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Hoeneß relativiert Drohung zu DFB-Boykott

Joachim Löw wird sich in seiner T-Frage nicht von Uli Hoeneß beeinflussen lassen. Auch eine spontan geäußerte Drohung des Bayern-Chefs bereitet dem Bundestrainer keine Sorge - zumal Hoeneß zurückrudert.



Uli Hoeneß
Ist um eine Meinung nie verlegen: Bayern-Präsident Uli Hoeneß.   Foto: Peter Kneffel

Seine Boykott-Drohung in Richtung Nationalmannschaft ging Uli Hoeneß dann doch zu weit. Der scheidende Präsident des FC Bayern relativierte in der Debatte um den Stammplatz im DFB-Tor seine aufsehenerregenden Ausführungen.

Es seien Aussagen gewesen, «die er mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen würde», teilte das Hoeneß-Büro auf Anfrage von dpa und mehreren Medien mit. «Das Thema ist für ihn längst erledigt und es gibt dazu auch keine weiteren Aussagen von ihm.»

Unmittelbar nach dem Champions-League-Spiel der Münchner gegen Roter Stern Belgrad (3:0) am 18. September hatte Hoeneß noch anders geklungen. Angesprochen auf ein Szenario, dass Manuel Neuer von Marc-André ter Stegen im Tor abgelöst werden könnte, reagierte er rigoros. «Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen», sagte der 67-Jährige der «Sport Bild». Seinerzeit attackierte er auch Löw und den Deutschen Fußball-Bund für den Umgang mit Kapitän Neuer.

Hoeneß schilderte mit seiner Drohung ein auf den ersten Blick spektakuläres Szenario. Allerdings hätte der deutsche Rekordmeister bewusst gegen die vom Weltverband FIFA verordnete Abstellungspflicht für Nationalspieler in den Länderspielpausen verstoßen müssen. Rein theoretisch hätten die Bayern im Boykott-Fall alle Spieler krankmelden müssen - wären daran dann aber Zweifel aufgekommen, hätten Strafen bis hin zu Spielersperren gedroht.

Fraglich wäre sowieso gewesen, ob die Stars überhaupt mitmachen würden. Die sportlichen Erfolge im Nationalteam sind den aktuellen Leistungsträgern Neuer, Niklas Süle, Serge Gnabry, Leon Goretzka und Joshua Kimmich persönlich wichtig. Dazu geht es um Ansehen und Marktwert.

Dass der Wert der Spieler gerade durch Auswahleinsätze gesteigert werden, betont auch der Verband gerne. Der DFB wollte sich am Mittwoch nicht zu den via «Sport Bild» transportierten Hoeneß-Aussagen äußern. Diese sollen beim Verband aber mit Unverständnis und Kopfschütteln aufgenommen worden sein.

Von den zwei wichtigsten Protagonisten gab es auch nichts Neues. Ter Stegen, der gerne mehr spielen würde, sah beim 2:1 des FC Barcelona über den FC Villarreal am Dienstagabend beim 1:2-Gegentreffer nicht gut aus. Zur Debatte äußerte er sich nicht. Konkurrent Neuer hatte das von ihm selbst mit angefachte Thema schon in der vergangenen Woche zweimal für beendet erklärt. Hoeneß ließ am Wochenende ebenfalls schon verlauten, dass sein «Bedarf erst mal wieder für eine Zeit lang gedeckt» sei.

Die Kontroverse wird Bundestrainer Löw und seine zwei Weltklasse-Keeper aber trotzdem in der nahenden Länderspielphase begleiten. Am 9. Oktober im Freundschaftsspiel gegen Argentinien und am 13. Oktober in der EM-Qualifikation in Estland gibt es die nächsten Chancen für ter Stegen, der in diesem Jahr nur eine Halbzeit im Nationalteam ran durfte. Löw kündigte schon an, dass er sich von der Debatte «nicht beeinflussen» lassen werde. «Das lässt mich völlig entspannt in die Zukunft blicken», sagte der 59-Jährige, der Neuer selbst in dessen langer Verletzungspause immer wieder gestärkt hatte.

In der übernächsten Länderspielpause der Bundesliga, genauer am 15. November, scheidet Hoeneß aus dem Präsidentenamt aus. Der Vereinspatron des FC Bayern ließ mit den erneut heftigen Aussagen in der Auseinandersetzung nicht nur aufhorchen. Er sorgte auch abseits vom DFB für Erstaunen, da ein Boykott praktisch nicht durchsetzbar ist. Auch sein kürzlich geäußerter Wunsch, die Bundesliga durchspielen zu lassen und Länderspiele im Januar auszutragen, ist derzeit illusorisch. Die Länderspieltermine sind bis 2024 im Spielkalender des Weltverbands FIFA festgeschrieben - das im übrigen mit der Einverständnis aller Ligen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
16:10 Uhr

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25. 09. 2019
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