Bayerischer Landtag Michael Busch hört auf

Michael Busch am Rednerpult des Bayerischen Landtags. Jetzt hat der SPD-Politiker angekündigt, nicht noch einmal für das Parlament zu kandidieren. Foto: /Bayerischer Landtag

Der Landtagsabgeordnete tritt nicht noch einmal zur Wahl an. Das teilt er in einem Brief an die SPD-Mitglieder in der Stadt und im Landkreis Coburg mit.

Nach reiflicher Überlegung habe sich Michael Busch (SPD) entschieden, bei der Wahl des Bayerischen Landtags im Herbst nächsten Jahres nicht noch einmal zu kandidieren. Das schrieb der Politiker den Mitgliedern der SPD-Kreisverbände Coburg-Stadt und Coburg-Land Ende vergangener Woche.

Gegenüber der Neuen Presse sagte Busch am Rande des Empfangs der Stadt Coburg am Samstagvormittag, er habe lange darüber nachgedacht, ob er noch einmal zur Wahl antreten solle. Den Ausschlag, dies nicht zu tun, habe der Tod von Coburgs 3. Bürgermeister Thomas Nowak und des früheren Landtagsabgeordneten Jürgen W. Heike (CSU, Neustadt) vor wenigen Wochen gegeben. Beide bezeichnete Michael Busch als Freunde, deren Tod ihn tief berührt habe.

Busch ist Mitglied des SPD-Ortsvereins Weidhausen und war in unterschiedlichsten Positionen politisch aktiv: als Orts- und Kreisvorsitzender der SPD, als Unterbezirks-Vorstandsmitglied, als Gemeinderat und 3. Bürgermeister in Ebersdorf bei Coburg, als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Von 2008 bis 2018 war er Landrat des Kreises Coburg und seit 2018 bayerischer Landtagsabgeordneter. Zudem ist er in vielen Vereinen und Verbänden ehrenamtlich aktiv. „Damit – glaube ich jedenfalls – habe ich mir den Ruhestand doch verdient“, so der 65-Jährige.

Bis zu seinem Ausscheiden sei er als Landtagsabgeordneter „selbstverständlich nach wie vor für alle Bürgerinnen und Bürger da“, betont Busch. Er freue sich über Einladungen zu Veranstaltungen und Jahreshauptversammlungen. Zur NP sagte er, Vorsitzender des Vereins Spielzeugstraße wolle er bleiben. Zu seiner möglichen Nachfolge als Landtagskandidat äußerte er sich nicht.

Dessen Nominierung obliegt den SPD-Kreisverbänden in der Stadt und im Landkreis Coburg. Chancen sich hier durchzusetzen, werden Ramona Brehm und Stefan Sauerteig eingeräumt. Ramona Brehm ist Stadträtin in Coburg und hat sich als Bundestagskandidatin der SPD einen Ruf als bürgernah und bodenständig erworben. Wirtschaftspolitisch liegen ihre Stärken im Handwerk – sie ist Schornsteinfegerin –, und auch in der Sozialpolitik gilt Ramona Brehm als kompetent.

Stefan Sauerteig ist Realschullehrer und steht der Bildungspolitik nahe, in die Kultur und Soziales hineinspielen. Zudem hat sich der Stadtrat und SPD-Kreisvorsitzende innerhalb kurzer Zeit einen Namen als Coburger Klimaschutzbeauftragter gemacht. Auseinandersetzungen, wie sie beispielsweise um die Freiflächengestaltungssatzung geführt wird, scheut er dabei nicht.

Stefan Sauerteig war auch als Kandidat für die Wahl des 3. Bürgermeisters der Stadt Coburg im Gespräch. Er musste jedoch Can Aydin den Vortritt lassen. Stefan Sauerteig brächte als Pädagoge zwar die Kompetenz für das Schul-, Sozial- und Kulturressort mit, gilt aber als Bruder von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig als politisch nicht vermittelbar.

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