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Infantino vor Wiederwahl zum FIFA-Chef

Die FIFA setzt weiter auf Gianni Infantino als Führungskraft. Der Schweizer soll heute beim Kongress des Fußball-Weltverbandes per Akklamation im Amt bestätigt werden. Die Kritiker aus Europa scheuen derzeit den offenen Konflikt mit dem mächtigen Schweizer.



Gianni Infantino
Will sich erneut zum FIFA-Präsidenten wählen lassen: Gianni Infantino.   Foto: Francois Mori/AP

Gianni Infantino kann seiner erneuten Kür zum FIFA-Präsidenten gelassen entgegensehen. Beim Kongress des Fußball-Weltverbandes in Paris soll der 49 Jahre alte Schweizer heute per Akklamation bis 2023 im Amt bestätigt werden.

Am Vortag hatten auch die europäischen Nationalverbände ihre kollektive Unterstützung für Infantino zugesagt. Der Deutsche Fußball-Bund will im Messezentrum an der Porte de Versailles ebenfalls für den einzigen Kandidaten votieren.

«Wir wollen, dass die deutsche Stimme gehört wird. Dafür muss man miteinander und nicht übereinander reden», sagte DFB-Interimschef Rainer Koch in der französischen Hauptstadt. Zuvor hatten sich die Vertreter der fünf anderen FIFA-Konföderationen für Infantino ausgesprochen, so dass keine Abstimmung notwendig sein wird. Eine vom FIFA-Council auf den Weg gebrachte Statutenänderung erleichtert das Wahlverfahren per Applaus. Der bislang letzte FIFA-Chef, der sich keiner Wahl mit Stimmenauszählung stellen musste, war Joseph Blatter im Jahr 2007.

Infantino führt die FIFA seit 2016, als er überraschend zum Nachfolger von Blatter gekürt wurde. Der ehemalige UEFA- Generalsekretär hatte damals überhaupt nur kandidiert, weil der damalige französische UEFA-Chef Michel Platini wegen Ethikvergehen gesperrt worden war.

Zuletzt war Infantino wegen diverser Pläne für neue oder erweiterte Turnierformate wie die reformierte Club-WM in die Kritik geraten. Mit einer dubiosen Investment-Offerte über 25 Milliarden Dollar von namentlich nicht genannten Geldgebern für Vermarktungsrechte konnte sich der Schweizer zuletzt nicht durchsetzen. Als Erfolge seiner ersten Amtszeit wertet Infantino die Konsolidierung der FIFA-Finanzen und die Erhöhung der WM-Teilnehmerzahl von 32 auf 48 Teams vom Turnier 2026 an.

Gegner werfen dem FIFA-Chef eine intransparente Führungspolitik und eine Aufweichung der Reformideen für mehr Demokratisierung im Fußball-Weltverband vor. Der ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel galt vor seinem Rücktritt als einer der profiliertesten Kritiker Infantinos im FIFA-Apparat.

Trotz des bevorstehenden eigene Votums für den FIFA-Chef versprachen die deutschen Spitzenfunktionäre eine kritische Auseinandersetzung in Sachfragen. «Wir hängen uns nicht an andere Meinungen dran, wir haben eine deutsche Meinung», sagte DFB-Interimschef Reinhard Rauball.

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
07:31 Uhr

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05. 06. 2019
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