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Luitz droht Disqualifikation wegen Regelverstoß

Fakt ist: Stefan Luitz hat eine Anti-Doping-Regel des Skiweltverbands gebrochen. Ob und wie hart der Skirennfahrer bestraft wird, ob er sogar seinen ersten Weltcup-Sieg verliert, das ist allerdings offen. Denn die FIS und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sind uneins.



Siegerehrung
Erfolg in Gefahr: Stefan Luitz (M) feiert seinen Sieg in Beaver Creek.   Foto: Nathan Bilow/AP

Statt mit dem frischen Selbstvertrauen eines Weltcupsiegers geht Stefan Luitz mit der Ungewissheit einer drohenden nachträglichen Disqualifikation in das Alpin-Rennen am Samstag.

Eine Woche nach seinem sensationellen Erfolg beim Riesenslalom-Comeback in Beaver Creek untersucht der Skiweltverband FIS einen Verstoß des 26-Jährigen gegen die Anti-Doping-Regeln des Verbandes - wann eine Entscheidung fällt, war auch am Freitagabend noch offen. Entsprechend schwierig ist die Situation für den Allgäuer. «Das war nicht schön, als es durch die Medien ging. Stefan war dann auch geknickt eine Weile. Aber wir haben dann ein gutes Gespräch gehabt. Jetzt fokussieren wir uns auf das Rennen», sagte Cheftrainer Mathias Berthold.

FIS-Rennchef Markus Waldner sagte beim Treffen der Trainer am Abend vor dem Riesenslalom am Samstag (10.00/13.00 Uhr) in Val d'Isère nur, dass es eine Untersuchung gebe und der betroffene Fahrer bis zu einer Entscheidung an allen Wettkämpfen teilnehmen dürfe.

Fakt ist: Luitz hat zwischen den beiden Durchgängen am vergangenen Sonntag Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement der FIS verstoßen. Das bestreitet auch niemand vom Deutschen Skiverband (DSV). «Wir haben einen Fehler gemacht, da stehen wir auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass die FIS ihr Reglement an den internationalen WADA-Code nicht angepasst hat», sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier der Deutschen Presse-Agentur.

Der Start in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado liegt mit 3152 Metern sehr hoch, entsprechend dünn ist die Luft in den Rocky Mountains. Sauerstoff hilft den Sportlern. Für die WADA ist das legal, laut Anti-Doping-Regeln der FIS nicht. «Wir haben den Stefan in diese Situation gebracht. Wir haben uns auf den WADA-Standpunkt bezogen (...) und haben in dieser Situation falsch gehandelt», sagte Berthold.

Denn in dem Dokument mit Stand Juli 2016 steht auf Seite 13, dass es verboten ist, Sauerstoffflaschen und ähnliches Equipment an oder in die Wettkampfstätte mitzubringen und dort zu nutzen. Ein Verstoß habe die automatische Disqualifikation zu Folge.

Allerdings: Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erlaubt in ihrer aktuelleren Liste der verbotenen Substanzen und Methoden aus diesem Jahr das Einatmen von Sauerstoff explizit. In diesem Wissen hatten die deutschen Betreuer Luitz den Sauerstoff einatmen lassen - im Aufenthaltsbereich der Skirennfahrer, sichtbar für alle Konkurrenten. «Wir akzeptieren, wenn man sagt, wir haben einen Regelverstoß gemacht. Aber nicht, dass wir gedopt haben. Wir betrügen nicht», sagte Maier. «Doping ist betrügen. Aber das Einatmen von Sauerstoff ist laut WADA und NADA kein Betrug. Und wir betrügen nicht.»

Wie lange Luitz nun darauf warten muss, ob er seinen Weltcup-Sieg behalten darf oder nicht, konnte am Freitag niemand abschätzen. Eine Entscheidung noch an diesem Rennwochenende mit dem Riesenslalom und dem Slalom am Sonntag sei nicht auszuschließen, hieß es lediglich.

Beim Riesenslalom am Samstag will auch Felix Neureuther erstmals wieder antreten. Der 34-Jährige musste sein Comeback nach überstandenem Kreuzbandriss zuletzt zwei Mal verschieben. Zuletzt brach sich der erfolgreichste deutsche Weltcup-Fahrer den Daumen. In Frankreich fährt er mit einer Spezialschiene.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 12. 2018
18:44 Uhr

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07. 12. 2018
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