Weitramsdorf KiTa-Anbau ist aufgerichtet

Endlich Richtfest bei der „Villa Kunterbunt“ in Weitramsdorf. So sieht der neue Anbau für die Kinder aus.

Der Rohbau des neuen Anbaus der Evangelischen Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ in Weitramsdorf steht schon mal. Darüber haben sich Eltern, Mitarbeiter und Gemeindemitglieder am Dienstag (21. Juni) beim Richtfest freuen dürfen, zu der 3. Bürgermeister Dominic Juck geladen hatte. Dabei versammelten sich die Besucher vor dem Rohbau auf der Süd-West-Seite des Gebäudes, wo die Bauarbeiter von den Gerüsten herab mit einem Richtfestspruch erfreuten. Man baue an einem Haus für die Zukunft – womit die Kinder gemeint waren.

Kinder sollen mitentscheiden

Diese hatten am Mittwoch danach ihr ganz eigenes Richtfest mit Köstlichkeiten und Wünschen an die Innenausstattung. Denn im offenen Konzept der Kindertagesstätte sollen nicht nur Leitung und Mitarbeiter, sondern auch die Kinder über die Einrichtung des Hauses entscheiden, erklärt Karin Döll vom Leitungsteam: „Die Gruppen sind einzelnen Farben zugeordnet, können sich aber frei zwischen den Gruppen bewegen. Wenn der Bau abgeschlossen ist, können wir endlich wieder alle unter einem Dach wohnen.“ Derzeit befinden sich die Krippengruppen in einer Ausweicheinrichtung aus Containern neben dem Kindergarten und die Kindergartenkinder im alten Hauptgebäude. Am Ende sollen wieder alle bisher bestehenden Gruppen unter einem Dach Platz finden. Neue Gruppen kämen dabei nicht dazu, sagt Döll: „Einzug ist wohl im Frühjahr, aber je eher, desto besser. Am Anfang wird noch alles ganz spartanisch eingerichtet, doch dann dürfen Betreuer und Kinder ihren Wirkungsraum immer mehr nach ihren Wünschen gestalten.“

Damit die Kinder auch wieder frei die anderen Gruppen erkunden können, ertrage die Belegschaft auch den Baulärm gerne. Überhaupt seien die Mitarbeiter sehr dankbar für die tolle Kommunikation mit Bauträger und Bauarbeiter, bei denen sich Pfarrerin Anne Braunschweig-Gorny vom Trägerverein Evangelisches Weitramsdorf herzlich bedankte: „Danke, dass sie auch immer ein offenes Ohr und Geduld für die Fragen der Kinder hatten.“

Zukunftsfähige Technologie für den Kindergarten

Nach anfänglichen Problemen mit den Genehmigungen konnte im März 2022 mit dem Rohbau für den Anbau der „Villa Kunterbunt“ gestartet werden. Nachdem nun auch das Dach steht, wird das Richtfest gefeiert. Auf rund eine Million Euro schätze man die Kosten im vergangenen Jahr noch. Dass bisher sorgen- und unfallfrei alles im Zeitplan laufe, freute auch 2. Bürgermeister Henning Kupfer sehr. Bisher liefen Bau und Materialbeschaffung noch im Kostenrahmen, versichert auch Archi Viva Architekt Matthias Han-stein. Der neue Querflügel mit eigenem Zugang sei eingeschossig und soll Galerien mit Spiel- und Schlafplätzen beinhalten, sagt er: „Das Gebäude wird mit Wärmepumpe beheizt und bekommt eine Lüftungsanlage, damit man auch für die nächste Pandemie gewappnet ist.“

Besonders freuen sich die Betreuer über die schönen Glaskuppeln in mehreren Räumen, die besonders im Winter bei Schneefall die Augen optisch erfreuen werden und schon jetzt für schöne Reflexionen an den Wänden sorgen. Da kommt ein bisschen Taucherstimmung auf. Wenn alles weiterhin so glatt laufe, bleibe man auch im Zeitplan, versichert der Architekt. Dann sind die Kunterbunt-Kinder und Betreuer auch wieder unter einem Dach. Der Anbau war nötig geworden, nachdem immer mehr Kinder einen Platz in den begrenzten Räumen der Kindertagesstätte benötigten. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Jahrgang beträgt 42, Weitramsdorf ist auch attraktives Zuzug-Gebiet für Familien, weshalb in Zukunft wohl mehr Plätze benötigt würden. Ausgegangen wurde von einem Betreuungsbedarf von 90 Prozent, erfahrungsgemäß beträgt die Betreuungsquote bei Kindern ab drei Jahren nahezu 100 Prozent. 270 Betreuungsplätze wurden für die Gemeinde angestrebt, davon 149 in Weitramsdorf und 124 in Weidach.

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