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Kronach

Wasser-Streit schwelt weiter

Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat der Gemeinde Nordhalben die Nutzung alter Quellen versagt. Doch die Auseinandersetzung ist damit noch nicht beendet.



Wasser sprudelt weiter aus Nordhalbener Wasserhähnen. Die Frage nach dessen Herkunft spaltet jedoch die Parteien im Gemeinderat.   Foto: Foto: Patrick Pleul / dpa

Nordhalben/Bayreuth - Dass sie den Streit verloren hat, weiß die Gemeinde Nordhalben nun. Warum, noch nicht. Die Kommune wollte sich mit der Reaktivierung zweier Trinkwasserquellen Hermesgrün 1a und 1b ihre Wasserversorgung breiter aufstellen. Das Verwaltungsgericht Bayreuth sieht jedoch die rechtlichen Grundlagen dafür als nicht erfüllt an. Das Wasserrecht aus dem Jahr 1919, auf das sich die Kommune berufen hat, gilt nach Ansicht der Richter nicht mehr (die Neue Presse berichtete).

Dennoch: Ebenso wie ihr Bürgermeister Michael Pöhnlein geben sich die "Freien" auch nach dem Urteilsspruch kämpferisch: "Die schriftliche Begründung wird der Gemeinde in nächster Zeit zugestellt. Diese wird prüfen ob eine Berufung gegen das Urteil in nächster Instanz sinnvoll ist", heißt es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Die Nordhalbener CSU dagegen fordert ein Ende der Auseinandersetzung: "Die CSU spricht sich dafür aus, dieses kommunalpolitische Abenteuer zu beenden und gemeinsam mit dem Landratsamt den bestmöglichen Weg für die kostengünstige Versorgung unserer Bürger zu beschreiten", heißt es in einer Mitteilung der Christsozialen. Demnach sei es zwar keine gute Nachricht, als Gemeinde kein eigenes Wasserrecht mehr zu haben. Aber: "Der Aufwand für eine Wiederinbetriebnahme der Quellen am schwarzen Teich, verbunden mit Aufbereitungskosten, sind nicht zum Nulltarif zu haben." Insofern sei es auch keine schlechte Lösung, die Zusammenarbeit mit der Fernwasserversorgung Oberfranken beizubehalten, die zumal faire Preise biete. Bürgermeister Pöhnlein habe in der Auseinandersetzung den Eindruck vermittelt, die Kosten für die Reaktivierung seien überschaubar, wobei seine Kalkulationen "nicht fachlich fundiert berechnet" worden seien. Daher die Forderung: "Bürgermeister Pöhnlein soll den Streit beenden."

Doch danach sieht es derzeit nicht aus. "Die Nutzung unserer Quellen Hermesgrün 1a und 1b würde unsere Wasserversorgung breiter aufstellen und auch Kosten reduzieren. Gerade in Zeiten des Klimawandels muss die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser langfristig sichergestellt werden. Kein Wasserversorger kann 100-prozentige Sicherheit bieten, daher ist der Erhalt, die Sanierung und die Nutzung der Quellen 1a und 1b als zweites Standbein, das Gebot der Stunde", erklären die Freien Wähler.

Außerdem sparen die "Freien" nicht mit Kritik an der bis 2014 von der CSU geführten Gemeindeverwaltung. "Nach der Kommunalwahl 2014 fanden wir eine völlig verwahrloste Trinkwasserversorgung vor." Mit der Unterstützung des Gesundheitsamts habe die Marktgemeinde dann einen Wassermeister einstellen können, um die "nicht ordnungsgemäßen Zustände" zu beseitigen. "Seitdem wurden viele Maßnahmen umgesetzt, um die Wasserversorgung zu stabilisieren und abzusichern. Gleichzeitig wurden auch die Heinersberger Quellen und die dortige Wasserversorgung in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt. Unsere Kritik lautet: Wären damals die Trinkwasseranlagen ordnungsgemäß gewartet worden, wären die Quellen noch heute am Netz und die Marktgemeinde müsste nicht wegen des Wasserrechtes vor Gericht ziehen. Das saubere Trinkwasser der Quellen läuft seit 2008 ‚den Bach hinunter’ und muss von der FWO zugekauft werden. Auch der dadurch entstandene Sanierungsaufwand bei den gesamten Trinkwasseranlagen und die damit verbundenen hohen Kosten müssen von den Bürgern getragen werden, wodurch dem Markt Nordhalben ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden ist."

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Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
17:30 Uhr

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Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
17:30 Uhr



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