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Nike beendet Oregon Project: Was wird aus Klosterhalfen?

Ende für das Oregon Project: Nike will seine Athleten nicht mehr mit der Salazar-Sperre belasten, unterstützt den Starcoach aber weiter bei dessen Einspruch. Die WM-Dritte Konstanze Klosterhalfen muss ihre Olympia-Vorbereitung auf neue Beine stellen.



Konstanze Klosterhalfen
Konstanze Klosterhalfen trainiert seit einem Jahr beim Nike Oregon Project.   Foto: Martin Rickett/PA Wire/dpa

Nach der angekündigten Schließung des Nike Oregon Projects muss sich Deutschlands Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen ein neues Trainingscamp suchen.

Nur fünf Tage nach der Leichtathletik-WM mit zahlreichen Erfolgen zog der US-Sportartikel-Gigant die Konsequenzen aus dem Skandal um Starcoach Alberto Salazar. Wie es mit Klosterhalfen, die in Doha Bronze über 5000 Meter gewann, und ihrem Trainer Pete Julian weitergeht, ist offen. Sie könne die Entscheidung von Nike «komplett nachvollziehen», sagte Klosterhalfen in einer Stellungnahme ihres Managements.

«Es ist ein erster wichtiger Schritt, vor allem die aktuellen Athleten und deren Leistungen zu schützen, denn deren und meine sportliche Leistung ist seit der letzten Woche leider aufgrund der Umstände in den Hintergrund geraten», erklärte die 22-jährige Leverkusenerin. Sie könne über ihre Erfahrungen mit dem Team und den anderen Mitgliedern ihrer Laufgruppe unter Trainer Julian nur Positives berichten und sich daher «von allen Verdachtsmomenten frei machen». Klosterhalfen will sich nun mit ihrem Team, Nike und dem Deutschen Leichtathletik-Verband besprechen, «um für mich und meine sportliche Entwicklung und Zukunft die bestmögliche Entscheidung zu treffen».

«Für mich ist der Beschluss, das Oregon Project nach der Salazar-Sperre zu beenden, eine folgerichtige Entscheidung im Sinne der Athleten und des Sports», sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing. DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska verwies auf die bereits während der WM angekündigten «intensiven Gespräche» mit Klosterhalfen und ihren Beratern, um ihre Olympia-Vorbereitung für Tokio 2020 optimal abzusichern. «Die Entscheidung, wie es weitergeht, wird letztlich Konstanze Klosterhalfen eigenverantwortlich treffen», sagte er aber auch.

Die deutsche Rekordhalterin trainiert seit einem Jahr in Oregon. Wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln wurden Salazar und NOP-Arzt Jeffrey Brown während der WM für vier Jahre gesperrt. Klosterhalfen und andere Läufer wie Doppel-Weltmeisterin Safin Hassan aus den Niederlanden sahen sich deswegen mit immer neuen Fragen konfrontiert - auch wenn sich die Ermittlungen der US-Anti-Doping-Agentur USADA auf die Zeit von 2010 bis 2014 bezogen.

«Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können», heißt es in der Nike-Stellungnahme. Zuvor hatten mehrere US-Medien über die Entscheidung des Unternehmens berichtet.

Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten «jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt» worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Läufer aber zu einer «unfairen Belastung» geworden. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hatte alle Vorwürfe von sich gewiesen und Einspruch gegen das Urteil eingelegt. «Wir werden Alberto in seiner Berufung weiterhin unterstützen», erklärte Nike.

USADA-Chef Travis Tygart hatte festgestellt: «Die Athleten waren Versuchstiere, so muss man es sagen.» In dem 250-seitigen Urteil ging es um «hochgradig gefährliche Medikamente» und verboten hohe Infusionen.

Klosterhalfen betonte stets, dass Pete Julian ihr Coach in Oregon sei. Noch in Katar hatte die Rheinländerin angekündigt, weiter beim NOP trainieren zu wollen und sich auf die Rückkehr zu freuen. «Das bleibt das beste Team der Welt», sagte sie vor ihrem geplanten Urlaub in Deutschland und Dubai. «Doping ist da nie ein Thema.»

Nike machte keine Angaben, in welcher Form das Unternehmen künftig seine NOP-Athleten und -Trainer unterstützt und wo diese ihren Sitz haben werden. Das US-Unternehmen ist auch der Generalausrüster des DLV, der Vertrag läuft bis 2028. Der NOP-Campus befindet sich auf dem Hauptgelände des Geldgebers. Bereits 2001 hatten Nike und Salazar das Projekt gegründet. Der heute 61-Jährige wollte damals die Vormachtstellung der Ausdauersportler aus Afrika durchbrechen.

Die Sportler des Projekts, dessen Markenzeichen ein Totenkopf ist, räumten bei der WM in Doha mächtig ab. Wären die Elite-Läufer, die sich gerne als Team bezeichnen, im Medaillenspiegel geführt, dann hätten sie so oft Gold wie China geholt und lägen auf Rang fünf, auch vor Deutschland (2-0-4). Sieben der insgesamt zwölf Ausdauerspezialisten aus Salazars Team waren in Doha am Start. Ihre Bilanz: dreimal Gold, einmal Silber und Bronze für Klosterhalfen.

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dpa

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11. 10. 2019
16:01 Uhr

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11. 10. 2019
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