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Buchmann meistert Galibier-Prüfung - Quintana siegt

Auf dem legendären Col du Galibier hält Emanuel Buchmann erneut mit der absoluten Weltspitze mit. Die Entscheidung ist allerdings auf das Wochenende vertagt. Die Etappe gewinnt ein fast schon Vergessener, das große Finale in den Alpen verspricht Spannung wie selten zuvor.



Nairo Quintana
Nairo Quintana feiert seinen Ausreißersieg in Valloire.   Foto: Yorick Jansens/BELGA » zu den Bildern

Zwischen den Bergriesen zogen die dunklen Wolken bedrohlich auf, doch Emanuel Buchmann war nach einer weiteren mit Bravour bestandenen Tour-de-France-Reifeprüfung bester Laune.

«Es lief wieder ganz gut. Ich war wieder bei den Besten dabei», sagte Buchmann, der bei den kolumbianischen Festspielen am Col du Galibier souverän mit der Favoritengruppe um Vorjahressieger Geraint Thomas und Gelb-Träger Julian Alaphilippe ins Ziel kam.

Einzig Egan Bernal konnte mit einer Attacke 32 Sekunden rausfahren und trug damit maßgeblich zu einem kolumbianischen Feiertag bei, den Sieger Nairo Quintana mit einer furiosen Solofahrt veredelte.

Aus deutscher Sicht machte die Berg- und Talfahrt duch die Alpen Lust auf die Zukunft, schließlich überzeugte neben dem Gesamtsechsten Buchmann auch Talent Lennard Kämna als Etappenvierter. «Ich bin superhappy damit. Der Galibier war der Hammer. Das ist das, worauf ich immer gehofft habe», sagte der 22-Jährige, der aus einer Ausreißergruppe heraus furios fuhr und sich nur Quintana, Romain Bardet und Alexej Luzenko auf der 18. Etappe nach Valloire geschlagen geben musste.

Im ersten und schwersten Teil der Alpen-Trilogie hatte das Team Ineos lange für ein gemäßigtes Tempo gesorgt und das Feld kontrolliert, bevor zunächst Bernal und später auch Vorjahreschampion Geraint Thomas antraten. Der Waliser wurde von den Verfolgern um Buchmann aber vor dem Galibier-Gipfel wieder gestellt.

«Ich habe mich bis zur Attacke von Thomas richtig gut gefühlt. Bernal ist leider weggefahren, aber da kann man nichts machen», sagte Buchmann, der auf der Zielgeraden in Valloire sogar noch den Schlusssprint gegen Alaphilippe und Steven Kruijswijk anzog. Auch in der dritten Woche scheint der 26 Jahre alte Ravensburger weiter über eine beeindruckende Stabilität und Konstanz zu verfügen.

Im Gelben Trikot bleibt Alaphilippe, der zwar im Schlussanstieg distanziert wurde, die Zeit in der Abfahrt aber problemlos wieder herausfuhr. In der Gesamtwertung fehlen Buchmann weiter 2:14 Minuten auf den 27 Jahre alten Franzosen. Bernal ist neuer Zweiter, Thomas belegt nun den dritten Rang. Optimistisch sagte Buchmann: «Es gibt keinen Grund, dass es die nächsten Tage schlechter laufen sollte.» Das macht Mut, denn am Freitag und Samstag warten zwei ganz schwere Bergankünfte.

Am Donnerstag hatte schon am Col d'Izoard, ebenfalls ein Berg der höchsten Kategorie, das Ausscheidungsfahren der besten Kletterer begonnen. Thomas, Buchmann und Co. verloren beim hohen Tempo von Movistar Helfer um Helfer, auf der Jagd nach einer Ausreißergruppe um Quintana, Bardet und Kämna blieben auf 2360 Metern Höhe nur noch etwa 15 Fahrer übrig. Der hochgehandelte Thibaut Pinot klang nicht so positiv wie Buchmann. «Das war kein so großer Tag für mich», sagte der französische Favorit.

Mit der Königsetappe ist aber erst ein Drittel der Alpen-Kletterei geschafft. Am Freitag und Samstag stehen zwar zwei kürzere Teilstücke auf dem Programm, diese haben es trotzdem in sich. «Man muss jetzt dreimal Vollgas fahren. Das sind die entscheidenden Etappen», hatte Buchmann angekündigt. Sein wichtigster Helfer Gregor Mühlberger sagte: «Emanuel präsentiert sich unvorstellbar stark. Es ist sehr viel drin.»

Auf dem Weg nach Tignes und vor allem nach Val Thorens wird in den kommenden zwei Tagen auch jede Taktiererei vorbei sein, da gleich mehrere Anwärter mit einer einzigen Attacke den Triumph beim größten und wichtigsten Radrennen der Welt davontragen können. «Ich denke, Samstag ist der Showdown», sagte Buchmann. Auf der Schlussetappe nach Paris am Sonntag wird dann traditionell nicht mehr angegriffen.

Das Alpen-Finale nicht mehr als Fahrer miterleben darf Tony Martin. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister vom Team Jumbo-Visma wurde nach einer Rangelei mit Luke Rowe von der Tour ausgeschlossen und steuerte am Donnerstag statt dem Galibier seine Schweizer Heimat an. «Das große Ziel Paris war nah. Das ist nicht schön», erklärte Martin. Sein Team hatte sogar Einspruch beim Internationalen Sportsgerichtshof CAS eingelegt - erfolglos. Auch Ineos-Helfer Rowe wurde nach der Aktion disqualifiziert.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 07. 2019
18:16 Uhr

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25. 07. 2019
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