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Düsseldorfer Drama: Fortuna steigt nach Pleite bei Union ab

Mutlos, kraftlos - Zweitligist! Fortuna Düsseldorf hat alles verspielt. Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Bremen reichten nicht. Nach dem 0:3 bei Union Berlin müssen die Rheinländer in die 2. Liga absteigen. Trainer Rösler will den Schaden wiedergutmachen.



1. FC Union Berlin - Fortuna Düsseldorf
Anthony Ujah (M) erzielt das 1:0 für Union Berlin vorbei an Torwart Florian Kastenmeier von Fortuna Düsseldorf.   Foto: Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

Im Moment der riesigen Enttäuschung hätte Uwe Rösler am liebsten noch weitergekämpft. Doch das Spiel war verloren. Fortuna Düsseldorf muss nach einem maßlos frustrierenden Bundesliga-Finale den bitteren Gang in die 2. Liga antreten.

Und da Rösler nichts anderes übrigblieb, versprach er immerhin mit einem Hauch von Trotz: «Ich habe noch ein Jahr Vertrag, ich freue mich auf die Aufgabe, es wiedergutmachen zu können.» Röslers Mannschaft hatte beim 1. FC Union Berlin mit einem viel zu ängstlichen Auftritt ihre bessere Ausgangslage im Vergleich zu Werder Bremen verspielt und rutschte durch das 0:3 (0:1) doch noch auf den 17. Tabellenplatz ab.

Rösler war schon mit hängendem Kopf auf dem Weg in den Keller der Alten Försterei. Eine «unheimliche Leere» verspüre er, sagte der 51-Jährige später. Dann drehte der Trainer noch einmal um und tröstete seine traurig auf dem Rasen hockenden Abstiegsspieler. Der frühere Bremer Anthony Ujah (26. Minute), Christian Gentner (54.) und Suleiman Abdullahi (89.) erzielten am Samstag in Stadion An der Alten Försterei die Tore für die Eisernen, die nach dem bereits gesicherten Klassenverbleib einen versöhnlichen Saisonausklang feierten und nach Punkten sogar noch zu Lokalrivale Hertha BSC aufschlossen.

Für Düsseldorf blieb nur der Frust. Nach einer Saison mit vielen verpassten Chancen steht der sechste Gang in die 2. Bundesliga an. Wie beim letzten Absturz vor sieben Jahren rutschte die Fortuna erst am letzten Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz. Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Werder reichten diesmal nicht, um wenigsten den Relegationsrang zu verteidigen.

«Das ist ein richtiger Tiefschlag. Wir hatten uns so viel vorgenommen. Heute war das zu wenig», sagte Vorstand Uwe Klein. «Wir haben es in den letzten Wochen und Monaten, nicht nur heute, liegengelassen. Jetzt zu sagen, es ist unverdient, bringt auch nichts. Dass die Nerven nicht ganz sattelfest sind in der Situation, ist menschlich», meinte Kaan Ayhan. Immerhin Rösler richtete den Blick schon nach vorne und schloss einen Rücktritt aus: «Die Tage Abstand brauchen wir alle. Wir wissen jetzt, wo wir sind. Wir müssen jetzt eine neue Mannschaft zusammenstellen. Einen Umbruch wird es schon geben.»

Auf dem Papier mutig mit einem Dreier-Angriff um Torgarant Rouwen Hennings und den Ex-Unioner Steven Skrzybski neben Kenan Karaman trat Düsseldorf in an. Die Angst vor dem Absturz war aber schnell greifbar. Erik Thommy spielte einen Freistoß aus dem Halbfeld früh zurück Richtung eigenes Tor. Hennings, im gegnerischen Strafraum postiert, fand das sichtlich gar nicht gut. Eine erste Torannäherung gab es bei einem Kopfball von Ayhan (12.), den Gentner einen Meter vor der Linie per Kopfball abwehrte. Karamans gelöffelter Schuss (16.) ging am Tor vorbei. Insgesamt fehlte aber die Zielstrebigkeit.

Wie effektiv Union bei Standards sein kann, musste die Fortuna dann bitter erfahren. Einen Schuss von Joshua Mees nach einer Ecke lenkte der gut postierte Ujah durch die Beine von Fortuna-Schlussmann Florian Kastenmeier zur Führung ins Tor. Weiteres Pech der Gäste: Mathias Jörgensen verletzte sich in der Szene in einem Zweikampf mit Keven Schlotterbeck. André Hoffmann rückte für ihn in die Abwehr.

Union - erneut von zahlreichen Fans von außerhalb des Stadions lautstark angefeuert - reduzierte daraufhin die eigenen Offensivaktionen. Düsseldorf konnte aus dem Übergewicht bis zur Halbzeit keine einzige gefährliche Tormöglichkeit herausspielen.

Erst in der Halbzeit wollte Rösler das Ergebnis aus Bremen erfahren, hatte er vor dem Spiel gesagt. Die Kunde vom zwischenzeitlichen 3:0 an der Weser war schwer zu verkraften für die Fortuna. Jetzt war man auf einem Abstiegsplatz. Und das Spiel lief in gleicher Manier weiter. Düsseldorf war technisch und spielerisch überlegen, aber gar nicht konsequent im Strafraum.

Ganz anders Union. Die erste Chance im zweiten Abschnitt nutzte Gentner nach einem Ayhan-Fehler zum 2:0. Von diesem Nackenschlag erholte sich Düsseldorf nicht mehr, auch wenn die Fortuna im Endspurt noch einmal den Druck erhöhte und zu einigen Chancen kam. Auch Hennings hatte kein Schuss-Glück, Markus Suttner (69.) traf Sekunden später nur die Latte. Anders Abdullahi für Union, der mit seinem ersten Bundesligator den Endstand herstellte.

© dpa-infocom, dpa:200627-99-587445/6

Veröffentlicht am:
27. 06. 2020
19:02 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2020
19:02 Uhr



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