IHK-Umfragen Wirtschaft stemmt sich gegen Krise

Die Corona-Pandemie hinterlässt in vielen Branchen tiefe Risse. Doch in der Industrie geht es wieder aufwärts, wie die Umfragen der Industrie- und Handelskammern Bayreuth und Coburg bestätigen. Industrie Foto: Michael Reichel/ari (Michael Reichel)

Durch Industrie und Handel geht ein Riss. Während die einen derzeit blendende Geschäfte machen, haben andere seit mehr als einem Jahr kaum noch Umsatz. Doch: Die Stimmung bessert sich langsam, aber stetig.

Hof/Bayreuth/Coburg - Weiterhin Stillstand aufgrund der Corona-Einschränkungen oder hohe Zuwächse: Zwischen diesen beiden Extremen schwankt die Lage der oberfränkischen Wirtschaft. Unter dem Strich steigt aber die Zuversicht, dass bessere Zeiten kommen und die Unternehmen bald wieder normal arbeiten können, schreibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth in ihrem Konjunkturbericht für das erste Quartal.

Der Konjunkturklimaindex der IHK steigt im Kammerbezirk von Bayreuth um zehn Zähler auf nun 102 Punkte. Im Wirtschaftsraum Coburg, der von der IHK zu Coburg vertreten wird, stieg der Index zwar um 15 Punkte auf jetzt 97, liegt damit aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 114.

„Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen“, sagt IHK-Präsidentin Sonja Weigand. „Viele Unternehmer leiden noch immer unter den staatlichen Beschränkungen.“ 32 Prozent der befragten Betriebe berichten aktuell von einer guten Geschäftslage, 31 Prozent beurteilen sie negativ, teilt die IHK mit. Die Rückmeldungen seien dabei ex­trem unterschiedlich. Positiv schätzen vor allem das Baugewerbe, aber auch Teile der Industrie und der Dienstleister die Lage ein. Für die IHK überraschend vermeldet sogar der Einzelhandel im Saldo eine leicht positive Lageeinschätzung.

Grund für die Stimmungsaufhellung im Frühjahr 2021 seien vor allem die Erwartungen an die weitere Entwicklung 2021. Nach ihrer Prognose für das Jahr 2021 gefragt, schwenken mit Ausnahme der Tourismuswirtschaft alle Branchen in den positiven Bereich. Insgesamt gehen 25 Prozent der befragten Firmen aus dem Kammerbezirk von einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage aus. Eine Verschlechterung befürchten nur noch 22 Prozent der Betriebe. Ein tristes Bild der aktuellen Situation zeichnet vor allem die Tourismusbranche. Der fehlten nach einem langen Lockdown nach wie vor echte Perspektiven für eine normale Geschäftstätigkeit. „Der Tourismus liegt am Boden“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner zusammen.

Für die kommenden Monate kommt vor allem Rückenwind vom Baugewerbe und der exportorientierten Industrie; sie profitieren laut IHK von der steigenden Nachfrage aus Amerika und China. Positiv entwickelt sich auch die Investitionsneigung der Betriebe. Insgesamt gehen 22 Prozent der Unternehmen von einem steigenden Investitionsvolumen aus, nur 16 Prozent von einem sinkenden. Der Trend zum Beschäftigtenabbau schwächt sich ab.

Im Wirtschaftsraum Coburg gestaltet sich die Situation zwiegespalten. Laut IHK-Präsident Friedrich Herdan kämpfen sich weite Teile der gewerblichen Wirtschaft nur mühsam aus dem durch Corona verursachten Konjunkturtal heraus. „Die dritte Pandemiewelle, die für zahlreiche Branchen weiterhin geltenden Betätigungsverbote und der leider derzeit immer noch schleppende Impffortschritt bewirken, dass der konjunkturelle Erholungsprozess, wenn überhaupt, nur langsam voranschreitet“, kommentiert Herdan die Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg.„Parallel zum verbesserungswürdigen Corona-Krisen- und Wirtschaftshilfen-Management ist jetzt die Politik gefordert, Wachstumspotenziale zu heben und den Strukturwandel effizient, wettbewerbsneutral, ideologiefrei und technologieoffen zu ermöglichen“, fordert Herdan. Dazu zählten: wettbewerbsfähige Energiepreise, Senkung der überbordenden Steuer-, Abgaben- und Bürokratielasten, die Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren und Erhöhung des Tempos bei der Umsetzung der Digital-Agenda.

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