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Paderborn und Berlin gewinnen Aufstiegs-Duelle

Im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga wird die Tabelle am viertletzten Spieltag mächtig durcheinandergewirbelt. Paderborn belegt plötzlich einen direkten Aufstiegsplatz, Hamburg rutscht raus - und muss mehr denn je um die Rückkehr ins Oberhaus bangen.



Jubeltraube
Unions Spieler jubeln nach dem Treffer zum 1:0 gegen den Hamburger SV.   Foto: Andreas Gora/dpa » zu den Bildern

Entsetzen in Hamburg, Hoffnung in Berlin, Träume in Paderborn: Im Aufstiegs-Rennen der 2. Fußball-Bundesliga hat sich der Wind in zwei direkten Duellen des 31. Spieltages gedreht. Beim Hamburger SV kommt nach dem Sturz aus den Aufstiegsplätzen Panik auf.

Nach der 0:2 (0:0)-Niederlage bei Union Berlin und dem Abrutschen auf Rang vier der 2. Fußball-Bundesliga trat Sportchef Ralf Becker Gerüchten um eine Trennung von Trainer Hannes Wolf noch entgegen. Ex-Nationalspieler Lewis Holtby wird aber aus disziplinarischen Gründen nie mehr für den HSV spielen.

Während Union durch den Sieg punktgleich mit den Hamburgern (beide 53) drei Spieltage vor Saisonende Platz drei erkämpfte, eroberte Aufsteiger SC Paderborn (54) durch das 3:1 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim den zweiten direkten Aufstiegsplatz hinter dem 1. FC Köln (59). Die Kölner hatten nach vier Spielen ohne Sieg am Samstag Trainer Markus Anfang beurlaubt.

Glaubt man Sportvorstand Becker, wird Wolf dieses Schicksal in Hamburg erst einmal nicht ereilen. «Das Problem ist bei uns nicht der Trainer. Man braucht echte Typen, davon haben wir zu wenige», sagte Becker: «Ich bin nicht bereit jemanden zu opfern, nur weil gewisse Dinge nicht so laufen wie sie bei einer Mannschaft wie uns laufen müssten.» Wolf räumte bei Sky aber durchaus Zweifel an seinem Job ein. «Angst habe ich nicht. Wenn man in dem Bereich arbeitet, kann das immer passieren», sagte er: «Ich übernehme nicht die ganze Verantwortung, aber ich bin ein Teil davon.»

Kein Teil des HSV mehr wird künftig Holtby sein, der gebeten hatte, nicht mit zum Spiel fahren zu müssen. «Für uns ist klar, und dass wird auch bis zum Ende der Saison so bleiben, dass es keinen Sinn mehr macht», begründete Becker die Suspendierung. Holtby habe kurz nach seiner Aussage gewusst, dass dies ein Fehler gewesen sei, berichtete Wolf. «Aber du bekommst es dann nicht mehr gedreht, wenn ausgesprochen ist, dass ein gesunder Spieler nicht mit zum Spiel will.» Holtbys Vertrag läuft zum Saisonende aus.

Die Tore für Berlin erzielten Robert Zulj, der nach 45 Sekunden in der zweiten Halbzeit einen groben Schnitzer von Gideon Jung nutzte, und Grischa Prömel (84.). Berlins Trainer Urs Fischer war aber auch ein Stück weit enttäuscht, dass der Sieg nicht Rang zwei brachte: «Vorher galt es als Endspiel. Jetzt ist nicht mehr als Platz drei herausgekommen, obwohl wir gewonnen haben.»

Die Paderborner schrieben derweil weiter an ihrem Fußball-Märchen, bemühten sich aber um Gelassenheit. «Wir genießen einfach den superschönen Moment», sagte Christopher Antwi-Adjej, der die beiden ersten Treffer gegen Heidenheim erzielte (52./59.). Kai Pröger legte nach (90.+2), Robert Andrich (90.+4) verkürzte.

Für Heidenheim dürfte der Traum vom Aufstieg beendet sein. Gleiches gilt wohl für den FC St. Pauli (48), obwohl dieser beim 4:3 (1:2) gegen Jahn Regensburg (45) nach sechs Spielen ohne Sieg mal wieder gewann. Die Regensburger und Holstein Kiel (46) nach dem 2:3 (2:2) beim SV Sandhausen sind erst recht aus dem Rennen.

Sandhausen hat mit 34 Zählern und nach sieben Spielen weiter vier Punkte Vorsprung auf den 1. FC Magdeburg. Der Aufsteiger behauptete durch das 2:1 (2:1) gegen die SpVgg Greuther Fürth den Relegationsplatz. Der FC Ingolstadt macht mit nur einem Punkt dahinter aber mächtig Druck. Nach dem 1:0 (0:0) gegen Dynamo Dresden haben die Schanzer nun zehn Punkte aus vier Spielen mit Trainer-Rückkehrer Tomas Oral geholt.

Für die Schlagzeilen des Wochenendes sorgte neben dem HSV aber ausgerechnet der Tabellenführer. Nach vier Spielen ohne Sieg trennte sich der 1. FC Köln von Trainer Markus Anfang. «In dieser Phase der Saison war es notwendig, etwas zu verändern, um unser Ziel nicht in Gefahr zu bringen», erklärte Sport-Geschäftsführer Armin Veh. «Mein Kölner Herz trägt Trauer», sagte derweil der gebürtige Kölner Anfang, der genau 300 Tage nach Amtsantritt beurlaubt wurde und den Aufstieg mit seinem Herzensverein nun nicht mehr selbst zu Ende bringen darf.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 04. 2019
17:01 Uhr

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