Hansfried Nickel, ehemaliger jahrelanger Vorsitzender des Träger- und Fördervereins Synagoge Memmelsdorf, führte im Anschluss an den offiziellen Teil durch die Synagoge. Zwischen Bleifenstern, Farbresten von blauer Marmorierung an den Wänden und der noch sichtbaren, jedoch zugemauerten Nische des alten Toraschreins entfaltete die Feierlichkeit erst ihren würdigen Rahmen, der trotz der stimmungsvollen musikalischen Umrahmung und des klug gewählten Programms durch Konzertmeister Peter Rosenberg an der Violine in der Festscheune nicht aufkommen wollte.
In seinem Grußwort hob Nickel hervor, wie sich die beiden Lernorte in der Gemeinde Untermerzbach auf ideale Weise ergänzen. Zugleich kündigte er seinen Rückzug aus dem Vorstand des Synagogenvereins zum Jahresende an. Quasi als letzten Wunsch formulierte er mit Blick auf den Geschichtspfad, der nun auch die beiden Lernorte verbindet: „Heute Morgen hab ich noch an etwas gedacht. Eine Stele fehlt noch.“ Auch in Untermerzbach habe es eine Synagoge gegeben, die zeitweise sogar Sitz des Rabbinats im Bezirk Grabfeld war. Mit der Einweihung am Sonntag steht nun jedoch zunächst einmal der zweite Lernort in der Gemeinde Untermerzbach bereit und für alle Interessierten offen.