ballverluste, die uns sehr weh getan haben. Auch 17 zu sechs zweite Wurfchancen für Alba sprechen für sich. Das machte im Wesentlichen die Niederlage für uns aus”, so die Analyse von Bambergs Headcoach Roel Moors. Bis Mitte des Schlussabschnitts durften die Heimfans unter den 5463 Zuschauern in der Brose-Arena auf einen Sieg ihrer Mannschaft hoffen, doch im Finish erwiesen sich die Hauptstädter einfach als abgezockter und trafen im Abschluss die siegbringenden Entscheidungen.

Ein wenig Spektakel

Im ausgeglichenen ersten Viertel hatten zuvor die Hausherren meist die Nase vorn und setzten vor allem durch Christian Sengfelder, ihren besten Schützen Kameron Taylor (17 Punkte) und Youngster Nelson Weidemann, der durch spektakuläre Abschlüsse glänzte, Akzente. Jedoch bestraften die Gäste einige Fehlwürfe aus der Nahdistanz im Tempogegenstoß gnadenlos, Alba ging durch einen Distanzwurf von Nationalspieler Niels Giffey zum 11:14 dann auch erstmals in Führung. Doch Bambergs Captain Harris und Kameron Taylor konterten und schossen ihr Team zum 18:17 in die erste Viertelpause.

Dem zweiten Abschnitt drückten anschließend weiterhin der vom ungarischen Erstligisten Pecsi VSK-Veolia gekommene Shooting Guard und sein amerikanischer Landsmann Paris Lee, der Regie führte, ihren Stempel auf. Zunächst erarbeitete sich Bamberg durch Michael Carrera und Bryce Taylor erstmals ein kleines Polster zum 23:17. Die gegnerischen Big Men Landry Nnoko und Luke Sikma brachten ihrer Farben aber wieder auf 29:28 heran.

Ein Zwischenspurt mit Assem Marei, zwei Mal Kameron Taylor, Christian Sengfelder und Tre McLean als erfolgreiche Schützen ließen den Vorsprung nach 18 Minuten in zweistellige Dimension auf 41:30 anwachsen. Mit 43:34 ging es dann in der obwohl nicht ausverkauften Arena bei prächtiger Stimmung in die Halbzeitpause. Ein Wermutstropfen mit Folgen für Bamberg war, dass Marei wegen einer Nackenverletzung in der Kabine bleiben musste und im weiteren Verlauf unter den Körben fehlte.

Ein Isländer im Rausch

Seine Mannschaft lieferte dennoch weiterhin eine couragierte Vorstellung ab. Weil die Schützlinge von Aito Garcia Reneses in der Folgezeit in der Defensive den Gürtel enger schnallten, kamen die Gastgeber jedoch nicht mehr zu leichten Punkten. Spektakuläre Abschlüsse von Harris im Rückwärtsfallen sowie Lee und Louis Olinde von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum zwischenzeitlichen 59:48 schürten ungeachtet dessen die Hoffnung auf ein Bamberger Happy-End. Auf der Gegenseite spielte sich nun aber der Isländer Martin Hermannsson in einen regelrechten Rausch. Er traf nach Belieben und brachte den Titelaspiranten auf Schlagdistanz zum 61:55 heran, bevor es ins letzte Viertel ging.

In diesem leisteten sich die Franken dann einige Missverständnisse, die gnadenlos bestraft wurden. Auch fehlendes Wurfglück ließ die Partie kippen. Für den ersten Bamberger Rückstand seit der Anfangsphase zum 66:67 war erneut Hermannsson verantwortlich. In der Schlussphase gingen Brose endgültig die Ideen aus. Mitentscheidend für die unglückliche Niederlage war, dass Lee, Kameron Taylor und Harris je einen Freiwurf nicht im Korb unterbrachten.

Bambergs Sportdirektor Leo de Rycke fand trotzdem lobende Worte für sein Team, dessen Entwicklung nach einem personellen Umbruch Hoffnung für kommende Begegnungen weckt. "Ich bin zufrieden, wie wir uns präsentiert haben. Berlin besitzt eine starke Mannschaft. Kleinigkeiten gaben den Ausschlag”, meinte er. Vorteile hatte der Sieger gerade bei den Offensivrebounds (14:8) und nach dem Seitenwechsel bei den Assists. Als überragender Akteur auf dem Parkett erwies sich Topscorer Nnoko mit einem Double-Double (18 Punkte, 13 Rebounds).

Zweimal in Folge muss Freak City nun auswärts antreten. Am kommenden Sonntag um 15 Uhr steht in der Liga die lösbare Aufgabe in Weißenfels an. Dem folgt der Auftakt in der Champions League am 16. Oktober um 18.30 Uhr beim tschechischen Vorzeigeklub Nymburk.

Statistik

Brose Bamberg: Kameron Taylor (17 Punkte/2 Dreier), Christian Sengfelder (11/1), Elias Harris (10/1), Paris Lee (10), Michael Carrera (7/1), Nelson Weidemann (6), Tre McLean (5/1), Louis Olinder (3/1), Bryce Taylor (3/1), Assem Marei (2), Maurice Stuckey, Mateo Seric (beide nicht eingesetzt).

Alba Berlin: Landry Nnoko (18), Martin Hermannsson (17/3), Luke Sikma (12/1), Tim Schneider (7/2), Jonas Mattisseck (6/1), Marcus Eriksson (6), Niels Giffey (5/1), Rokas Giedraitis (4), Tyler Cavanaugh (3), Makai Mason, Kenneth Ogbe, Malte Delow (nicht eingesetzt).

Schiedsrichter: Robert Lottermoser, Benjamin Barth, Michael Gutting. - Zuschauer: 5463.

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Hans Haberzettl
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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
16:02 Uhr

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Hans Haberzettl

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
16:02 Uhr



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