Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

Sport

Frodeno gewinnt Ironman-EM - Drama um Weltmeister Lange

Jan Frodeno ist zum dritten Mal nach 2015 und 2018 Europameister über die Ironman-Distanz. Weltmeister Patrick Lange erwischt einen schwarzen Tag. Ein Hitze-Drama gibt es bei den Frauen.



Champion
Jan Frodeno wurde in Frankfurt Ironman-Europameister.   Foto: Thomas Frey

Eisenmann Jan Frodeno hatte nach seinem dritten EM-Triumph ganz weiche Knie. Im Ziel vor dem Frankfurter Römer sank der Triathlon-Triumphator völlig ausgelaugt zu Boden und konnte auch den innigen Siegerkuss seiner Ehefrau Emma kaum genießen.

«Das war eines meiner schönsten Rennen, aber am Ende auch ein wirklich harter Kampf», sagte der von den Strapazen sichtlich gezeichnete Frodeno nach seinem Sieg bei der Ironman-Hitzeschlacht in der Main-Metropole. «Ich bin happy, aber auch total erschöpft.»

Ein Hitze-Drama gab es beim Frauen-Rennen. Die deutlich in Führung liegende Amerikanerin Sarah True torkelte auf den letzten Kilometern und brach 1000 Meter vor dem Ziel völlig entkräftet zusammen. Sanitäter trugen die 37-Jährige von der Strecke und versorgten sie medizinisch. Den Sieg sicherte sich Skye Moench aus den USA, die Darmstädterin Daniela Bleymehl gab auf.

Auch Frodeno musste den Temperaturen von knapp 40 Grad Tribut zollen. Erst bei der Siegerehrung, die sein von einer Radpanne und heftigen Magen-Darm-Problemen ausgebremster Rivale Patrick Lange verpasste, konnte der zweimalige Ironman-Weltmeister wieder lächeln. «Dafür lohnt es sich aufzustehen», sagte der 37-Jährige.

In der Zeit von 7:56:02 Stunden verwies Frodeno den dreimaligen Frankfurt-Sieger Sebastian Kienle um 3:59 Minuten klar auf Rang zwei und untermauerte mit dem dritten EM-Sieg nach 2015 und 2018 eindrucksvoll seine Ambitionen auf den WM-Triumph im Oktober auf Hawaii. Franz Löschke machte den Dreifachsieg der deutschen Triathleten nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 185,5 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen perfekt.

Es war der 14. deutsche Erfolg bei der 18. Auflage in Frankfurt, wo Doppel-Weltmeister Lange den erhofften ersten Sieg in seinem Heimrennen deutlich verpasste. Der 32 Jahre alte Hesse quälte sich fast 52 Minuten nach Frodeno, der ihn wie Kienle auf der Laufstrecke am Mainufer überrundete, als Elfter ins Ziel. «Es war nicht mein Tag», sagte der Weltmeister von 2017 und 2018. «Ich musste von Beginn an kämpfen. Dann kamen auch noch Pech und gesundheitliche Probleme dazu. Deshalb bin ich ein bisschen stolz, dass ich das Ziel gesehen habe.» Dadurch hat Lange immerhin seinen WM-Startplatz sicher.

Vorjahressieger Frodeno, der die WM im Vorjahr wegen einer Stressfraktur in der Hüfte verpasst hatte, setzte Lange bei seinem Comeback über die Ironman-Distanz beim Schwimmen sofort unter Druck und sich als Erster aufs Rad. Langes Rückstand betrug schon 1:37 Minuten.

Kienle hielt sich im 25 Grad warmen Wasser für seine Verhältnisse sehr gut und kassierte nur 2:10 Minuten. Sein Pech: In der Wechselzone verletzte sich der 34-Jährige an der Ferse und musste später vor dem Marathon behandelt werden. «Es hat richtig weh getan und relativ stark geblutet», berichtete er später.

Frodeno trat dann auch ordentlich in die Pedale. Kontinuierlich baute der Weltmeister von 2015 und 2016, der mit Ehefrau Emma und den beiden Kindern Lucca und Sienna in Spanien lebt, seinen Vorsprung vor Lange aus. Der musste auch den exzellenten Radfahrer Kienle schnell passieren lassen und fuhr zur Hälfte des Radrennens schon rund sechs Minuten hinterher. Nach etwa 110 Kilometern ließ ein platter Vorderreifen seine Siegträume endgültig platzen. Zu Beginn des Marathons lag er fast eine halbe Stunde hinter Frodeno.

Der hatte auf der Radstrecke eine Schrecksekunde zu überstehen, als er sich in einer Kurve verbremste und bei einem kurzen Ritt durchs Feld seine Trinkflaschen verlor. Dreieinhalb Kilometer vor dem Wechsel schloss Kienle dann auf, obwohl der Weltmeister von 2014 im Hinterreifen Luft verlor.

In der Wechselzone musste sich Kienle einen Splitter aus der blutenden Ferse entfernen lassen. Trotz der Blessur tauchte er 25 Kilometer vor dem Ziel noch einmal neben Frodeno auf, der sich wenig später aber wieder absetzte und als umjubelter Gewinner das Ziel am Frankfurter Römer erreichte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Europameister Freizeitradsport Jan Frodeno Patrick Lange Rennen Römer Frankfurt Triathleten Weltmeister Weltmeisterschaften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock

04.08.2019

Das bringt der Tag bei den Finals in Berlin

Die Finals in Berlin gehen am Sonntag mit den letzten Meisterschafts-Entscheidungen in zehn Sportarten zu Ende. Die Reaktionen bei Zuschauern und Athleten auf das neue Format sind bislang positiv. » mehr

Jan Frodeno

03.05.2019

Jan Frodeno: Noch nicht bereit aufzugeben oder aufzuhören

Die WM auf Hawaii musste Jan Frodeno auslassen. Verletzt. Nun ist er wieder da. Der Ironman-Star wagt sich auf seit langem nicht mehr gewohntes Terrain. » mehr

Jan Frodeno

11.08.2019

Frodeno siegt bei 70.3 Ironman in Gdynia

Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno hat mit dem Triumph beim 70.3 Ironman im polnischen Gdynia seine Erfolgsserie fortgesetzt. » mehr

Patrick Lange

12.10.2018

Weltmeister Lange: Am Ende des Tages zählt nur Hawaii

Er ist der, den es zu schlagen gilt. Er ist der, vor dem am Ende alle Angst haben. Patrick Lange tritt als WM-Titelverteidiger an, seine Stärke kommt beim abschließenden Marathon. Dass er seit Hawaii 2017 kein großes Ren... » mehr

Finals 2019

03.08.2019

Das bringt der Tag bei den Finals 2019 in Berlin

Bei den Finals in Berlin werden am Wochenende gleichzeitig zehn deutsche Meisterschaften ausgetragen. Die Titelkämpfe versprühen einen Hauch Olympia in der Hauptstadt. » mehr

Max Hartung

18.07.2019

Aus für Fechter Hartung und Ndolo im WM-Einzel

Der erste richtige Wettkampftag der Fecht-WM in Budapest geht ohne deutsche Medaillen zu Ende. Degenfechterin Alexandra Ndolo scheitert im Achtelfinale, Säbelspezialist Max Hartung eine Runde später. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Jubiläum Fallschirmspringer Haßfurt

Jubiläum Fallschirmspringer Haßfurt | 18.08.2019 Haßfurt
» 12 Bilder ansehen

Michael Patrick Kelly beim HUK Coburg Open-Air

Michael Patrick Kelly beim HUK Coburg Open-Air-Sommer 2019 | 19.08.2019 Coburg
» 38 Bilder ansehen

Kronacher Freischießen: Proklamation der Schützenkönige

Kronacher Freischießen: Proklamation der Schützenkönige | 19.08.2019 Kronach
» 22 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:16 Uhr



^