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Geiger glänzt bei Kobayashi-Flugshow

Party-Hits und große Gefühle: Für Karl Geiger läuft der Auftakt in die 68. Vierschanzentournee quasi perfekt, auch wenn der Japaner Kobayashi mal wieder einen Tick weiter fliegt. Für die kommenden drei Stationen ist alles offen.



Silberner Pokal
Karl Geiger jubelt mit dem silbernen Pokal für seinen zweiten Platz.   Foto: Daniel Karmann/dpa » zu den Bildern

Mit dem von Schwester Lucia überreichten silbernen Pokal kannten die Glücksgefühle von Karl Geiger keine Grenzen mehr.

Der beste deutsche Skispringer ist mit einem zweiten Platz furios in die 68. Vierschanzentournee gestartet und wird nach der bravourös gemeisterten Heimprüfung in Oberstdorf zum ganz großen Herausforderer von Japans siegreichem Überflieger Ryoyu Kobayashi. «Ich bin mega mega happy, dass ihr so eine gute Stimmung gemacht habt und die Sprünge so gut geklappt haben», rief Geiger den 25.500 Zuschauern durchs Stadionmikro zu. Über die kleine Schwester als Pokalfee sagte er freudig: «Sie ist ein Glücksbringer.»

Schon zuvor hatte der 26 Jahre alte Allgäuer lautstark seine ganze Freude hinaus gebrüllt und den zweiten Platz gefeiert wie einen Sieg. «Mir ist ein Stern vom Herzen gefallen. Es waren zwei gute Sprünge und ich bin mega happy. Die Atmosphäre war der Hammer, es war wirklich brutal geil», sagte der strahlende Geiger, der «einfach einen rausgehauen» hat. Er sei zwar nervös gewesen, steckte dies mit starken Sprüngen auf 135 und 134 Meter aber viel besser weg als in den vergangenen Jahren, als er es in seiner Heimat nie unter die Top 10 schaffte.

Lautstark dröhnten die Ballermann-Songs beim Interview-Marathon des Deutschen - unterbrochen wurden sie nur für die japanische Hymne zu Ehren des 23 Jahre alten Kobayashis. Der Titelverteidiger (138 und 134 Meter) siegte am Sonntag in Oberstdorf souverän mit 9,2 Punkten Vorsprung und gewann damit nach seinem Vierfachtriumph aus dem Vorjahr schon wieder - als einer von vier Athleten hat er nun fünf Tournee-Springen in Serie gewonnen. Das gelang vor ihm nur Helmut Recknagel, Sven Hannawald sowie Kamil Stoch.

Bei der großen Party im ausverkauften Skisprung-Tempel, der fast geschlossen auf Geigers Seite stand, beendete der Lokalmatador seine Oberstdorf-Flaute und belohnte sich und seine Konstanz mit dem Podestplatz. «Wir sind definitiv zufrieden. Das ganze Team hat super gearbeitet. Der Karl hat zwei sehr gute Sprünge gemacht», sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ARD. Kobayashi, der schon in Garmisch-Partenkirchen alleiniger Sieg-Rekordhalter werden könnte, sagte: «Die Saison läuft immer besser für mich, darum habe ich schon etwas im Hinterkopf.»

Geiger bejubelte mit Zimmerkollege und Freund Markus Eisenbichler das fantastische Ergebnis, das ihm alle Chancen für den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit Hannawald 2002 offenhält. Und auch der dreifache Weltmeister Eisenbichler ist pünktlich zum Saisonhöhepunkt wieder besser in Form. Nach ganz schwierigen Wochen mit vielen Rückschlägen und noch mehr Schimpfwörtern belegte der Bayer (134 und 123,5 Meter) den elften Platz, was ein Teilerfolg ist. Kobayashi warnte er im Namen seines Zimmerkollegen. «Er braucht sich keinen Fehler zu erlauben, dann kommt der Karl.»

Die DSV-Adler legten damit eine mehr als ordentliche Grundlage für die weiteren drei Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen an Neujahr (14.00 Uhr/ZDF und Eurosport), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar), auch wenn ein Traumstart mit einem Sieg wie zuletzt im Dezember 2015 erneut nicht gelungen ist.

Neben dem Top-Duo Geiger und Eisenbichler schafften es auch Pius Paschke (12.), Stephan Leyhe (13.), Constantin Schmid (20.), Luca Roth (27.) und Moritz Baer (29.) in den zweiten Durchgang. Das Springen komplett verpasst hatte Richard Freitag, der in der Qualifikation nur Rang 59 belegt hatte und damit einen großen Rückschlag erlitt. «Weitermachen und dann schauen, wie die weiteren Pläne sind», hatte der ratlose Sachse im Anschluss gemeint. Team-Weltmeister Freitag wird sich strecken müssen, um nach Garmisch weiter zum deutschen Aufgebot zu gehören.

Doch Freitag ist nicht alleine: Auch die früheren Gesamtsieger Kamil Stoch (19.) und Gregor Schlierenzauer (31.) verloren schon auf der ersten Station den Kontakt zur Spitze. Beim Rekord-Weltcupgewinner Schlierenzauer sei es «wie beim Flipperspielen, wenn die Kugel immer in die falsche Ecke geht», verglich sein Berater Werner Schuster in der ARD. Der frühere Bundestrainer genoss das Schanzen-Spektakel diesmal bei Glühwein und Bier statt wie bisher auf dem Trainerturm. Auch für Mitfavorit Daniel Andre Tande (Norwegen) ist alle Hoffnung auf einen Tournee-Triumph nach Rang 42 bereits vorbei.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 12. 2019
22:08 Uhr

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29. 12. 2019
22:08 Uhr



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