Landkreis Kronach - Die Wilhelmsthaler Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) war schon vorinformiert: "Mich hat in der letzten Woche jemand vom Netzbetreiber angerufen und gesagt, ich soll nicht entsetzt sein, wenn in dieser Woche der Entwurf zum Netzentwicklungsplan herauskommt." Denn: Das, was die ganze Zeit verneint wurde, hat sich nun doch bewahrheitet. Es gibt eine alternative Planung einer Stromtrasse durch den Landkreis Kronach ( NP vom Mittwoch). Sie kommt von Thüringen über Tschirn, geht an Effelter und Lahm vorbei, führt hinter Gifting entlang nach Reitsch, Haig, Kaltenbrunn, Häusles und von dort über Leutendorf und Beikheim in den Landkreis Lichtenfels. "Mir wurde aber gesagt, dass diese Leitung nicht favorisiert wird, weil sie nicht wirtschaftlich ist", erklärt Grebner. Das Ganze habe sie seit Dienstag vom Netzbetreiber Tennet auch schriftlich. Die alternative Trasse sei länger und laut Tennet würde sie zu zusätzlichen Überlastungen auf anderen Leitungen führen - teilweise sogar im gesamten nordbayerischen Raum. "Das ist also die schlechteste Lösung von allen und deshalb völlig sinnfrei", resümiert sie. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass man am Ende doch eine Leitung durch den Landkreis Kronach ziehen möchte, betont Grebner: "Eine zweite Leitung parallel zur bestehenden lassen wir uns nicht gefallen."