Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Sport

Werder droht weiter der Abstieg: Nullnummer gegen Heidenheim

Das Zittern geht für Werder weiter. Im Relegations-Hinspiel kamen die Bremer nur zu einem 0:0 gegen Heidenheim. Jetzt kommt es zum Showdown in Heidenheim. Muss der viermalige deutsche Meister nach 40 Jahren runter in die 2. Liga?



Relegation
Werder-Profi Milot Rashica (l) wird vom Heidenheimer Marnon Busch verfolgt.   Foto: Martin Meissner/AP POOL/dpa » zu den Bildern

Werder Bremen droht nach wie vor der erste Abstieg aus der Fußball-Bundesliga seit 40 Jahren.

Die Norddeutschen kamen im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim am Donnerstagabend nach einer schwachen Vorstellung nicht über ein 0:0 hinaus und verpassten es damit, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu verschaffen. Das zweite Duell zwischen dem Tabellen-16. der Ersten und dem Dritten der Zweiten Liga findet am Montag (20.30 Uhr DAZN und Amazon Prime) in Heidenheim statt.

Die Bremer, die sich erst am letzten Spieltag in die Relegation gerettet hatten, zeigten über 90 Minuten eine enttäuschende Leistung. Die Angst vor dem Abstieg war den Spielern von Trainer Florian Kohfeldt deutlich anzumerken, der Schwung vom 6:1 gegen den 1. FC Köln am vergangenen Samstag war wie weggeblasen. Zu allem Überfluss sah Werder-Kapitän Niklas Moisander kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte (87.) und ist damit im Rückspiel gesperrt.

So sprach Kohfeldt von einem «schlechten Spiel». Seine Mannschaft habe nicht den Plan umgesetzt. Trotzdem gab sich der Coach noch zuversichtlich: «Der einzige Vorteil ist, dass es 0:0 zur Halbzeit steht. Heidenheim hat kein Auswärtstor geschossen. Wir haben am Montag ein Finale. Wir müssen ein Auswärtstor schießen.» So sah es auch Werder-Stürmer Niclas Füllkrug: «Wir können mitnehmen, dass wir heim schwach und auswärts stark sind.»

Zufrieden war dagegen Heidenheims Trainer Frank Schmidt, der von einer «sehr disziplinierten Leistung» sprach. Es habe ein Rädchen ins andere gegriffen. Kein Vergleich mehr zum 0:3 in Bielefeld. «Wenn wir eins können, ist es hinfallen und wieder aufstehen. Das haben wir heute bestätigt. Mit Druck muss man umgehen können, das gehört dazu.»

Zu Fan-Ansammlungen vor dem Stadion war es anders als nach dem Last-Minute-Sprung auf den Relegationsplatz am Samstag dieses Mal nicht gekommen. Ganz Bremen drückte dem Aushängeschild der Stadt aber die Daumen. So wurde am Bremer Rathaus eine große Werder-Fahne zur Unterstützung gehisst.

Doch Werder tat sich von Beginn an verdammt schwer. Der Underdog von der schwäbischen Ostalb zeigte keinerlei Respekt vor dem Favoriten und begann mutig. Heidenheims Trainer Schmidt hatte mit seiner Aufstellung überrascht und im Vergleich zum ernüchternden 0:3 bei Armina Bielefeld am Sonntag System und Aufstellung verändert. Unter anderem stand der erst 19 Jahre alte Kevin Sessa in der Startelf. Die Bremer schienen mit diesem Ansatz nicht gerechnet zu haben.

Die Gastgeber wirkten sehr nervös und agierten im Spiel nach vorne viel zu langsam. Kohfehldt hatte zwar wieder auf sein Offensivtrio Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Yuya Osako gesetzt, das beim 6:1 gegen Köln an allen Treffern beteiligt gewesen war. Doch weil die Grün-Weißen insgesamt viel zu ideenlos auftraten, konnten sich die Stürmer nicht in Szene setzen. Vor allem der neue Hoffnungsträger Füllkrug enttäuschte.

Die besseren Chancen vor der Pause hatte so sogar der Zweitligist. In der 25. Minute scheiterte Tim Kleindienst mit einem wuchtigen Schuss an Werder-Torwart Jiri Pavlenka. Vier Minuten später verzog Maurice Multhaup in aussichtsreicher Position völlig.

Werder verzeichnete in den ersten 45 Minuten dagegen keine einzige Chance. Die 73 Prozent Ballbesitz zur Pause verpufften ohne jede Wirkung, die Norddeutschen wirkten phasenweise wie gelähmt. Die Angst vor einem wegen der Auswärtstorregel besonders schmerzhaften Heidenheimer Treffer war allgegenwärtig. «Das ist noch zu wenig. Man merkt, dass noch Verkrampfung im Spiel ist», sagte Bremens Aufsichtsratsboss Marco Bode in der Halbzeit bei «DAZN». «Wir müssen intensiver in dieses Spiel reinkommen.»

Doch auch im zweiten Durchgang wurde es aus Sicht der Bremer nicht besser. Bei kräftigem Starkregen und zwischenzeitlichen Gewittern quälten sich die Profis des viermaligen deutschen Meisters über den Platz. Zwar versuchte Kohfeldt mit einem Dreifachwechsel in der 65. Minute neuen Schwung in die Aktionen seines Teams zu bringen, aber auch diese Maßnahmen verpufften. Den einzigen Vorwurf, den man den Heidenheimern machen konnte, war, dass sie den schwachen Auftritt des SVW nicht zu einem noch besseren Ergebnis nutzten.

In der Schlussminute hatten die Bremer dann doch noch ihre Großchance, als Heidenheims Keeper Kevin Müller den Ball nicht festhalten konnte. Der Schuss von Josh Sargent wurde aber knapp vor der Torlinie geklärt. Auf der Gegenseite setzte Timo Beermann einen Kopfball knapp neben das Tor (90.+2).

© dpa-infocom, dpa:200702-99-654487/4

Veröffentlicht am:
03. 07. 2020
02:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
1.FC Köln Amazon Angst Frank Schmidt Fußball-Bundesliga Jirí Pavlenka Kevin Müller Nervosität Niklas Moisander Werder Bremen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Werder Bremen - 1. FC Heidenheim

04.07.2020

Spannung garantiert: Heidenheim und Bremen vor Rückspiel

Blamage für Werder Bremen - oder schafft der 1. FC Heidenheim die Sensation: Im Relegations-Rückspiel geht es am Montag um alles. Einen Favoriten gibt es nach dem Hinspiel nicht mehr. » mehr

Florian Kohfeldt

05.07.2020

Werders endgültiges Endspiel - Heidenheim mit Wald-Plan

Jetzt gilt es! Wer komplettiert die Bundesliga? Der Club mit den meisten Erstliga-Spielen oder ein Neuling? Der Druck auf Werder Bremen ist riesig. Heidenheim gibt sich entspannt - und der Trainer verschwindet erst einma... » mehr

Florian Kohfeldt

01.07.2020

Zwei Schritte bis zur Werder-Rettung: «Viel investiert»

Eigentlich war für diese Woche bereits die kritische Saison-Analyse geplant. Es sollte auch um die Zukunft von Coach Kohfeldt gehen. Doch durch ein weiteres «Wunder von der Weser» rettete sich Bremen in die Relegation. U... » mehr

Werder Bremen - 1. FC Heidenheim

06.07.2020

Heidenheim gegen Werder: Duell um letzten Bundesliga-Platz

Der 1. FC Heidenheim kämpft um den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, Werder Bremen gegen den drohenden Super-GAU. Im Rückspiel der Relegation wird es spannend. Noch haben die Bremer ihren Optimismus nicht verloren... » mehr

Frank Schmidt

30.06.2020

Heidenheim heiß: Schmidt will «Lebenschance» nutzen

Außenseiter 1. FC Heidenheim glaubt vor dem Relegations-Hinspiel bei Werder Bremen an die Sensation. Nicht nur für den langjährigen Trainer Frank Schmidt wäre der Bundesliga-Aufstieg die Krönung einer außergewöhnlichen E... » mehr

Favorisiert

02.07.2020

Werder als klarer Favorit gegen 1. FC Heidenheim

Für fast alle Clubs ist die Saison bereits vorbei, für Werder Bremen und den 1. FC Heidenheim stehen die beiden wichtigsten Partien dagegen noch an. Es geht um den letzten freien Platz im Oberhaus. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC Coburg: Training und Media Day

HSC Coburg: Training und Media Day | 12.08.2020 Coburg
» 25 Bilder ansehen

WG: HSC - mögliche Aufmacher

WG: HSC - mögliche Aufmacher | 12.08.2020 Coburg
» 26 Bilder ansehen

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 07. 2020
02:23 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.