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Madrid nach Horror-Saison vor schwerem Neuaufbau - mit Kroos

Real Madrid steht vor den Scherben einer Katastrophensaison. Trainer Zinedine Zidane muss nun den dringenden Neuaufbau starten. Einfach wird der nicht, denn das Club-Idol hat gut zwei Monate nach seiner Rückkehr schon viel Kredit verspielt.



Nationalspieler
Toni Kroos bleibt Real Madrid treu.   Foto: Paul White/AP

Erst Pleite mit Pfeifkonzert, dann die erfreuliche Nachricht der Vertragsverlängerung.

24 Stunden nach dem blamablen 0:2 im letzten Ligaspiel gegen Betis Sevilla verkündete der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalspieler Toni Kroos um mindestens ein Jahr. Der Weltmeister von 2014, der am Sonntag auf der Bank saß und eine schwache Saison spielte, unterzeichnete einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2023. «Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten vier Jahren gemeinsam viel Erfolg haben werden», sagte der 29 Jahre alte Profi.

Nach der Katastrophensaison der Königlichen kam die schnelle Verlängerung überraschend. Denn Kroos stand nach übereinstimmenden Medienberichten auf der Liste der sogenannten «Unerwünschten», die verkauft werden sollten. In einer am Montag veröffentlichten Online-Umfrage der Zeitung «Marca» sprachen sich 75 Prozent von rund 230 000 Lesern für eine Trennung von dem Ex-Bayern-Profi aus.

Kroos suchte nicht nach Ausreden: «Diese Saison hat keiner von uns sein Topniveau erreicht, auch ich nicht.» Nach drei Champions-League-Siegen in Serie sei ein solcher Leistungsabfall aber normal, betonte er. An einen Weggang habe er aber nie gedacht.

«Wenn es nicht gut läuft, will ich immer dazu beitragen, dass es wieder besser wird», sagte er. Angesichts der zu erwartenden Verstärkungen auch im Mittelfeld habe er keine Angst vor der «Konkurrenz». «Nein, wenn ich mein Niveau erreiche, habe ich da nie Probleme», sagte Kroos, der nun beim drigenden Neuaufbau mithelfen darf. «Das hier wird sich so oder so ändern. Mit Sicherheit», hatte Trainer Zinedine Zidane nach dem Apfiff am Sonntag gesagt. Der Urlaub des vor gut zwei Monaten zum Bernabéu zurückgekehrten Franzosen wird mit Sicherheit nicht allzu unbeschwert und sorglos ausfallen.

Real hat eine der schlechtesten Spielzeiten der 117-jährigen Clubgeschichte hinter sich. «Das war ein Horrorfilm», bilanzierte die Digitalzeitung «El Confidencial». So viele Liga-Niederlagen wie diese Saison (12) hatte man in diesem Jahrhundert bisher nicht eingesteckt. Insgesamt ging man 18 Mal als Verlierer vom Platz.

Was die Fans aber am meisten schmerzt: Der Rückstand auf Erzrivale und Meister FC Barcelona, der acht der letzten elf Liga-Titel gewann, war am Ende mit 19 Punkten so groß wie noch nie bisher seit der Gründung der Liga im Jahr 1929. Dass Zidane - der dritte Trainer der Saison nach Julen Lopetegui und Santiago Solari - mit fünf Siegen, vier Niederlagen und zwei Remis dazu beitrug, nimmt man ihm bereits übel. «Zidane war ein verdammtes Desaster», schrieb «El Mundo».

Dass Zidane allein die Champions League einmal als Profi und drei Mal als Trainer nach Madrid holte, scheint (fast) vergessen. Man wirft dem 46-Jährigen vor, dass die Real-Profis unter seiner Ägide lediglich bei der zur Schau gestellten Lustlosigkeit einen Gang zulegten. Und auch, dass er Gareth Bale am Sonntag auf der Bank sitzen ließ und dem ganz oben auf der Verkaufsliste stehenden Waliser keine Gelegenheit zu einem würdigen Abschied gab.

Nach Medienberichten sind die Wechsel des belgischen Chelsea-Stars Eden Hazard sowie des serbischen Sturm-Juwels Luka Jovic von Eintracht Frankfurt für jeweils rund 100 und 60 Millionen Euro so gut wie perfekt. Zidane soll außerdem unter anderem an seinen Landsleuten Paul Pogba (Manchester United) und Ferland Mendy (Olympique Lyon) sowie an den Dänen Christian Eriksen von CL-Finalist Tottenham Hotspur interessiert sein. Im (Dauer-)Gespräch sind die beiden PSG-Superstars Neymar und Kylian Mbappé.

Auf der Liste der sogenannten «Unerwünschten», die zum Verkauf stehen, tauchen neben Navas, Ceballos und Llorente auch Stars wie Isco und Asensio auf. Und natürlich auch Bale. Beim 29-Jährigen bahnt sich aber Ärger an. Der gut dotierte Vertrag des Stürmers läuft noch bis 2022. Es gibt nur wenige Vereine, die ein entsprechendes Gehalt zahlen können. Spanische Medien berichten, dass Bale hier keine Abstriche machen wolle. «Notfalls spiele ich drei Jahre lang Golf», soll der Waliser laut Medienberichten in der Kabine gesagt haben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
14:25 Uhr

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20. 05. 2019
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