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Angriffsmodus nach Abdanken: Hoeneß geht auf «Krakeeler» los

Uli Hoeneß fühlt sich an seinem Abschiedsabend als Bayern-Präsident «sauwohl» - bis einige Mitglieder ans Rednerpult treten. Sein Nachfolger verfolgt einen anderen Führungsstil. Ein Sympathieträger wird bejubelt - und Pep Guardiola als «super Trainer» umschwärmt.



Abtritt
Uli Hoeneß eingerahmt von seinem Nachfolger Herbert Hainer (l) und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.   Foto: Sven Hoppe/dpa » zu den Bildern

Uli Hoeneß hatte sein neues Leben als Ex-Präsident des FC Bayern gerade erst begonnen, da schaltete er schon wieder in den Angriffsmodus.

Der 67-Jährige hat eben noch nicht «fertig», wie er es zuvor bei seinem vom Verein aufwendig inszenierten Abschied aus der ersten Reihe des deutschen Fußball-Rekordmeisters verkündete. In der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Nachfolger Herbert Hainer im Anschluss an die Jahreshauptversammlung ging Hoeneß nach Mitternacht auf jene Mitglieder los, die ihn mit Unmutsäußerungen zur Trainerfrage, Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Transfers oder auch der Zusammenarbeit mit dem Wüstenstaat Katar verstimmt hatten.

Sie torpedierten Hoeneß' Wohlfühlabend, obwohl ihn persönlich - anders als im Vorjahr - niemand attackierte. «Ich habe mich so sauwohl gefühlt, und dann fangen diese Wortmeldungen an. Bis dahin war das eine super Veranstaltung. Und dann lassen wir uns von ein paar Krakeelern die ganze Sache beschädigen unter dem Deckmantel Demokratie, freie Meinungsäußerung», polterte Hoeneß.

Er sei kurz davor gewesen, zurück auf die Bühne zu gehen. Den «20, 30, 50» Störenfrieden und Unzufriedenen rief er später via Medien seine Botschaft zu: «Bleibt doch zu Hause! Gebt eure Mitgliedschaft zurück!» Es sei keiner gezwungen, Bayern-Mitglied zu sein.

Nachfolger Hainer nahm das Thema nicht auf und dokumentierte damit gleich einen anderen Führungsstil beim deutschen Branchenführer. Die Abteilung Attacke verkörpert der Niederbayer, für den 98 Prozent der 6091 Mitglieder votierten, nicht. «Ich bin jetzt 65 und werde mich nicht mehr verändern. So, wie ich 15 Jahre Adidas geführt habe, werde ich auch versuchen, den FC Bayern zu führen.» Im Ergebnis orientiert sich Hainer freilich an seinem Freund: «Wenn ich den FC Bayern genauso erfolgreich führen werde wie Uli Hoeneß, wäre das toll.»

Auf Hainers Antrag wurde der Vereinspatron nach fast fünf Jahrzehnten als Spieler, Manager, Präsident und Aufsichtsratschef zum sechsten Ehrenpräsidenten des FC Bayern ernannt. «Ich habe diesen Beruf nie als Schwerarbeiterjob gesehen», erklärte Hoeneß. In seinem Leben als Bayern-Macher a.D. müsse er sich nun «neu orientieren».

Die Weichenstellung bei seinem Lebenswerk scheint ihm gelungen. Vor allem der Coup mit Oliver Kahn, dem designierten Vorstandschef. Der einstige Torwart-Titan wurde von den Fans johlend begrüßt als der neue Sympathie- und Hoffnungsträger in der Post-Hoeneß-Zeit. «Da hast du viel Arbeit, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden», bemerkte Hoeneß. Kahn fängt am 1. Januar als Vorstandsmitglied an, Ende 2021 soll er Karl-Heinz Rummenigge (64) an der Spitze ablösen.

Zu den wichtigsten Personalentscheidungen zählt die Trainersuche. Rummenigge verkündete, dass Hansi Flick «mindestens bis Weihnachten und möglicherweise auch darüber hinaus» die Münchner Fußballstars anleiten wird. Der Neustart mit dem 54-Jährigen nach der Trennung von Double-Gewinner Niko Kovac sei «spektakulär gelungen».

Die Übergangslösung ermöglicht es Rummenigge, Salihamidzic und Neuzugang Kahn, «in aller Ruhe den richtigen Trainer zu suchen», wie Hainer betonte. Den Wunsch eines Mitglieds, Pep Guardiola nach München zurückzuholen, kommentierte der neue Präsident keineswegs ablehnend. «Der Vorstand wird versuchen, den besten Trainer zu bekommen. Der muss aber auch verfügbar sein. Pep Guardiola ist ein super Trainer, hat aber bei Manchester City einen Vertrag.»

Erik ten Hag (Ajax Amsterdam), Thomas Tuchel (Paris Saint-Germain), Pep Guardiola - diese Namen stehen wohl auf der Münchner Shortlist. Hoeneß übte in den ersten Stunden als Ex-Präsident beim heiklen Thema Guardiola bewusst Zurückhaltung. «Vor drei Tagen hätte ich die Frage vielleicht noch beantwortet. Jetzt werde ich so etwas überhaupt nicht beantworten. Ich fühle mich nicht autorisiert, in der Position, die ich jetzt habe, solche Gedanken zu artikulieren.» Fortsetzung folgt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 11. 2019
13:25 Uhr

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16. 11. 2019
13:25 Uhr



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