Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusVideosCoburger OB-Kandidaten vor der KameraCotubeBlitzerwarner

Der Lehrermedientag der Neuen Presse

Eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte aller Schularten in Bayern mit Vorträgen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch



 
 

22 Pädagoginnen und Pädagogen haben sich zum Lehrermedientag der Neuen Presse angemeldet. In den Räumen des Verlagsgebäudes wurden ihnen zwei Impulsvorträge von Experten zum Thema „Digitalisierung“ angeboten, an die sich lebhafte Diskussionsrunden anschlossen. Ebenfalls präsentiert wurde die neue crossmediale Plattform „cotube“, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ihre Fähigkeiten in eigenen Channels online zustellen.

Fotos und Texte: Maja Engelhardt

http://www.region-coburg.tv/digitalisierung-im-fokus  »


Neue Plattform für junge Medienmacher

„Cotube“ ist online. Jochen Dotterweich, Christine Rebhan, Annika Schunk und Matteo Dohnalek geben einen Einblick in die neue digitale Plattform für junge Medienmacher.

Jochen Dotterweich

Annika Schunk

Matteo Dohnalek

Christine Rebhan

Coburg – „Natürlich ist der Name von ‚youtube‘ abgeleitet“, so Jochen Dotterweich, einer der Initiatoren der neuen Plattform „cotube“, „allerdings mit zwei entscheidenden Unterschieden: ‚cotube‘ ist regional und wird zudem medienpädagogisch begleitet.“ Gleich, ob Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine, gleich ob Video, Text oder Bild, wer etwas gestaltet hat und dies anderen zeigen möchte, kann dies nun online mit einem eigenen Channel tun. „Um den technischen Wirrwarr“ kümmert sich das Team von „cotube“ und nectv, unter dessen Dach die Plattform angesiedelt ist; die Heranwachsenden liefern die kreativen Ideen. Ziel sei es unter anderem, so Dotterweich weiter, einen Anreiz für das Arbeiten mit Medien zu schaffen und somit die Medienkompetenz zu stärken, aber auch Networking zu forcieren. Christine Rebhan, Englisch- und Geografielehrerin am Arnold-Gymnasium und medienpädagogische Leiterin, freut sich, dass zu meinen das Studio von nectv komplett mit der dahinterstehenden Technik genutzt werden kann und zum anderen, dass die jahrelange medienpädagogische Erfahrung während der Tätigkeit im Fernsehstudio mit eingebracht werden kann. Einen Channel kann man durch Downloaden des Formulars beantragen, welches unterschrieben an „cotube“ zurückgeschickt werden muss. Nach der Prüfung bekommt der Antragsteller seinen Kanal und Zugangsdaten und kann in einfachen vier Schritten seinen Beitrag hochladen. „Wir bieten dabei Hilfestellung in allen Bereichen“, so Mitarbeiterin Annika Schunk.

 

Mit Hilfe eines Ampelsystems erkennt der Channel-Verantwortliche, welchen Status sein Kanal gerade besitzt. Matteo Dohnalek, Junior-Partner und Schüler am Arnold-Gymnasium verdeutlicht, dass man keine teuren Kameras oder Stative benötigt, um gutes Material zu liefern. „Ein Smartphone reicht völlig, die Qualität ist mittlerweile teilweise besser als die eines Fotoapparates.“ Anschaulich zeigt er, wie sich ein Handy ganz ruhig mit Hilfe des Gimbals (ein kleines Schwebestativ zur Bildstabilisierung) halten lässt und so das Filmen und Fotografieren erleichtert.


Mal was Neues ausprobieren

Jochen Kästner erläutert, wie man die digitale Welt in die Klassenzimmer bringen kann. Der Fachmann vom Arnold-Gymnasium ermuntert, auch mal neue Wege zugehen.

Jochen Kästner

Coburg – Digitale Schule: Eine Chance, nervenaufreibend, mit technischen Schwierigkeiten verbunden, arbeitserleichternd, doch auf keinen Fall der einzige und alleinige Weg. Darüber waren sich die Pädagogen einig, die Jochen Kästner, Lehrer am Neustadter Arnold-Gymnasium und Mitglied im Medienkompetenzteam Oberfranken in einer kurzen Kennenlernrunde zu Wort kommen ließ. Digital ja, aber analoger Unterricht sollte doch auch noch möglich sein. Die Mischung mache es. Kästner ging in seinem Vortrag auf den Leitmedienwechsel ein, die Gesellschaft habe sich von der Sprach- über die Handschrift- und Buchdruck- in eine Informationsgesellschaft verwandelt. Studien zeigten, dass in 20 Jahren der Computer die Leistung des menschlichen Hirns übertreffen werde. Veränderungen machten sich breit, besonders auch im beruflichen Bereich, Angst über Wegrationalisierung des Arbeitsplatzes vergrößere sich, ebenso wie die Schere zwischen Wohlstand und Armut. Wie kann Schule reagieren? Die Schule nehme nur mit fünf bis sieben Prozent Einfluss auf die Entwicklung der Kinder, so Kästner, der auf witzige Weise mit Zeichnungen Wilhelm Buschs eine Lanze für den gezielten und sinnvollen Einsatz des Handys im Unterricht brach. Gegenwind kommt dabei leider vom Kultusministerium. Handyverbot im Unterricht? Wie soll man dann lernen, damit umzugehen? Veraltete Lehrpläne, an die man sich halten müsse, da prüfungsrelevant. Reiner Frontalunterricht? Davon bleibt, die eigene Erfahrung zeigt’s, relativ wenig hängen. Gefragt sei, um die Entwicklung junger Menschen zu einer eigenen Persönlichkeit zu fördern, selbsttätiges, entdeckendes, vernetztes und zielorientiertes Lernen. Gerade für Projekte sei das Smartphone geeignet, im Team müssten Schüler dabei eigenständig recherchieren, was die Sozialkompetenzen zu dem auch stärke. Auch Selbstkritik klang an, als er formulierte, dass man toleranter gegenüber Fehlern sein müsse. Untersuchungen hätten ergeben, dass Heranwachsende sich lieber von Computerprogrammen „korrigieren“ ließen als von Lehrern. Aus Angst vor Fehlern. Er machte seinen Kollegen Mut, doch durch aus auch Neues auszuprobieren und bot mit zahlreichen Links praxis- und schulorienterte Hilfe an. Ebenso können sich Pädagogen Unterstützung beim Medienkompetenzteam Oberfranken holen. Hier kommen Fachkräfte in die Schulen und erklären die digitale Welt in ganz einfachen Worten.

 


Gefragt: Teamplayer mit Sozialkompetenz

Hans Rebhan referiert über die Erwartungen, die die Wirtschaft an die Schüler stellt. Dabei stellt der Vizepräsident der IHK Oberfranken Erstaunliches dar.

Hans Rebhan

Coburg – Eines ist Hans Rebhan besonders wichtig: „Es ist nicht die Schule allein, die junge Menschen auf das Berufsleben vorbereiten kann ,sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle gefordert sind.“ In seinem Impulsvortrag legte der Vizepräsident der IHK Oberfranken dar, welche Anforderungen im Zeitalter der Digitalisierung die Wirtschaft an Schüler stellt und wie sich das mit Schule und Unterricht verknüpfen lässt. Nüchtern zeigte er auf, dass es, laut einer Studie, 40 Prozent der jetzigen Berufsbilder in zehn Jahren so nicht mehr geben werde, „wir leben in einer Welt der Vielfalt, die sich rasend schnell verändert.“ In Bezug auf die Arbeitnehmer der Zukunft heiße dies, im Beruf nicht nur seinen eigenen, kleinen Bereich vor Augen zu haben, sondern „das große Ganze zu sehen und den Blick zu weiten.“ Die Führungskraft von morgen werde kein Einzelgänger, sondern ein Teamplayer sein, der ein Mindestmaß an Englischkenntnissen mitbringen müsse. Als, vielleicht unerwartet, lautete das Thema doch Digitalisierung, zeigten sich weitere Aspekte in der anschließenden, lebhaften Diskussionsrunde und da ging es nicht um technisches Know-how, sondern um ganz „Altbackenes“: Anstand, Umgangsformen, Pünktlichkeit, Grundwissen in Deutsch, Mathe und Englisch, sowie die Fähigkeit zur Teamarbeit. Social Skills, Tugenden und Kenntnisse, die oft fehlten. Bernd Rehorz, Leiter Bereich Berufliche Bildung und Geschäftsführer IHK-Gremium Forchheim, merkte an, dass Schüler, dank des Internets, noch nie so viele Möglichkeiten hätten, sich zu informieren und diese aber nicht nutzten. Einhellig zeigten sich hier die Lehrermeinungen, dass das Smartphone zwar aus der Hand nicht wegzudenken, jedoch wenig Wissen dazu vorhanden sei. „Manche können leider nicht einmal Fotos oder Dokumente runterladen“, erstaunte sich ein Teilnehmer. Schwierig sei es ebenfalls, den Lehrplan mit den sich verändernden Anforderungen der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. „Er wird fünf bis zehn Jahre im Voraus erstellt und läuft ebenso lange“, wurde erklärt.

 

Diesen Artikel teilen / ausdrucken


^