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Max Hartung: Zwischen Säbelfechten und Politik

Auf Max Hartung ruhen bei der Fecht-WM in Budapest wieder einmal fast alle deutschen Hoffnungen. Der Säbelspezialist kämpft am Donnerstag um eine Medaille. Doch der 29-Jährige denkt auch längst an die Zeit nach seiner aktiven Karriere.



Max Hartung
Fordert kritische Sportler: Max Hartung.   Foto: Federico Gambarini

Ende Juni, kurz nach der Siegesfeier mit Goldmedaille um den Hals, wäre Max Hartung am liebsten in den Urlaub gefahren.

Die Fecht-EM in Düsseldorf war «ein Highlight», sagte der 29-Jährige, «ein Kraftakt, nach dem man eigentlich die Füße hochlegen und sagen möchte: Geschafft! Geil war's!» Stattdessen aber fuhren die deutschen Fechter ins Trainingslager, seit Montag läuft die WM in Budapest - und auf Hartung ruhen wieder einmal fast alle Hoffnungen.

«Wir müssen schauen, dass wir noch einmal in Stimmung kommen und uns so anpeitschen, wie es uns in Düsseldorf gelungen ist. Das geht auch nicht immer», sagte der Säbelspezialist, der am Donnerstag (ab 10.00 Uhr) im Einzel und am Wochenende im Team um eine Medaille kämpft, der Deutschen Presse-Agentur. Konkrete Ziele setzt er sich nicht. «Klar» habe die EM noch einmal «Selbstbewusstsein» gebracht, aber «ich möchte einen Gegner nach dem anderen schlagen und nicht von hinten mit der Goldmedaille anfangen.»

Die Säbelfechter, die sich in Düsseldorf zu Team-Europameistern gekrönt hatten (Hartung gewann im Einzel Bronze), sind für den Deutschen Fechter-Bund «schon eine Art Lebensversicherung», sagte Sportdirektor Sven Ressel der dpa: «Das ist ein tolles Team, das sich in der absoluten Weltspitze befindet.» Davon sind andere weit entfernt.

An den ersten beiden Wettkampftagen scheiterten bereits neun Deutsche in den Vorrunden für die Einzel-Wettbewerbe. In der «Sport Bild» warb Hartung eindringlich dafür, mehr ehemalige Athleten als Trainer einzubinden. «Bei uns unterrichtet der Meister den Schüler, es gibt eine enge Bindung», sagte er. «Die besten Trainer wandern aber aus Europa nach Amerika und Asien ab. Wir könnten in Deutschland wieder erfolgreicher fechten, wenn man einen Teil unserer besten Athleten dazu bewegen würde, nach ihrer aktiven Karriere als Trainer im Fechten zu arbeiten.»

Weil es aber kaum Perspektiven gebe, «macht das schon seit Jahren kaum jemand». Und ewig wird sich der Fechter-Bund nicht auf den zweimaligen Einzel-Europameister verlassen können. Nur noch zwei Jahre möchte der gebürtige Aachener kämpfen, 2020 stehen die Olympischen Spiele in Tokio auf dem Programm. «Mir macht das Fechten tierisch Spaß, aber ich merke auch, dass die Knie, die Achillessehnen wehtun», sagte Hartung. Zudem wird der 29-Jährige längst auch an anderer Stelle gebraucht - der Athletensprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes war 2017 der Gründungspräsident des Vereins Athleten Deutschland, der den Sportlerinnen und Sportlern auch international eine gewichtige Stimme verleiht.

«Mir macht mein Engagement viel Spaß, vielleicht gibt es 2021 auch beruflich irgendwelche Herausforderungen, die spannend sind», sagte Hartung, der weit über die eigene Sportart hinaus schaut. «Als bekannter Mensch, als Sportler, Künstler oder Musiker hat man eine gesellschaftspolitische Verantwortung», sagte er mit Blick auf den «überragenden» Auftritt der US-Fußball-Weltmeisterin Megan Rapinoe, die US-Präsident Trump offen für dessen Politik kritisierte.

Bei vielen anderen Athletinnen und Athleten sei das «so ein bisschen eingeschlafen», sagte er: «Es ist alles sehr brav geworden, was vielleicht auch an den Abhängigkeiten im Sport liegt, speziell im Fußball. Aber ich würde mir wünschen, dass sich Sportler einmischen und einbringen. Noch mehr, als wir das jetzt schon tun.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
10:19 Uhr

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17. 07. 2019
10:19 Uhr



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