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Sonnefelder K.o. in der Nachspielzeit

Der TSV leistet in der Landesliga Nordost dem gastgebenden Spitzenreiter ATSV Erlangen heftigen Widerstand. Doch der angepeilte Punktgewinn bleibt dem Renk-Team vor nur 70 Zuschauern versagt.



Mit vereinten Kräften versuchen Sonnefelds Torwart Patrick Jauch sowie seine Teamkollegen Tayfun Özdemir (links) und Spielertrainer Bastian Renk (rechts) diese Gefahrensituation zu klären. Foto: Harald Sippel
Mit vereinten Kräften versuchen Sonnefelds Torwart Patrick Jauch sowie seine Teamkollegen Tayfun Özdemir (links) und Spielertrainer Bastian Renk (rechts) diese Gefahrensituation zu klären. Foto: Harald Sippel  

Erlangen/Sonnefeld - Mit einem Treffer in der Nachspielzeit siegte der ATSV Erlangen in der Fußball-Landesliga Nordost gegen Aufsteiger TSV Sonnefeld. Während die Gäste einem möglichen überraschenden Punktgewinn hinterher trauerten, hat der Spitzenreiter hingegen nun Gewissheit, dass auch der Kampfgeist im Team stimmt.

Am Ende wollte sich Bastian Renk auch einfach mal entschuldigen. Nicht, weil es sein Team dem Tabellenführer 90 Minuten lang schwer gemacht hatte. Der Spielertrainer des TSV Sonnefeld wollte sich entschuldigen, weil nur sehr wenige zugesehen hatten dabei. "Es tut mir leid für euch, nur 70 Zuschauer, das ist schon bitter." In Sonnefeld wollen "im Durchschnitt 350 Zuschauer" die Landesliga-Spiele sehen. "Unser klares Ziel ist es, in dieser Liga zu bleiben", sagte Renk. "Es ist eine attraktive Liga für uns."

An der Paul-Gossen-Straße wollen sie die Klasse am liebsten verlassen - Richtung Bayernliga. Auch haben sich die Erlanger bereits an die triste Atmosphäre gewöhnt, die anderen Fußballvereine in der Region haben kaum mehr Fans. Selbst wenn man nach 20 Spielen immer noch ungeschlagen die Tabelle anführt. Manche Gegner hat der ATSV in dieser Saison regelrecht überrollt, so auch die Oberfranken im Hinspiel in Sonnefeld. Das hatten die Erlanger mit 7:0 gewonnen.

Besonders motiviert seien Gäste deshalb nicht gewesen, behauptet zumindest der Spielertrainer. "Das 0:7 war eine Ausnahmesituation", sagt Renk. "Da ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Wir haben gewusst, dass wir besser spielen können." Bewiesen hat das Sonnefeld auch, der Aufsteiger hatte vor dem ATSV-Spiel nur eine Niederlage in sechs Partien kassiert und war auf Rang sieben geklettert. "Wir wollten hierher fahren und einen Punkt holen", sagt Renk. "89 Minuten hat das gut geklappt."

Dann aber tauchte Tim Ruhrseitz viel zu frei vor dem Sonnefelder Kasten auf, nahm den Ball im Vollsprint sauber mit und versenkte ihn direkt in den Maschen (90.+1). Die Erlangener Spieler und ihr überschaubares Publikum jubelten über einen späten Heimsieg, die Gäste hingegen wussten nicht, wie ihnen dieser fast schon sicher geglaubte Überraschungs-Punkt wieder entgleiten konnte.

Zuvor hatten die Oberfranken ein starkes Spiel abgeliefert. Kurz vor der Halbzeitpause hätte Christoph Rödel nach Zuspiel von Tayfun Özdemir das 1:0 erzielen müssen, völlig frei schoss er allerdings am Tor vorbei. Der ATSV hingegen hatte kaum zwingende Chancen. Erst nach Wiederanpfiff traf Top-Torschütze Ahmet Kulabas das Lattenkreuz.

Die Erlanger versuchten daraufhin, ihr lahmendes Angriffsspiel auf schwerem Rasen voranzutreiben. Zwingend wurde es aber nur auf der Gegenseite. Sonnefeld nutzte die Räume zum Kontern. Nach einem Eckball der Hausherren ging es beim TSV wieder schnell, erst rettete Schlussmann Michael Kraut gegen Aykut Civelek, den Nachschuss setzte Spielertrainer Bastian Renk übers Tor.

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht und es ist schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Jeder ist niedergeschlagen in der Mannschaft", sagt Renk. "Wir haben nur durch eine Unachtsamkeit verloren. Doch Fußball ist ein Ergebnissport. Wenn das Ergebnis nicht stimmt, hat man etwas nicht richtig gemacht."

Als Trost gab es Bier, eine Flasche Grüner als Gast-Geschenk vom ATSV. "Das gönne ich mir jetzt", sagt Renk. "Damit ich wenigsten etwas mitnehme." Punkte wären ihm jedoch sicherlich lieber gewesen.

ATSV Erlangen: Michael Kraut - Michael Kammermeyer, Ken Kishimoto, Kevin Guerra, Vignon Amegan, Sebastian Marx, Tim Ruhrseitz, Ferdinand List (37. Labeat Ferizi), Michael Krämer (74. Rene Vargas), Sebastian Glasner, Ahmet Kulabas (80. Hakim Graine) - Trainer: Shqipran Skeraj.

TSV Sonnefeld: Patrick Jauch - André Zapf, Sebastian Kunick, David Pawellek, Ata Simitci, Ludwig Scheler (84. Sebastian Steiner), Christoph Rödel, Tayfun Özdemir, Aykut Civelek, Sebastian Thyroff (89. Niclas Jacob), Bastian Renk - Trainer: Bastian Renk.

SR: Christopher Hienz (Brünnau). - Zuschauer: 70. - Tor: 1:0 Tim Ruhrseitz (90. + 1).

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Katharina Tontsch
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Veröffentlicht am:
12. 11. 2017
20:21 Uhr

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Katharina Tontsch

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12. 11. 2017
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