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Millionen-Preisgeld und hohe Ziele - Neue Liga startet

In einem neuen Wettkampfformat kämpfen internationale Top-Schwimmer von diesem Samstag an um hohe Preisgelder. Auch deutsche Becken-Asse sind in Indianapolis dabei. Vor dem Start der neuen Serie gab es Stress mit dem Weltverband.



Schwimm-Liga
Lagen-Spezialist Heintz freut sich auf die an diesem Wochenende beginnende neue International Swimming League (ISL).   Foto: Bernd Thissen/dpa

Ein FC Barcelona ohne Argentiniens Superstar Lionel Messi - seit Jahren unvorstellbar. Die Bayern ohne den Polen Robert Lewandowski: Wer soll dann die Tore schießen?

Mannschaften als internationale Ensembles von Weltklasse-Sportlern sind für Fußball-Fans ganz normal. Geht es nach den Veranstaltern einer neuen Schwimm-Liga, könnte das irgendwann in ihrer Sportart genauso sein.

Bei der International Swimming League (ISL) kämpfen von diesem Samstag (21.00 Uhr/Eurosport 2) an Teams mit Athleten aus verschiedenen Ländern um Punkte und Preisgelder in Millionenhöhe. WM-Silbergewinnerin Sarah Köhler, Lagen-Ass Philip Heintz und Schmetterling-Spezialistin Franziska Hentke stehen mit Sportlern in einem Team, die sie bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften als Gegner kennen. Ex-Weltmeister Marco Koch ist wie weitere Deutsche auch dabei, wenngleich nicht alle am Start-Wochenende ins Becken springen.

Die neuen Events sind auch ein Zeichen an den Weltverband FINA. «Wenn man nicht mehr auf die Athleten hört, dann machen die sich halt irgendwann selbstständig», erklärt Heintz. 2018 hatten namhafte Schwimmer um die dreimalige ungarische Olympiasiegerin Katinka Hosszú in den USA ein Kartellverfahren gestartet, um das internationale Wettkampfmonopol der FINA zu kippen. Der Weltverband hatte zuvor für die Absage eines Events in Italien gesorgt, an dem auch die ISL beteiligt war. Zwar startete die FINA danach ebenfalls ein neues lukratives Format, aber die ISL setzt auf ihre Idee.

«Sicher ist die FINA nicht unser erster Unterstützer», drückt es der Kaufmännische Leiter der ISL, Hubert Montcoudiol, noch ziemlich diplomatisch aus und stellt treffend fest: «Die FINA ist die FINA und die ISL ist die ISL.» Diese strikte Trennung äußert sich unter anderem auch darin, dass die bei der neuen Liga geschwommenen Zeiten vom Weltverband nicht anerkannt werden. Ein möglicher Weltrekord bei den Kurzbahn-Rennen würde also nicht als solcher zählen.

Die in Europa und den USA ansässigen ISL-Teams bestehen jeweils aus zwölf Männern und zwölf Frauen. Im Oktober und November geht es zunächst in Vorkampf-Meetings um Punkte. Das Finale steigt dann am letzten Wochenende vor Weihnachten in Las Vegas.

Köhler, Heintz und Hentke schwimmen bei den «Aqua Centurions» unter anderen mit den italienischen Schwimmstars Federica Pellegrini und Gabriele Detti sowie Ungarns Altmeister Laszlo Cseh zusammen. «Er ist immer noch einer der Besten, den wir jemals hatten», sagt Heintz. «Mit ihm im gleichen Team zu schwimmen, das ist schon etwas ganz Besonderes.» Köhler freut sich auf internationales Flair und darauf, «mal nicht nur im Team Deutschland oder im Verein zu schwimmen.» Die 25-Jährige ist überzeugt: «Das wird untereinander verbinden.»

Heintz plädiert schon länger für Profiteams im Schwimmen und findet es «cool», dass dieser Ansatz jetzt umgesetzt wird. Der 28-Jährige ist überzeugt: «Nur so kann man den Schwimmsport langfristig nach vorne bringen.» Er traut der Liga - etwas überschwänglich - eine glorreiche Zukunft zu: «Das kann richtig groß werden und irgendwann mal so einen Stellenwert haben wie Olympia.»

Damit es tatsächlich dazu kommt, müsste allerdings noch sehr viel passieren. Köhler ordnet das sportliche Niveau derzeit «auf dem Level eines Weltcups» ein. Der sportliche Wert und das Niveau ist vor der ISL-Premiere schwer einzuschätzen. Nach der WM haben viele Athleten im August erstmal Urlaub gemacht. Ob die Topstars wirklich ihre beste Leistung abrufen können, ist zumindest sehr fraglich.

Finanziell soll sich ihr Auftritt dagegen in jedem Fall lohnen. Die neue Liga will insgesamt rund vier Millionen Dollar (etwa 3,62 Millionen Euro) an die Sportler ausschütten. Zum Vergleich: Bei der WM in Südkorea Betrug das Gesamtpreisgeld für die Beckenschwimmer 2,73 Millionen Dollar (etwa 2,45 Millionen Euro).

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
09:28 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
09:28 Uhr



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