Projekt in Coburg Seniorenheim statt Brauerei

So soll das Seniorenheim auf dem Grundstück der ehemaligen Brauerei Sturm im Coburger Stadtteil Neuses aussehen. Foto: HBB/Broll Förster Architekten Part mbB Berlin

Vor vielen Jahren wurde die Brauerei Sturm in Coburg abgerissen. Auf dem Grundstück soll jetzt eine Einrichtung für die ältere Generation entstehen.

Die Hamburger Unternehmensgruppe HBB realisiert namens und im Auftrage der Scheck Grundbesitz KG das Domicil-Seniorenpflegeheim im Coburger Stadtteil Neuses an der Callenberger Straße. Das teilte das Unternehmen jetzt mit. Die Bauleistung sei an die Bauunternehmung Glöckle SF-Bau GmbH aus Schweinfurt vergeben worden.

Die Hochbauarbeiten sollen im Juni dieses Jahres beginnen. Die Fertigstellung des Gebäudes sei für das zweite Quartal 2024 vorgesehen.

Platz für 169 Bewohner

Das Haus sei von dem Architekturbüro Broll Förster Architekten Part mbB aus Berlin geplant worden. Es besteht aus einem unterkellerten Gebäudeteil, in dem unter anderem eine Tiefgarage untergebracht ist, sowie zwei Geschossen sowie einem Dachgeschoss. „Hier werden 169 Bewohner überwiegend in Einzelzimmern ein modernes und attraktives Zuhause finden. Die Größe der Zimmer übertrifft die gesetzlichen Anforderungen und ermöglicht es den Bewohnern, diese individuell zu gestalten, auf Wunsch beispielsweise mit eigenen Möbeln“, heißt es in der Pressemitteilung der Unternehmensgruppe HBB.

Das Grundstück, die ehemalige Brauerei Sturm, ist rund 7146 Quadratmeter groß. Die Lage sei für die Errichtung eines Seniorenpflegeheims gut, rückwärtig befindet sich ein kleines, ruhiges Waldstück und direkt südlich liegt auf einem Hügel das Schloss Hohenfels. „Manche der Zimmer werden nicht nur eine Aussicht auf die markante Burganlage Veste, sondern auch auf ein zweites sehenswertes Bauwerk bieten. Auf dem Grundstück befindet sich eine denkmalgeschützte Villa, deren historische Architektur das Pflegeheim aufnimmt. Wir lassen hier ein harmonisches Ensemble entstehen“, so der Geschäftsführer des Hamburger Investors, Oliver Radünz. Die ruhige Gartenanlage im rückwärtigen Teil des Grundstücks, geplant von den Kieler Landschaftsarchitekten BHF, biete Bewohnern und Besuchern einen Rückzugsort, der zum Verweilen einlade.

Der Investor habe das Projekt in enger Abstimmung mit der Stadt Coburg entwickelt. „Wir investieren hier etwa 29 Millionen Euro“, so Geschäftsführer Oliver Radünz. Zudem würden etwa 80 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Haus in Coburg ist das 49. Seniorenpflegeheim des Hamburger Projektentwicklers.

Geschichte der Brauerei Sturm

Die Brauerei Sturm ist aus einer Bierstube in der Ketschengasse entstanden. Der Firmengründer, Anton Sturm, wurde im Jahre 1809 in Coburg in der Oberen Salvatorgasse geboren, ist im Digitalen Stadtgedächtnis nachzulesen. Sturm braute zunächst in der Innenstadt, bevor er, nachdem viele Wirte Interesse an seinem Bier zeigten, seine neue Brauerei in der Callenberger Straße baute.

1975 trat mit Friedrich Puff der letzte Vorstand sein Amt an. Unter seiner Führung entwickelte sich die Brauerei zu einem mittelständischen Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern und einem jährlich Bierausstoß von 45000 Hektolitern. Das Ende der Selbstständigkeit erfolgte 2001 mit dem Tod Friedrich Puffs. Bereits am 1. November 2001 wurde die Firma an die Kulmbacher Brauerei verkauft. wb

Autor

 

Bilder