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Reaktionen zur Verlegung der EM 2020 in den Sommer 2021

Die Fußball-EM 2020 findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie erst im Sommer 2021 statt. Die Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitee war «alternativlos», wie nicht nur Bundestrainer Joachim Löw befand. Die Reaktionen:



Bundestrainer
Joachim Löw findet die Verlegung der EM «völlig richtig und alternativlos».   Foto: Christian Charisius/dpa

Aleksander Ceferin (UEFA-Präsident): «Wir stehen am Ruder eines Sports, den eine riesige Anzahl von Menschen leben und atmen und der von diesem unsichtbaren und sich schnell bewegenden Gegner niedergeschlagen wurde. In Zeiten wie diesen muss die Fußball-Gemeinschaft Verantwortung, Einheit, Solidarität und Altruismus zeigen. Die Gesundheit von Fans, Mitarbeitern und Spielern muss für uns oberste Priorität haben.»

Fritz Keller (DFB-Präsident): «Die Kolleginnen und Kollegen der UEFA, denen wir uns nicht zuletzt als Ausrichter der Europameisterschaft 2024 besonders verbunden fühlen, sind heute ihrer Verantwortung gerecht geworden und haben einen Plan für ihre 55 Mitgliedsverbände aufgestellt. Wohlwissend, dass alles, was wir hier und heute beschließen, morgen oder übermorgen wieder überholt sein kann. Wir müssen nun lernen, in Szenarien zu denken. Es gibt keine Alternative zur Verschiebung der Europameisterschaft. Jetzt ist es an der Zeit, nicht nur in Deutschland und in Europa, sondern überall auf der Welt die Gesundheit der Menschen nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Gleichzeitig müssen wir schon jetzt daran denken, wie es nach der Pandemie mit dem Fußball weitergeht, der so viele Menschen in seinen Bann zieht.»

Joachim Löw (Bundestrainer): «Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball. Deshalb ist es völlig richtig und alternativlos, die EURO zu verschieben. Unsere Nationalspieler sind natürlich über die Entscheidung informiert, sie sind zudem mit ihren Vereinen und den dortigen Trainern in Kontakt, trainieren derzeit größtenteils individuell, bis abzusehen ist, wie sich die Lage insgesamt entwickeln wird. Sie hätten natürlich wahnsinnig gerne die EURO im Sommer gespielt, was sie sich auch erarbeitet hatten. Jeder Sportler lebt doch für diese großen Spiele, für diese großen Turniere, die ein Land, einen ganzen Kontinent oder bei Weltmeisterschaften die ganze Welt begeistern.»

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor): «Es gibt für die aktuelle Situation kein Handbuch, keine Erfahrungswerte. So gerne wir nun gegen Italien und Spanien, insbesondere aber die EURO 2020 im Sommer mit unserer jungen Mannschaft und den drei tollen Heimpartien in München gespielt hätten, so alternativlos sind diese Entscheidungen im Moment. Wir alle wissen, welch hohe Bedeutung der Fußball für die Gesellschaft hat und hatte - auch und gerade in schwierigen Zeiten hat der Fußball immer wieder seine verbindende Kraft gezeigt und Zuversicht entstehen lassen. In der aktuellen Phase geht es darum, diese verbindende Kraft so zu nutzen, uns alle zurückzunehmen. Unsere Aufgabe ist es nun, die weitreichenden Folgen, die diese Entscheidungen auf den gesamten Fußball haben, einzuordnen und an Lösungen zu arbeiten.»

Christian Seifert (DFL-Geschäftsführer bei Bild.de). «Ich wusste es schon etwas früher, bereits um 10.00 Uhr. Da wurden die Pläne zum ersten Mal von der UEFA präsentiert. Es war klar, dass es illusorisch ist, eine EM in mehreren Ländern zu spielen und dazu die nationalen Ligen zu beenden und auch noch die Champions League und Europa League. Die Entscheidung wurde zügig und konsequent getroffen.»

Philipp Lahm (Geschäftsführer der DFB EURO GmbH): «Die Verlegung der EURO 2020 ist unter den gegebenen Umständen ein richtiger und konsequenter Schritt. Wir alle lieben den Fußball. Aber im Angesicht der Pandemie müssen wir neue Schwerpunkte setzen. Die Gesundheit der Menschen ist das höchste Gut. Wir müssen es gemeinsam schützen. Ich appelliere an alle, die Weisungen der Gesundheitsbehörden genau zu befolgen. Wir können die Pandemie nur gemeinsam besiegen. Als Team.»

Dieter Reiter (Oberbürgermeister Stadt München): «Natürlich kann ich verstehen, dass die Fußballfans jetzt enttäuscht sind. Aber in der aktuellen Situation ist es die richtige Entscheidung, die UEFA EURO 2020 schon jetzt zu verschieben. Planungen und Vorbereitungen müssten auf Hochtouren laufen, liegen aber aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf Eis. Jetzt steht die Gesundheit im Vordergrund, und wir müssen alles tun, um die Verbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen.»

Rudi Völler (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): «Die Verschiebung der EURO 2020 um ein Jahr ist absolut angemessen und sinnvoll. So erhalten die nationalen Ligen zeitliche Optionen, ihre Wettbewerbe möglichst auf sportlicher Basis fair und unter gleichen Bedingungen für alle zu beenden.»

Lukas Hradecky (finnischer Nationaltorwart von Bayer Leverkusen): «Wir Finnen haben über 80 Jahre darauf gewartet, an einer Endrunde eines großen Fußball-Turniers teilzunehmen. Da kommt es auf ein paar Monate nicht an, bis unser und mein persönlicher EM-Traum in Erfüllung geht. Natürlich steht auch in dieser Frage die Gesundheit an erster Stelle. Nicht zu vergessen: Das ist auch eine Chance für die Spieler, die aktuell schwer verletzt sind, an dem Turnier teilzunehmen.»

Andrea Agnelli (Vorsitzender der Club-Vereinigung ECA): «Europa steht vor der größten Herausforderung dieser Generation, die alle Ebenen der Gesellschaft einschließlich des Fußballs betrifft. Die Herausforderung für unser Spiel ist enorm und als Führungskräfte haben wir die Verantwortung, alles zu tun, um sein langfristiges Wohlergehen zu schützen, indem wir die Auswirkungen des Virus abschwächen.»

Mark Bullingham (CEO der englischen FA): «Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen müssen für uns alle das Hauptanliegen sein. Deshalb unterstützen wir voll und ganz die Entscheidung der UEFA, die EURO 2020 zu verschieben. Wir werden in den kommenden Tagen die Auswirkungen auf alle englischen Teams und unsere Organisation prüfen, einschließlich aller Auswirkungen auf das Datum der Frauen-EM 2021, auf die wir sehr stolz sind.»

Martin Kind (Mehrheitsgesellschafter von Hannover 96): «Die Entscheidung der DFL am Vortag, die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen zu wollen, war notwendig und sinnvoll. Das gilt auch für den heutigen Entschluss der UEFA, das EM-Turnier zu verschieben. Die nationalen Ligen erhalten dadurch den zeitlichen Spielraum, den sie dringend benötigen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
18:11 Uhr

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17. 03. 2020
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