Coburg Das Schaufenster des Handwerks

Geigenbauerin Silvia Scholz bei der Arbeit: Derzeit kann man ihr bei der Live-Werkstatt im Steinweg über die Schulter schauen. Foto: Regionalmanagement

Gerber, Hutmachen, Schuster und viele mehr: Sie alle gingen einst im Steinweg ihrer Arbeit nach. Nun rücken eine Live-Werkstatt und eine Ausstellung diese Zünfte wieder in den Blickpunkt.

Coburg - Mit der Ausstellung über das Coburger Handwerk und dem Projekt "Design findet Stadt" ist es dem Regionalmanagement und dem Coburger Designforum Oberfranken gelungen, ein wenig Handwerk wieder live im Steinweg 14 erlebbar zu machen.

Dem Handwerk ein Gesicht geben

Handwerkskultur spielt im Raum Coburg traditionell eine große Rolle und ist ein wichtiger Träger der regionalen Identität. Mit der Ausstellung möchte das Coburger Regionalmanagement diesem Facettenreichtum ein Gesicht geben, die nächste Generation motivieren, sich für das Handwerk zu begeistern und das Bewusstsein für die Handwerksberufe und deren Tradition stärken. Mit der 2019 gestarteten Kampagne hat das Regionalmanagement vom Friseurhandwerk über die Maler- und Lackierer bis hin zum Zahntechniker dem Handwerksberuf ein Gesicht verliehen.

Live-Werkstatt mit Geigenbauerin Silvia Scholz: Montag bis

Freitag von 8 bis 13.30 Uhr im Steinweg 14


Der Steinweg in Coburg war lange Jahre eine mit viel Handwerkstradition belebter Ort. Hier gingen zum Beispiel Gerber, Hutmacher, Schustern und viele andere ihrer Arbeit nach. Das Handwerk war früher noch deutlich stärker in den Alltag der Menschen integriert. Doch wie die Menschen ändern sich auch die Orte, der Zeitgeist und das Wissen, handwerkliche Fähigkeiten weiterzugeben. Die nun geschaffene Live-Werkstatt soll das Handwerk wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Aktuell zeigt noch bis zur ersten Oktoberwoche unter anderem eine Geigenbauerin, wie mit Hand, Herz und Know-how eine Geige gebaut wird. Dafür hat der Steinweg 14 ab sofort von Montag bis Freitagvormittag seine Türen geöffnet, und im Schaufenster kann lebendiges Handwerk erlebt werden.

"Der Beruf des Geigenbauers ist ein sehr traditioneller und handwerklicher Beruf", erläutert dann auch Geigenbauerin Silvia Scholz. Er umfasst nicht nur den Bau, sondern auch die Pflege, Wartung und Reparatur von Streichinstrumenten. Der Bau einer neuen Geige, von einem Stück Holz bis zum fertigen Instrument, brauche bis zu 500 Arbeitsgänge, erklärt sie.

Zur Design-findet-Stadt-Live-Werkstatt gibt es auch eine begleitende Ausstellung mit dem Titel "Das Coburger Handwerk", unter anderem mit großformatigen Fotografien und individuellen Werkstücken, die einen Blick auf das moderne Handwerk ermöglichen. "Es gibt so viele tolle Handwerker, die ihre Arbeit mit großer Leidenschaft machen und das auch gerne so weitergeben", betont dann auch Hanna Fischer vom Coburger Regionalmanagement, die die Ausstellung konzipiert hat. "Ein Handwerk lernen und ausüben zu können, ist eine gute Basis, um auch ein guter Designer beziehungsweise eine gute Designerin zu sein. Für Designer ist es wiederum immer wieder inspirierend, mit guten Handwerkern arbeiten zu dürfen, da brauchen wir mehr davon", untertsützt David Küffner vom Coburger Designforum Oberfranken das Anliegen von Hanna Fischer. Mit der Live-Werkstatt im Steinweg verfolge man aber auch das Ziel, junge und alte Leute zusammenzubringen und den Erfahrungsaustausch unter jungen und erfahrenen Handwerkern anzuregen. "Denn unser Handwerk in Coburg soll eine gute Zukunft haben", sagen beide.

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