Nahe Wilhelmsthal Münch plant Solarpark auf dem Trebesberg

Ein Solarpark auf dem Trebesberg? Die Mehrheit der Wilhelmsthaler Gemeinderäte stehen diesem Vorhaben positiv gegenüber. Foto: picture alliance / dpa/Bernd Settnik

Der Rugendorfer Energieversorger will auf rund 90 000 Quadratmetern die Sonne anzapfen. Im Gemeinderat Wilhelmsthal steht man dem Vorhaben wohlwollend gegenüber.

Wilhelmsthal - Der Rugendorfer Energieversorger Münch möchte auf dem Trebesberg einen Solarpark errichten. Das erklärte Projektleiter David Fehn am Dienstagabend im Gemeinderat Wilhelmsthal. Das Projekt soll eine Fläche von rund 90 000 Quadratmetern in Anspruch nehmen und „ein Schritt hin zur Klimaneutralität sein“, so Fehn. Eine öffentliche Informationsveranstaltung hierzu habe bereits stattgefunden – „mit positivem Feedback“, so der Projektleiter. Daher sei man optimistisch, das Vorhaben umsetzen zu können.

Wie Fehn dem Gremium erläuterte, seien mit dem Solarpark viele Vorteile verbunden. So könne die Gemeinde Wilhelmsthal über die prognostizierte Laufzeit der Anlage – 30 Jahre – mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von mehr als einer Million Euro rechnen. Auch Privatpersonen hätten die Möglichkeit, sich an dem Projekt zu beteiligen. Über ein sogenanntes Crowd-Investment könnten Interessierte Anteile an dem Solarpark zeichnen. Eine Verzinsung von vier Prozent werde hierfür angeboten. Die auf dem Trebesberg gewonnene Energie werde zudem vor Ort genutzt. So hätten die Firmen Waltec (Steinberg) und Scholz (Gundelsdorf) bereits angekündigt, ihren Bedarf über die neu zu bauende Anlage abdecken zu wollen.

Nicht zuletzt habe das Vorhaben auch einen ökologischen Aspekt. So strebe Münch Energie eine Zusammenarbeit mit einer hiesigen Schäferin an, die mit ihren Tieren die naturnahe Beweidung des Solarpark-Areals sicherstellen soll. Durch diese Doppelnutzung profitiere der Artenreichtum auf dem Trebesberg nachhaltig. Denkbar sei zudem eine Kooperation mit interessierten Imkern.

Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) begrüßte das Vorhaben. „Ich würde es gutheißen, wenn wir so ein Projekt in unserer Gemeinde hätten“, erklärte sie. Sie erinnerte an das Bioenergiedorf Effelter, das vor rund zehn Jahren zu den Pionieren der Energiewende gehört habe. Nun habe man erneut die Chance, in Wilhelmsthal einen Schritt in Richtung Klimaneutralität zu gehen. Widerspruch kam hingegen von Klaus Sesselmann (CSU), der das Naherholungsgebiet auf dem Hochplateau am Trebesberg durch den Solarpark bedroht sieht. „Ich möchte auf keinen Fall, dass dieses Idyll zerstört wird“, sagte er. Er stimmte deshalb ebenso wie Stefan Pfadenhauer (SPD) gegen die für die Realisierung nötige Aufstellung eines Bebauungsplans. „Der erste Schritt ist getan“, resümierte Susanne Grebner angesichts des überwiegend positiven Votums. Nun könne das öffentliche Verfahren zum Bau des Solarparks anlaufen.

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