Lade Login-Box.
Topthemen: Loewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerHSC 2000 CoburgStromtrasse

Sport

Au revoir, Franck - Ribérys «Traum» soll mit Rekord enden

Die Zukunft lässt Franck Ribéry weiter offen. Der Fanliebling will sich erst einmal mit Meisterschale und Pokal von seinem Herzensclub FC Bayern verabschieden. Das Kapitel «Robbery» wird in drei Spielen zugeschlagen. Für Ribéry geht es auch um eine «historische» Marke.



Franck Ribéry
Fühlt sich in München sehr wohl: Franck Ribéry. Foto: Matthias Balk   Foto: dpa

Tränen vergoss Franck Ribéry noch keine. Der große Fanliebling des FC Bayern München ließ auch am Dienstag offen, wie es nach mehr als einem Jahrzehnt bei seinem Herzensclub für ihn nach dem Sommer weitergeht. Doch ein Versprechen gab der Gefühlsfußballer schon ab.

«Ich komme zu 100 Prozent wieder nach München. Meine Familie und ich fühlen uns hier gut», sagte der 36-Jährige, der die Bundesliga verzückte und erstaunte. Bei seinem Ex-Club Galatasaray Istanbul ist er im Gespräch, auch Al Sadd in Katar soll Interesse haben. Sydney mit Trainer Markus Babbel schloss Ribéry nicht explizit aus.

«Es gibt ein paar Optionen, aber es ist noch zu früh. Es gibt was, das ist sicher», versicherte Ribéry. Der Champions-League-Sieger von 2013 will zuvor mit einem Rekord abtreten. Er will der erste Bundesliga-Star mit neun Meistertiteln sein - vor Kahn, Scholl, Lahm und Schweinsteiger. «Das wäre unglaublich und historisch», sagte er.

Zweimal Bundesliga, dazu das Pokalfinale am 25. Mai - dann ist die Ära von «Robbery» beim Rekordmeister vorbei. Zwölf Jahre Ribéry, zehn Jahre Arjen Robben - die beiden Stars werden unvergessen bleiben. «Sie haben die erfolgreichste Dekade des FC Bayern mit fantastischem Fußball mitgeprägt», rühmte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Im nächsten Jahr gibt's ein großes Abschiedsspiel.

Wenn der Club 18. Mai beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt und der erwarteten Meisterfeier Servus sagt, erwartet Trainer Niko Kovac überwältigende «Emotionen». Die Gänsehaut-Minuten bei den Einwechselungen von «Rib & Rob» im Hannover-Spiel lassen erahnen, was los sein wird. Beim Gedanken daran atmete der Emotionsmensch Ribéry tief durch. «Meine Beziehung zu den Fans war unglaublich», sagte der langjährige Münchner Fußball-Filou. «Der Abschied wird nicht leicht werden.»

Als Ribéry im Sommer 2007 für rund 24 Millionen Euro von Olympique Marseille zu den Münchnern kam, erahnten er und Uli Hoeneß nicht die Bedeutung dieses Transfers. «Da dachte er, jetzt mache ich zwei, drei Jahre hier, und dann ruft Real Madrid oder so etwas», erinnerte sich der Präsident. Die beiden Flügelstars Ribéry und Robben stehen für Hoeneß in einer Reihe wie Beckenbauer, Maier, Schweinsteiger oder Lahm. «Bayern hat wieder einen König», pries ein Werbeplakat einmal. Ribéry lächelte, als er am Dienstag darauf angesprochen wurde - auf einen direkten Thronfolger legte er sich nicht fest.

Mit dem Wechsel zum FC Bayern erfüllte sich Ribéry «einen Traum», die Liga bekam Kabinettstückchen und Genussmomente. Und reihenweise Anekdoten abseits des Rasens. «Ich will immer schöne Sachen für meine Fans machen», sagte Ribéry. Wenn allerdings etwas nicht wie erhofft lief, konnte sich der Heißsporn wiederholt nicht bremsen. So gab es auch mal Stress mit Trainern oder nach einer Roten Karte verpasste er das Champions-League-Finale 2010. Das schmerzhafteste Spiel aber sei das verlorene Königsklassenfinale 2012 gegen den FC Chelsea gewesen, sagte Ribéry. «Es gibt so viele Erinnerungen.» Jupp Heynckes habe ihn als Trainer besonders geprägt.

Erinnerungen hinterlässt er genauso in München. Auch an Streiche, etwa als er Oliver Kahn vom Dach des Club-Hauses einen Eimer Wasser über den Kopf zu kippte. Dass er den Mannschaftsbus vor dem Teamhotel einst gegen ein Schild setzte, wurde vom damaligen Trainer Jürgen Klinsmann als «Spaß» abgetan. Weniger lustig war die Schimpftirade des stolzen Franzosen im Januar nach der Neiddiskussion wegen des Verzehrs eines mit Blattgold überzogenen Steaks. «Es gab in meiner Karriere und meinem Leben Situation, die schwer waren. Die Fans waren immer bei mir, und das werde ich nicht vergessen», sagte Ribéry.

Das Verhältnis zu seinem Geburtsland ist für den Mann aus einfachen Verhältnissen nicht unproblematisch, erst recht seit dem WM-Vorrunden-Aus der «Équipe Tricolore» im Jahr 2010. Umso glücklicher ist Ribéry, ein «zuhause» in München zu haben. Vier seiner fünf Kinder wurden während der Deutschland-Zeit geboren.

Immer wieder fand der Ausnahmefußballer mit der Nummer 7 in der FC-Bayern-Oase Schutz - und der Rote Teppich für die Rückkehr ist längst ausgerollt. «Wir werden sicherlich versuchen, eine Beschäftigung für ihn zu finden, die seinen Verdiensten gerecht wird», kündigte Hoeneß schon an. Erst einmal will Ribéry aber noch «ein, zwei Jahre» seinem Traumberuf nachgehen.

Veröffentlicht am:
07. 05. 2019
17:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arjen Robben Eintracht Frankfurt FC Bayern München FC Chelsea London Franck Ribéry Galatasaray Istanbul Jupp Heynckes Jürgen Klinsmann Karl Heinz Karl-Heinz Rummenigge Markus Babbel Oliver Kahn Olympique Marseille Real Madrid Uli Hoeneß
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Uli Hoeneß

16.04.2019

Uli Hoeneß: «Damals bin ich wilder gewesen»

Am 1. Mai 1979 tritt Uli Hoeneß beim FC Bayern das Amt des Managers an. «Nach oben» zu kommen, ist das Ziel des Visionärs, der sich mit vielen anlegt. Als Präsident blickt er auf vier bewegte Jahrzehnte zurück - und plau... » mehr

Niko Kovac

15.05.2019

Endspiele für Kovac - Titel als Jobgarantie beim FC Bayern?

Niko Kovac blickt auf eine «lehrreiche» Saison mit dem FC Bayern zurück. In den Endspielen der Münchner um Schale und Pott geht's auch um seinen Job. Das olympische Motto zählt dabei nicht. Die Bosse stehen vor einer Gru... » mehr

Jochen Drees

16.05.2019

Von Kovac bis Nübel: Die Gesichter der Saison 2018/2019

Auch in der am Samstag endenden Saison der Fußball-Bundesliga haben sich einige Protagonisten in den Vordergrund gedrängt. Meist durch positive Leistungen. Aber nicht nur. » mehr

Hütter

19.05.2019

Kurzer Urlaub: Frankfurts Euro-Fighter heiß auf neue Ziele

Adi Hütter verglich sein Team mit einer «ausgepressten Zitrone» - doch trotz des chancenlosen 1:5 in München gibt es ein Happy End. Die Eintracht freut sich auf ein weiteres Jahr Europa und nimmt die großen Strapazen im ... » mehr

Leroy Sané

27.05.2019

Spannende Bayern-Tage - Sané wäre «toll»

Nach der Jobgarantie für den Trainer stehen weitere Entscheidungen beim Personal des FC Bayern an. Kommt Sané? Oder Werner? Geht James? Wann wechselt Boateng? Präsident Hoeneß legt sich in einer Frage nicht fest. Vorstan... » mehr

Pokal-Helden

26.05.2019

Hoeneß' Treueschwur für Kovac - Note «1 minus» für Double

Eine Premierensaison, die schon in Trümmern zu liegen schien, bringt Niko Kovac zum doppelten Happy End. Nach dem Pokalsieg gegen Leipzig bekennen sich auch die Bosse zum urlaubsreifen Meister-Trainer. Beim unterlegenen ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sonnwendfeuer: Scheuerfelder errichten neuen Holzhaufen

Sonnwendfeuer: Scheuerfelder errichten neuen Holzhaufen | 20.06.2019 Scheuerfeld
» 8 Bilder ansehen

Mittelaltermarkt Ebern

Mittelaltermarkt Ebern | 16.06.2019 Ebern
» 22 Bilder ansehen

Eröffnung Albertsbeach

Eröffnung Albertsbeach | 15.06.2019 Coburg
» 17 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
07. 05. 2019
17:52 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".